Lukas Podolski spielte nur in der ersten Hälfte seiner langen Karriere für den 1. FC Köln, den Fans ist er allerdings bis heute in Erinnerung. Die Bandbreite der Geschichten könnte kaum größer sein.
Kölsche Legende hört aufAn diese Poldi-Momente denken FC-Fans bis heute

Mit seinem Karriereende endet im deutschen Fußball eine Ära: Nach über 20 Profi-Jahren hört Weltmeister Lukas Podolski (40) nach der Saison auf und hängt die Schuhe endgültig an den Nagel.
Für den 1. FC Köln läuft „Prinz Poldi“ schon seit 2012 nicht mehr auf, anschließend zog es den Linksfuß unter anderem nach England, Japan und in die Türkei. Am Geißbockheim ist Podolski trotzdem unvergessen, viele Fans haben seine besten FC-Tore und -Momente noch immer im Kopf. Das zeigt auch eine Leser-Aktion von EXPRESS.de.
Poldi-Erinnerungen aus dem Stadion – und dem Kreißsaal
Wir hatten euch gefragt: „Was waren eure schönsten Poldi-Momente? Welche legendären Sprüche oder Aktionen sind euch in Erinnerung geblieben?“ Heraus kam ein bunter Querschnitt aus Podolskis Karriere beim FC und der deutschen Nationalmannschaft.
Die Erinnerungen reichen von düsteren Anfangszeiten nach dem Abstieg bis zum Abschiedsspiel beim DFB. „2. Bundesliga, Spiel im Winter in Oberhausen. Ein Grad. Kein Spieler hat Form. Wer reißt das Spiel an sich und entscheidet es? Unser Poldi“, denkt ein Fan bis heute an den 11. März 2005 zurück, als der FC beim Schlusslicht 3:0 gewann, Podolski mit einem Tor und zwei Vorlagen an allen Treffern beteiligt war.
In einer anderen Einsendung heißt es wehmütig über den 22. März 2017: „Die Kirsche auf der Torte war für mich das letzte Länderspiel gegen England in Dortmund, und er macht das 1:0 … mit einem Fernschuss und 10-15 Tausend mitgereiste Kölner fackeln fast die Kurve ab.“
Doch es sind nicht nur sportliche Momente, die Kölner Fans mit Podolski verbinden, auch viele persönliche Geschichten spielen eine Rolle und werden sogar an folgende Generationen weitergetragen.
„Auswärtsspiel 2005 in Frankfurt, Deal mit meiner hochschwangeren Frau: Schießt Poldi ein Tor, heißt unser Kind Lukas, ansonsten Luca. Wer sich erinnert, gingen wir 3:6 baden und lagen zur Halbzeit bereits 1:4 zurück. Glücklicherweise bekamen wir in der 54. Minute einen Elfmeter und Poldi trat an und verwandelte sicher. So haben wir nun seit 20 Jahren unseren Sohn Lukas“, berichtet ein Kölner Anhänger.
Eine Geschichte aus dem Kreißsaal kann auch Leser Mathias Ziegler beisteuern: „Wir haben unseren Sohn noch im Kreißsaal nach der Geburt 2004 den Namen Lion Lukas gegeben. Ich bin FC-Fan und war von Podolski gleich angetan. Wer nicht. Da ich aber nicht wusste, wie man Lukas richtig schreibt, da es ja verschiedene Varianten gibt, musste ich noch im Kreißsaal zu Hause anrufen und meine Tochter bitten, sie solle auf der Autogrammkarte nachschauen, wie es richtig geschrieben wird. Als das dann auch klar war, trug ich den Namen in das Geburtsformular ein: Lion Lukas.“

Copyright: Herbert Bucco
Sarah Reuter 2014 mit Jonas Hector und Lukas Podolski bei einem Meet & Greet.
Sarah Reuter schickte ein Foto mit Poldi und schrieb: „Im Juni 2014 habe ich hier das Meet & Greet gewonnen mit Lukas Podolski. Fünf Jahre später auf seinem Geburtstag kam dann auch unser kleiner Prinz Poldi. So bleiben wir der kölschen Ikone immer verbunden.“ EXPRESS hatte das Treffen mit Podolski und Jonas Hector damals bei einem Gewinnspiel verlost.
Weitere Poldi-Einsendungen:
- „Als der FC damals in Aue aufgestiegen ist, kam Poldi zum Geißbockheim und wurde auf Händen getragen. Gänsehaut pur!“
- „25 Jahre Mobilfunk gemacht, Südkurven-Cup mit der Ansage ,keiner fragt Poldi nach einem Foto‘! Er kommt mir entgegen, ich frage nach einem Foto, halte mein Handy hin, er: Du musst die Kamera drehen, sonst sehen wir uns nicht. Wurde ein sehr cooles Foto.“
- „Auswärtsspiel gegen Rot Weiss Essen in der Zweiten Liga am 22.10.2004. Essen führt. Benscheider verursacht einen Elfmeter und kriegt ’ne rote Karte. Köln spielt in der zweiten Halbzeit auf die Kölner Fans zu. In der 88. Minute gibt es Elfer für uns. Poldi tritt an und verwandelt sicher. Dann läuft die Nachspielzeit und Schindzielorz’ langer Ball findet Poldi im Strafraum. Der stoppt den Ball technisch sauber und drischt ihn aus 13 Metern ins Tor... und in die Herzen der mitgereisten Fans. Beim Jubeln flog mein Handy in hohem Bogen auf die Tribüne und ging kaputt. Auch wenn es nur ein Unentschieden war, fühlte es sich wie ein Sieg an. Es gibt haufenweise andere Szenen und Tore, aber das Spiel hat einen festen Platz tief in meinem FC-Herzen.“
- „Bei mir gibt es drei überragende Polidi-Momente: Den ersten durfte ich mit acht Freunden, die ich zu meinem 40. Geburtstag ins Stadion am 31.01.2004 eingeladen hatte, erleben. Wir haben den Treffer von Poldi unter die Latte zum 1:0-Sieg gegen unseren Erzfeind MG live erleben dürfen, der dann ja noch zum Tor des Jahres wurde. Dann war ich im Oktober 2010 beim Training am Geißbockheim und ich konnte ein Foto von meinem Sohn Mike, gerade 8 Jahre alt, mit Poldi machen. Und dann der Aufstieg im Mai 2017 mit Europapokal-Qualifikation und mein Sohn Mike und ich vor Poldis Loge. Poldi hat den Weg meines Sohnes von Geburt bis heute begleitet. Mein Sohn ist inzwischen glühender FC-Anhänger und schaut jedes Spiel live.“
Sogar ein Arsenal-Fan meldete sich bei EXPRESS.de und schrieb: „Ich habe ihn bei Arsenal geliebt. Immer wenn die Spieler aus dem Tunnel rauskamen, war er der einzige der richtig in die Kamera gelacht hat, während die anderen ernst schauten. Er hat schnell die Rivalität zwischen uns und Tottenham gelernt. Klar, für euch wird er immer der kölsche Jung sein, für uns ist und bleibt er eine Arsenal-Legende.“

