Der 1. FC Köln hat sich mit voller Überzeugung für René Wagner als neuen Cheftrainer entschieden. Der 37-Jährige wird jetzt eine Mannschaft nach seinen Wünschen zusammenstellen. Das bedeutet auch, dass im Kader ausgemistet wird.
René räumt aufWagner hat FC-Streichliste im Kopf – zwei Härtefälle
Die Entscheidung ist erst wenige Tage alt, jetzt beginnt die Arbeit! René Wagner (37) geht seinen Job als Cheftrainer des 1. FC Köln mit Volldampf an.
Die ersten Fragen, die ihn beschäftigen und die geklärt werden müssen: Mit welchen Spielern geht es in die nächste Saison? Wo benötigt der FC Verstärkungen? Auf welche Führungsspieler kann man setzen?
René Wagner hat hingeschaut: Auf wen kann er sich verlassen?
Bevor sich die Gremien und Sportchef Thomas Kessler (40) für Wagner entschieden hatten, wurde intensiv mit dem Trainer gesprochen. Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff (50) gab einen Einblick in die Themen: „Wir setzen uns mit René zusammen und reden nicht mehr über die abgelaufene Saison, sondern über die neue. Was ist Renés Vision? Was hat er vor? Was brauchen wir? Auf der Basis werden wir dann eine Entscheidung treffen.“
Mit der Entscheidung pro Wagner war auch klar, dass im Verein alle hinter dem Trainer stehen. Auch wenn es um unangenehme Entscheidungen geht. Die Analyse der vergangenen Saison hat nach Informationen von EXPRESS.de wesentliche Kernaspekte hervorgebracht: Die Mannschaft hat spielerische Mängel und Schwächen bei der Einstellung!
Dass eben diese nicht bei allen immer stimmt, dass der Siegeswille nicht immer zu hundert Prozent da ist, das bekam Wagner in den beiden abschließenden Spielen (1:3 gegen Heidenheim und 1:5 beim FC Bayern) schmerzhaft zu spüren. Als es auch um die Zukunft des Trainers ging, ließen ihn etliche Spieler im Stich. Seine Enttäuschung soll Wagner auch intern klar geäußert haben. Er hat genau wahrgenommen, auf wen er sich verlassen kann und auf wen nicht. Jetzt soll rigoros ausgemistet werden!
Seit 2021 saßen Markus Gisdol, Steffen Baumgart, Timo Schultz, Gerhard Struber, Friedhelm Funkel, Lukas Kwasniok und jetzt René Wagner auf der Trainerbank. Bevor der nächste Trainer verschlissen wird, treibt Sportchef Kessler den Umbruch voran. Eric Martel verlässt den Verein und wechselt ablösefrei nach Mainz. Auch ausschlaggebend für seinen Abgang: Wagner hat ihm in den vergangenen Wochen nach Informationen von EXPRESS.de schon klargemacht, dass er es unter ihm schwer haben wird. Der neue Coach wünscht sich lieber einen spielstärkeren Sechser.
Florian Kainz beendete seine Karriere und geht zurück nach Graz, Dominique Heintz erhielt keinen Anschlussvertrag und sucht aktuell noch einen neuen Klub. Es werden weitere Abgänge folgen. Beim FC soll es eine Streichliste geben, darunter auch zwei echte Härtefälle.
Denis Huseinbasic (24, Mittelfeld, Vertrag bis 2027): Der ehemalige bosnische Nationalspieler kam in dieser Saison in der Liga und im Pokal lediglich auf 16 Einsätze mit insgesamt nur 750 Spielminuten. Unter Cheftrainer Wagner hat er nur im ersten Spiel (2:2 in Frankfurt) 67 Minuten gespielt. Danach stand er dreimal gar nicht im Kader oder saß nur auf der Bank. Sein Marktwert liegt bei drei Millionen Euro.
Linton Maina (26, Sturm, Vertrag bis 2027): Er verlängerte 2025 zum Aufstieg seinen Vertrag beim FC, doch die Saison hat gezeigt, dass er in der Bundesliga nicht mehr als ein Ergänzungsspieler sein kann. Er kam auf insgesamt 26 Einsätze mit 1099 Spielminuten, wobei er sich nicht unbedingt als Scorer-Monster erwies (zwei Tore und eine Vorlage). Wagner setzte zwar auf ihn in allen sieben Spielen, aber er zahlte nicht mit Leistung zurück. Der Marktwert von Maina liegt bei drei Millionen Euro.
Was passiert mit Rav van den Berg und Marvin Schwäbe beim FC?
Luca Waldschmidt (30, offensives Mittelfeld/Sturm, Vertrag bis 2027): Haderte schon unter Trainer Lukas Kwasniok, weil er zu wenig Spielzeit bekam. Sogar ein Winterabgang war Thema. Als Joker konnte er dann aber überzeugen. Gab sich nie auf, kämpfte sich zurück in die Startformation. Dennoch hat er nie unter Beweis gestellt, dass er seine guten Skills konstant abrufen kann. Er kam auf 26 Saison-Einsätze mit 752 Spielminuten, wobei er fünf Tore und vier Vorlagen beisteuerte. Beim letzten Spiel in München verzichtete Wagner auf Waldschmidt, er ließ ihn auf der Bank sitzen. Marktwert: zwei Millionen Euro.
Jan Thielmann (23, Rechtsaußen, Vertrag bis 2028): Er kam 2017 von Eintracht Trier in den FC-Nachwuchs, und wurde am Geißbockheim zum Profi. Erst im vergangenen Sommer verlängerte er seinen Kontrakt bis 2028. In der Vergangenheit probierten sie Thielmann beim FC fast überall aus: Rechtsverteidiger, rechte Schiene, Rechtsaußen, Mittelstürmer, offensives Mittelfeld. Doch seine Entwicklung stagnierte in der abgelaufenen Saison. Einsatz, Herz und Leidenschaft stimmen, aber dem modernen Tempofußball scheint er technisch nicht gewachsen zu sein. In 27 Spielen kam er auf 1570 Spielminuten mit drei Toren und einer Vorlage. Unter Wagner kam er zu sechs Einsätzen, wobei seine Spielzeit immer weniger wurde. Gegen Frankfurt waren es noch 75 Minuten, gegen Bayern nur zehn Minuten. Gegen Heidenheim saß Thielmann nur auf der Bank. Marktwert: fünf Millionen Euro.
Kommen wir zu den zwei Härtefällen! Rav van den Berg (21, Innenverteidigung, Vertrag bis 2030): Seine erste Saison im FC-Trikot hatte sich der Königstransfer sicherlich ganz anders vorgestellt. Er kam vom FC Middlesbrough für acht Millionen Euro. Der junge Niederländer machte nie einen Hehl daraus, den FC als Sprungbrett zu sehen. Angeblich hat er eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag: Falls ein Champions-League-Klub anklopft, kann er für zehn Millionen Euro gehen. Doch nach dieser Spielzeit dürften die Top-Klubs nicht Schlange stehen. Auch aufgrund seiner schweren Schulterverletzung kam van den Berg nur auf 14 Bundesligaspiele mit 1132 Einsatzminuten.
Wagner ließ den Verteidiger gegen Frankfurt 90 Minuten ran, danach kam er gar nicht mehr aufs Feld. Mit einem weiteren Einsatz hätte der FC zwei Millionen Euro an Bonuszahlungen nach Middlesbrough überweisen müssen. Das Geld sparte man sich lieber. Nach Informationen von EXPRESS.de gab es bei van den Berg auch Defizite bei der Einstellung und disziplinarische Verfehlungen im Training. Ob es eine weitere Zukunft beim FC gibt und er sich mit Wagner zusammenraufen kann, wird sich zeigen. Marktwert: acht Millionen Euro.
Marvin Schwäbe (31, Torwart, Vertrag bis 2027): Der Keeper ist Kapitän und absoluter Leistungsträger! Schwäbe absolvierte alle 34 Bundesligaspiele über die volle Distanz. Doch Schwäbe-Berater Jörg Neblung hat seinen Schützling nach Informationen von EXPRESS.de bereits bei zwei Bundesligisten aktiv angeboten. Ob es einen Abgang gibt, wird sich zeigen. Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung hat Schwäbe auch nicht ausgeschlossen. Köln sah noch keine Eile geboten. Als Schlussmann überzeugt Schwäbe mit starken Paraden auf der Linie, hat aber auch Schwächen in der Strafraumbeherrschung. Marktwert: drei Millionen Euro.
Der FC will in dieser Transferperiode den im vergangenen Sommer eingeläuteten großen Umbruch vorantreiben. Das wird nicht einfach, denn für einige Spieler müssen Abnehmer und Lösungen gefunden werden, die alle Parteien glücklich machen. Ansonsten ist es auch vorstellbar, dass Wagner in der Vorbereitung eine Trainingsgruppe B aufmachen wird.

