Der 1. FC Köln kam in Heidenheim zu einem 2:2-Unentschieden. Lukas Kwasniok warf dabei Jahmai Simpson-Pusey ins kalte Wasser, obwohl der nicht mal eine komplette Woche mit dem Team trainiert hat.
Kwasniok-WagnisFC-„Überraschungsei“ war „richtige Entscheidung“

Copyright: IMAGO/kolbert-press
Lukas Kwasniok klatscht mit Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey nach dessen Debüt für den 1. FC Köln ab.
Autoren
Aktualisiert
Er war neben Youngster Fynn Schenten die große Überraschung beim 1. FC Köln auf dem Spielberichtsbogen für die Partie in Heidenheim: Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey stand nach gerade einmal drei Trainingseinheiten mit seinen neuen Teamkollegen sofort in der Startelf.
Statt auf Cenk Özkacar zu setzen, der als Linksfuß sogar besser ins Profil gepasst hätte, warf Lukas Kwasniok das City-Juwel sofort ins kalte Bundesliga-Wasser. „Ich habe versucht alles abzuwägen, ob Cenk oder eben Jahmai. Ich glaube, es war im Nachhinein die richtige Entscheidung“, sagt Kwasniok über seine Wahl.
Kwasniok ging mit Simpson-Pusey Wagnis ein
Eine Entscheidung, die er nach Schlusspfiff nicht bereut hat. „Jahmai hat uns ganz viel Freude bereitet. Das war wirklich ein Überraschungsei. Das war ein langes Hin und Her, eine kurze Nacht mit dem Trainerteam“, sagte der Trainer.
Dabei war die Nominierung ein absolutes Wagnis. Simpson-Pusey hat bei seinem vorigen Leih-Klub Celtic Glasgow fast nie gespielt, kam also quasi ohne Rhythmus nach Köln und musste gleich in einem wegweisenden Spiel für den FC performen.
„Er hat natürlich ein halbes Jahr keinen Fußball gespielt, bis auf ein einziges Spiel als Rechtsverteidiger bei Celtic. Er hatte mit uns drei Einheiten, kennt die Hälfte der Mannschaft nicht und kann kein Deutsch. Und dann mit nicht mal 20 Jahren hier so aufzuspielen, das ist schon à la bonne heure“, zog Kwasniok seinen Hut.
In der Tat stellte Simpson-Pusey vor allem im Spiel mit dem Ball seine Qualitäten unter Beweis. Der junge Verteidiger scheute sich nicht, den Spielaufbau zu übernehmen und auch das eine oder andere Mal einen gewagten Vertikal-Pass zu spielen.
Technisch sah das alles schon sehr sauber aus, vorne hätte er um ein Haar sogar sein erstes Bundesliga-Tor beim Debüt gefeiert, in der Abstimmung mit seinen Nebenleuten und gewissen Abläufen kann nach so wenigen Tagen naturgemäß aber noch nicht alles sitzen. So konnte der Engländer die Flanke vor dem 0:1 nicht verhindern, weil er zu weit weg stand und beim 1:2 stolperte er den Ball unglücklich über die eigene Linie – wenngleich das Tor auf keinen Fall auf seine Kappe geht.
„Er hat es ganz schnell sehr gut gemacht und unser Spiel adaptiert. Wir können uns auf den Jungen freuen. Man hat gesehen, dass er Lösungen mit Ball hat und sich etwas zutraut“, bewertete Kapitän Marvin Schwäbe die Leistung seines Vordermanns.
Kwasniok schlug in die gleiche Kerbe, ergänzte noch: „Er hat sein Potenzial gezeigt, aber es war jetzt auch nur ein Spiel. Ich hoffe einfach, dass es der Beginn einer guten Reise für ihn hier beim 1. FC Köln sein kann.“
Angesichts der Abwehr-Not, gegen die Bayern fällt nun auch noch Eric Martel mit der 5. Gelben Karte aus, fahndet Thomas Kessler aber noch nach einem weiteren Verteidiger. Sebastiaan Bornauw steht dabei ganz oben auf der Wunschliste. Sein aktueller Klub Leeds United stellt sich aktuell quer, will erst einmal Ersatz für den Belgier holen.
Daher muss der FC weiter warten, bis der erste Dominostein fällt. Bis zum Spiel gegen die Bayern ist die Zeit für einen Neuen definitiv zu knapp. Da darf Simpson-Pusey ganz sicher seine zweite Duftmarke setzen.

