Thomas Kessler muss sich eingestehen, dass Lukas Kwasniok als Trainer in Köln nicht funktioniert hat. Mit André Wagner soll es jetzt besser laufen. Doch ein Schaden ist bereits entstanden. Ein Kommentar.
Aber schon MillionenschadenKesslers Hochrisiko-Spiel mit klarem Plan
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Im Fußball geht es hin und her. Selbst eine 3:0-Führung kann noch in einem 3:4 enden. Das gilt für Vereine auf und neben dem Platz – wie die Situation des 1. FC Köln aktuell beweist.
Zu Beginn der Saison wurde Kölns Sportchef Thomas Kessler (40) als Sternekoch auf dem Transfermarkt gefeiert, später wurde er zum Geschäftsführer befördert.
Verfall statt Aufsteiger-Märchen – Kesslers Hochrisiko-Spiel geht weiter
Der FC hatte als Aufsteiger einen Sensationsstart in die Liga hingelegt. Viele träumten sogar schon wieder von Europa. Und mit Lukas Kwasniok (44) hatte man einen passenden Trainer geholt. Einen Showman, der beim Fanfest am Zapfhahn stand und mit coolen Sprüchen und lockerer Art viele begeisterte. Das Wichtigste: Auch der Fußball begeisterte!
Doch dann zerbröselte alles. Statt Aufsteiger-Märchen gab es den langsamen Verfall. Im Zwischenverhältnis Kwasniok/Mannschaft knirschte es schon im Winter gewaltig. Die Stimmung im Wintertrainingslager war äußerst mies.
Auch weil Kwasniok alte Strukturen im Team aufbrach, keine Angst vor großen Namen hatte und für einige Spieler deutliche Worte fand. Um das durchzuziehen, braucht man die absolute Rückendeckung der Vereinsbosse.
Doch auch die bröckelte, weil Kwasniok in der Öffentlichkeit nicht steuerbar war. So fielen ihm viele lockere Sprüche über zahlreiche Spieler intern auf die Füße. Und als dann auch die Siege ausblieben, zogen die FC-Bosse die Reißleine. Kessler fiel diese Entscheidung alles andere als leicht. Denn rein sportlich war man mit den Leistungen durchaus zufrieden.
Einzig die Ergebnisse blieben aus. Viele sprachen von Spiel-Pech. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Nach dem 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach wurde Kessler deutlich: Wenn man daheim drei Tore schießt, muss das eigentlich für einen Sieg reichen.
Der Sportchef hatte für den Trainer gut eine Million Euro Ablöse an den SC Paderborn bezahlt und ihm einen Vertrag bis 2028 gegeben: Jahresgehalt rund 1,2 Millionen Euro. Kwasniok ist jetzt freigestellt, auch wenn man sich auf eine Abfindung einigt, gibt es jetzt in Summe schon einen gewaltigen Millionenschaden beim 1. FC Köln.
Kessler musste sich eingestehen, dass Kwasniok in Köln nicht funktioniert hat. Das Hochrisiko-Spiel von Kessler begann schon vor der Verpflichtung von Kwasniok, denn er war nicht unumstritten.
Auch im Verein warnten viele vor der unsteuerbaren Art des Coaches. Auch Kwasnioks Mallorca-Thema wurde vor der Vertragsunterzeichnung in den Gremien kontrovers diskutiert. Kessler setzte sich durch und muss jetzt die Scherben zusammenkehren.
Dabei geht sein Hochrisiko-Spiel weiter. Denn anstatt einen Trainer zu holen, der wie Friedhelm Funkel (72) Erfahrung im Abstiegskampf hat, setzt er auf Co-Trainer René Wagner (37). Angeblich hatten einige Kandidaten wie Dino Toppmöller abgesagt.
Doch hinter der Wagner-Lösung steckt ein Plan! Da die sportliche Führung mit den gezeigten Leistungen in den vergangenen Wochen nicht gänzlich unzufrieden war, vertraut man auf den Coach. Wagner soll einen exzellenten Zugang zu den Spielern haben. Er hielt die Truppe trotz Verwerfungen mit Kwasniok zusammen.
Und jetzt hofft man, dass ohne Kwasniok die Ergebnisse kommen. Am 5. April 2026 spielt der FC in Frankfurt, danach kommt Werder Bremen. Sollte Wagner auch keine Siege einfahren, gibt es immer noch die letzte Patrone „Feuerwehrmann“. Dann könnte Funkel wieder ein Thema werden.
Doch jetzt setzt man im Abstiegskampf erstmal voll auf die Mannschaft und Wagner. Im Fußball ist alles möglich – der FC will jetzt das Spiel wieder drehen!



