Nach der vierten Pleite in Folge steht Fortuna Düsseldorf das Wasser bis zum Hals. Sportboss Sven Mislintat muss eine harte Trainer-Entscheidung fällen.
Zeichen stehen auf EntlassungAnfang steht vor dem Ende in Düsseldorf

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Wie lange ist Markus Anfang (r.) noch Trainer von Fortuna Düsseldorf? Sportboss Sven Mislintat muss eine Entscheidung treffen.

Die Krise bei Fortuna Düsseldorf hat sich weiter zugespitzt! Gegen Holstein Kiel gab es in der heimischen Merkur Spiel-Arena am Freitagabend (10. April) die vierte Pleite in Folge. Den Rot-Weißen steht das Wasser bis zum Hals, es droht abermals der Absturz in die 3. Liga.
Um das zu verhindern, muss Sportboss Sven Mislintat (53) die Situation zusammen mit dem Vorstand genaustens analysieren. Ist Trainer Markus Anfang (51) noch der richtige Mann für das Minimalziel Klassenerhalt? Nach den jüngsten Ergebnissen steht der Coach in der Kritik, die Zeichen deuten auf eine Entlassung hin.
Fortuna: Sven Mislintat nimmt Situation genau unter die Lupe
Nach der Partie am Freitag erklärte Mislintat zunächst: „Vier Niederlagen in Folge, das macht die Ausgangsposition, die wir uns bis Nürnberg erspielt haben, zunichte. Jetzt stehen wir wieder relativ nah dort, wo wir am 17. Spieltag standen. Nicht ganz so krass wie damals, aber ähnlich.“
Ende Dezember stand man auf einem direkten Abstiegsplatz. Von dem ist Düsseldorf aktuell nur noch einen einzigen Punkt entfernt, am kommenden Spieltag droht sogar die rote Laterne. Der Unterschied: Damals gewann man die wichtigen Kellerduelle gegen Fürth und Bielefeld. Zuletzt gab es jedoch mit den Pleiten gegen Braunschweig und Kiel herbe Niederlagen gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.
Eine Jobgarantie gibt es vom Sportvorstand deswegen nicht: „Ich habe auch nicht klar beantwortet, ob er nächste Woche auf der Bank sitzt. Das ist aber der Situation geschuldet, dass du jeden Stein umdrehen musst, wenn man vier Niederlagen in Folge kassiert. Wir haben eine lange Woche und können das tun.“
Am Samstagnachmittag gab es noch kein Ergebnis dieser Analyse. Gemeinsam mit den Verantwortlichen führte Mislintat lange Gespräche über die Situation. Sicherlich auch über die verfügbaren Alternativen auf der Trainerposition. Als Nachfolger von Anfang müssten die Rot-Weißen einen klassischen Feuerwehrmann installieren, der in den letzten fünf Partien noch einmal alles auf Null setzt.
Geeignet für diesen Posten ist Friedhelm Funkel (72). Der Coach kennt die Abläufe im Verein bestens und weiß, welche Stellschrauben in einer solchen Lage gedreht werden müssten. Fraglich ist nur, ob sich die Trainer-Legende den Job überhaupt antun würde. Durch die wahrscheinlich schlimme Verletzung von Leistungsträger Florent Muslija (27) und die weiteren Personalsorgen, droht der Fortuna in der heißen Schlussphase der Liga die Luft gänzlich auszugehen.
Markus Anfang will seinen Job in Düsseldorf nicht kampflos aufgeben
Mislintat wird über ein solches Szenario nachdenken: „Es gehört zur Sorgfaltspflicht dazu, dass wir uns damit beschäftigen. Das Ganze ist ergebnisoffen. Da soll gar nichts aus den Emotionen des Spiels entschieden werden, vielleicht gibt es auch Themen, die wir komplett übersehen haben.“
Nur ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt steht Anfang also vor dem Ende in Düsseldorf. Auch wenn der Taktikfuchs sicher nichts für die Verletztenmisere und die schlechte Kaderplanung kann, sind 0,95 Punkte pro Spiel im Schnitt einfach zu wenig, um am Tabellenende zu bestehen.
Direkt nach dem Spiel wollte der Coach seinen Job aber noch nicht aufgeben. Im Gegenteil, von Anfang gab es eine kleine Kampfansage: „Ich verstehe, dass im Fußball immer diese Frage gestellt wird. Aber ich habe alles getan, was ich machen kann, und ich werde auch alles tun. Ich werde immer gegen die Widerstände angehen. Für mich ist das eher noch motivierend. Ich werde nie den Kopf in den Sand stecken, das ist nicht mein Naturell.“
Bleibt abzuwarten, ob Anfang auch über das Wochenende hinaus noch Trainer in Düsseldorf bleiben darf. Die Zeichen stehen zumindest auf Trennung, eine Entscheidung wird noch am Sonntag erwartet. Es wäre bereits die vierte April-Entlassung in der Karriere des Übungsleiters.

