Trainer, Finanzen, Zukunftspläne 1. FC Köln vor den Wochen der Wahrheit

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Auf Stürmer Sebastian Andersson, den FC-Coach Markus Gisdol hier am 12.3.2021 im Training begrüßt, setzt der 1. FC Köln große Hoffnungen.

Köln – Das Wochenende vor der Länderspielpause war ein heftiger Schlag ins Kontor für den 1. FC Köln. Erst der Last-Minute-Ausgleich durch Erling Haaland beim 2:2 gegen Borussia Dortmund, dann folgten am Sonntag die Siege der Konkurrenz und damit das Abrutschen auf den Relegationsplatz.

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Keine Frage: Neben Arminia Bielefeld war der 1. FC Köln im Tabellenkeller der große Verlierer und ging dann doch mit trüben Gedanken in die Länderspielpause. Doch die müssen spätestens ab Montag (29. März) weggewischt sein. Denn nun geht der FC in die Wochen der Wahrheit. Sportlich, aber auch auf einigen anderen Ebenen.

Noch acht Spiele sind zu spielen und zum ersten Mal seit dem 18. Spieltag stürzte der 1. FC Köln am Sonntag (21. März) zurück auf den Relegationsplatz. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Nun schrillen alle Alarmglocken. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison war die Mannschaft zum gleichen Zeitpunkt Zehnter und im Grunde bereits aller Abstiegssorgen ledig. Trainer Markus Gisdol (51) saß bombenfest im Sattel, Sportchef Horst Heldt (51) verlängerte seinen Vertrag bis 2023. Auch finanziell war man da noch anders aufgestellt. Nun geht es in den kommenden Wochen sprichwörtlich um alles.

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Rafael Czichos: „Gegen Mainz ist ein Sechs-Punkte-Spiel“

Sportlich: Die Konstellation ist klar: Der FC muss zumindest Schalke 04 und Bielefeld hinter sich lassen, um über die Relegation die Liga halten zu können. Bei den Spielen gegen die direkten Konkurrenten Mainz 05 (Sonntag, 11. April) und in Berlin (Samstag, 15. Mai) hat der FC die Gelegenheit, Boden gut zu machen. „Das sind Sechs-Punkte-Spiele“, weiß Abwehr-Chef Rafael Czichos (30). „Aber wir müssen auch den ein oder anderen Punkt mitnehmen, wo niemand damit rechnet.“ Gerade das Heimspiel gegen Mainz muss gewonnen werden, die anderen Gegner in den nächsten vier Spielen heißen Wolfsburg, Leipzig und Leverkusen.

1. FC Köln: Wie steht es um Andersson, Kainz und Bornauw?

Kader: Sehnsüchtig warten Verantwortliche, Spieler und Fans, dass zentrale Stützen der Mannschaft wieder eine Option werden. Florian Kainz (28) testete schon bei der U21, zeigte sich auch im internen Trainingsspiel gut in Form, könnte schon in Wolfsburg erstmals auf der Bank Platz nehmen. Wichtig aber dürfte er vor allen Dingen werden, wenn gegen Mainz auch offensive Lösungen gefragt sind.

Sebastian Andersson (29) stand beim Probelauf im Rhein-Energie-Stadion 25 Minuten auf dem Feld. Die große Unbekannte: Hält sein Knie den Belastungen stand? Auch er soll spätestens gegen Mainz zur Verfügung stehen. Czichos: „Es tut schon gut, wenn da vorne einer ist, der die Bälle verarbeiten, verteidigen und weiterleiten kann.“ Dritter Rekonvaleszent ist Sebastiaan Bornauw (22). Auch für ihn könnte Wolfsburg zu früh kommen, auch er hofft noch, gegen Mainz 05 auf dem Platz stehen zu können.

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Florian Kainz (r.) setzt sich im internen Testspiel des 1. FC Köln am 25. März 2021 gegen Max Meyer durch.

Trainerfrage: Das Remis gegen Borussia Dortmund hat Coach Markus Gisdol noch einmal eine Galgenfrist besorgt. Auffällig aber: Offensive Bekenntnisse zum Trainer bleiben aus Spielerkreisen aus. Stattdessen wird zwischen den Zeilen kritisiert, beispielsweise dass Gisdol zu sehr nach Tagesform aufstelle und das Team gerade defensiv zu oft durcheinander wirbelt.

Dass im Sommer ohnehin Schluss mit dem Coach ist, soll intern klar sein. Aber es könnte ihn jetzt in jedem Spiel erwischen – wohl bis auf das Wolfsburg-Spiel. Denn dort ist der FC krasser Außenseiter. Nur ein desolater Auftritt könnte die Verantwortlichen dort ins Grübeln bringen. Gegen Mainz ist aber ein Sieg Pflicht.

1. FC Köln legt die Corona-Zahlen auf den Tisch

Finanzen: Corona hat tiefe Löcher in die Kassen des 1. FC Köln gerissen. Wie tief, weiß man derzeit noch nicht, denn weil bislang noch keine Mitgliederversammlung stattgefunden hat, ist weder der Abschluss der KGaA-Zahlen bislang öffentlich erläutert, noch ein Ausblick auf die laufende Spielzeit gegeben worden. Das soll sich aber bald ändern.

Weil die Mitgliederversammlung coronabedingt erst im Juni stattfinden kann, will man in den nächsten Tagen die Zahlen der Öffentlichkeit präsentieren. Wichtig dafür war der Gehaltsverzicht der Profis, der zumindest zum Teil die wegbrechenden Zuschauer-Einnahmen und Merchandising-Erlöse aufgefangen hat.

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Wie sieht ihre Zukunft aus? Die FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle und Horst Heldt, hier am 6.3.2021 im Franz-Kremer-Stadion des 1. FC Köln.

Zukunft: Dann dürfte auch klar sein, wie klein die Brötchen sind, die der FC in Zukunft backen muss. Die Planungen für die neue Spielzeit sind schon im Gange, obwohl noch länger nicht klar sein wird, in welcher Liga die stattfindet – und mit welchem Personal. So steht offenbar nicht nur der Trainer zur Disposition, laut Geissblog steht auch noch nicht fest, ob man mit Sportchef Horst Heldt in die neue Spielzeit geht.

Die Kritik am schlecht zusammengestellten Kader wird selbst aus Spielerkreisen immer lauter. Zudem gibt es immer wieder Gerüchte um ein mögliches Interesse des VfB Stuttgart und der DFL an Finanzchef Alexander Wehrle, sowie von Schalke 04 an Heldt. Es bleibt spannend, wer den FC in die Zukunft führt.

Ab diesem Montag biegt die Liga in ihre finale Phase. Es werden wichtige Wochen für den 1. FC Köln. Sportliche Siege sind wichtig, aber nicht alles. Wegweisende Entscheidungen stehen auch auf anderen Feldern bevor. Es wird spannend, wo die FC-Reise hingeht.

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