Am Sonntag ist nach einer Nacht drüber schlafen eine Entscheidung gefallen. Jetzt ist sie offiziell: Lukas Kwasniok hat keine Zukunft mehr beim 1. FC Köln.
Trainer-Aus offiziellFC setzt Kwasniok vor die Tür – Nachfolger fix – alle Hintergründe
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Trainer-Beben beim 1. FC Köln! Das Kapitel Lukas Kwasniok (44) ist am Sonntag (22. März 2026) vorzeitig beendet worden. Nach zuletzt 18 Spielen und nur zwei Siegen zog Sportchef Thomas Kessler (40) die Reißleine!
Das wilde 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach brachte das Fass zum Überlaufen! Gegen den Hamburger SV (1:1) und die Fohlen hätten nur Siege geholfen. Auch Co-Trainer Frank Kaspari wurde freigestellt.
Gemeinsamer Ausschuss beschließt Kwasniok-Aus
Kessler rückte schon kurz nach dem Derby von Kwasniok ab: „Das war zu wenig! Wir wollten gewinnen. Wenn wir drei Tore zu Hause schießen, sollte das eigentlich für einen Derbysieg reichen.“
Am Samstagabend hatte der Geschäftsführer die endgültige Entscheidung noch vertagt, aber dort schon zwischen den Zeilen tief blicken lassen. „Wir können alle die Tabelle lesen. Und klar ist, dass man an irgendwelchen Stellschrauben drehen muss, damit wir mal wieder ein Spiel gewinnen.“
Am Sonntag wurden dann Fakten geschaffen. Nachdem der Geschäftsführer bereits am Vormittag nach der sportlichen Analyse zu dem Entschluss gekommen war, dass eine Veränderung notwendig ist, kam auch der siebenköpfige Gemeinsame Ausschuss am Nachmittag zu der gleichen Erkenntnis.
Im GA sitzen: Präsident Jörn Stobbe, seine Vize Jörg Alvermann und Ulf Sobek, Mitgliederratschef Fabian Schwab und seine Stellvertreterin Stacy Krott, Lionel Souque als Vorsitzender des Aufsichtsrats und Dr. Klaus Behrenbeck als Vorsitzender des Beirats. Sie alle folgten nach längeren Diskussionen ihrem Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40).
Das Ergebnis: Kwasniok ist freigestellt und Co-Trainer René Wagner übernimmt die Mannschaft. Die sportliche Führung ist von Wagner absolut überzeugt. Zudem war in den vergangenen Wochen nicht alles schlecht: Die Leistung hat oft gestimmt, die Ergebnisse allerdings nicht.
Kessler sagte: „Wir haben uns am Sonntag sehr intensiv mit unserer aktuellen Situation beschäftigt und sind zu der Entscheidung gekommen, für die letzte Phase der Saison auf der Cheftrainer-Position einen Impuls zu setzen. Lukas’ Fußballwissen und seine fachliche Expertise sind unbestritten. Er hat unsere Mannschaft mit großer Sorgfalt und hohem Engagement auf die Spiele vorbereitet. Trotz leidenschaftlicher und ordentlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend in unserer Entwicklung erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität. Vor diesem Hintergrund sind wir nach intensiver Analyse zu der Entscheidung gekommen, Lukas freizustellen. Wir danken ihm für seine Arbeit beim FC und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“
Falls Wagner beim ersten Spiel bei Eintracht Frankfurt (5. April 2026) und dann beim Heimspiel gegen Werder Bremen auch verlieren sollte, besteht immer noch die Möglichkeit, einen Feuerwehrmann, wie Friedhelm Funkel (72) zu holen. Die restlichen Spiele sind dann: St. Pauli (A), Leverkusen (H), Union Berlin (A), Heidenheim (H), FC Bayern München (A).
Kessler glaubt jetzt fest an die Wende: „Wir sind überzeugt, dass René gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird. René kennen und schätzen wir seit seinem ersten Engagement bei uns als Co-Trainer als ausgewiesenen Fußballfachmann. Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen.“ Wagner freut sich auf die Aufgabe: „Die Verantwortung, die mir der FC übertragen hat, werde ich mit dem gleichen Engagement und der gleichen Hingabe angehen wie meine bisherigen Aufgaben. Gemeinsam mit der Mannschaft, meinen Trainerkollegen, unserem Staff und mit der Unterstützung des gesamten Vereins werde ich alles daransetzen, um in der Bundesliga zu bleiben.“
Nachdem der GA das Kwasniok-Aus besiegelt hatte, wurde er persönlich am Sonntagabend von Kessler informiert. Der Sportboss fuhr zu ihm. Danach wurde dann Wagner persönlich informiert, dass er übernimmt. Schon am Montag wird er um 15 Uhr seine erste Einheit leiten.
Kwasniok, der einen Vertrag bis 2028 besitzt, hatte bis zuletzt wie ein Löwe um seinen Job gekämpft. Er sagte nach dem 3:3 gegen Gladbach: „Das Wichtigste ist die Überzeugung bei dem Mann, der vor der Mannschaft steht. Ich kann nur sagen: Du musst erstmal einen finden, der mehr Überzeugung in sich trägt. Wir sind ein Team zu 100 Prozent. Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft im richtigen Verein!“
Kwasniok soll mitbekommen haben, dass Kessler keine externe Trainer-Alternative gefunden hatte. Angeblich soll der Sportboss einige Absagen kassiert haben, auch von Trainern wie Dino Toppmöller. So war Kwasniok bis zum Schluss selbstbewusst und kam sogar noch am Sonntagmorgen fröhlich zum Geißbockheim.
Dort saß Kessler einige Stunden zusammen mit Wagner, um die Zukunft zu besprechen. Kwasniok hingegen verließ nach gut 20 Minuten das Geißbockheim wieder und meinte, dass er am Nachmittag die Sonne genießen wolle.
Dass Kessler keine externe Lösung präsentieren wollte und konnte, wurde im Gemeinsamen Ausschuss dann lange und kontrovers diskutiert. Doch am Ende stand fest: Co-Trainer René Wagner soll jetzt die Mannschaft in der Bundesliga halten.



