Einen Punkt gewonnen, einen weiteren Verteidiger verloren: Die Bilanz des 1. FC Köln für das Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim fällt arg durchwachsen aus.
Abwehr-Not immer größerNächster Ausfall beim FC – Zeit für Transfer zu knapp
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Die Lage in der Abwehr des 1. FC Köln wird immer dramatischer. Nach dem 2:2-Unentschieden gegen den Abstiegskandidaten Heidenheim bricht Lukas Kwansiok der nächste Verteidiger weg.
Denn der in der Not bereits nach hinten beorderte Eric Martel sah an der Brenz nach einem Foul an Gegenspieler Niklas Dorsch in der 21. Minute die fünfte Gelbe Karte der Saison. Damit fehlt der Abwehrchef und Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1 beim Heimspiel gegen die Bayern am Mittwoch (20.30 Uhr, Sky und im Liveticker auf EXPRESS.de).
Zahlreiche Verteidiger fehlen dem FC schon
Martel ist nach Luca Kilian und Timo Hübers (beide langzeitverletzt), Rav van den Berg (noch ein Spiel gesperrt), Joel Schmied (Sehnenverletzung im Oberschenkel) und Dominique Heintz bereits der sechste Verteidiger, der für das Spiel in der englischen Woche ausfällt.
„Eric ist, egal in welchem Spiel, ein Faktor, den wir brauchen. Deswegen ist es egal, gegen welchen Gegner. Es tut dann definitiv weh, aber wir versuchen das natürlich aufzufangen“, sagte Torhüter Marvin Schwäbe (30) nach dem Spiel.
Routinier Heintz hatte sich im vorletzten Training im Spanien-Camp erneut einen kleinen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. In einer der letzten Aktionen der Einheit fuhr es dem Verteidiger erneut rein.
Ein kurzfristig anberaumter MRT-Termin in der Kölner Mediapark-Klinik ergab am Freitagabend die erneute Verletzung. Bereits die beiden Spiele gegen Leverkusen und St. Pauli hatte der Linksfuß mit der gleichen Blessur verpasst, es droht eine Pause bis Monatsende. Und jetzt?
„Wir haben noch nicht einmal gejammert. Wir sind froh, dass die Jungs diese Bereitschaft an den Tag legen, sich immer wieder neu zu erfinden. Und wenn man sieht, was ein Sebulonsen heute mit dem 20-jährigen Jahmai veranstaltet hat, dann ist das schon einfach auch gut“, bemühte sich Kwasniok um einen optimistischen Blick auf die Abwehr-Not.
Er muss gegen die Über-Bayern aber noch mehr improvisieren als ohnehin schon. Völlig verrückt: Nun muss er fast schon auf einen Profi zurückgreifen, den er gegen Heidenheim eigentlich gerade erst rasiert hat: Cenk Özkacar.
Statt auf den Türken zu setzen, vertraute der FC-Coach mit Martel und Sebulonsen zwei positionsfremden Spielern und mit Simpson-Pusey einem Profi, der erst wenige Tage da ist und noch keinerlei Bindung zur Mannschaft hat.
Eine endgültige Ansage an Özkacar. Daran würde auch ein unverhoffter Einsatz gegen die Bayern wohl nicht mehr ändern. Der ist aber auch nicht in Stein gemeißelt. Gut möglich, dass Kwasniok am Mittwoch noch verrücktere Ideen als ohnehin schon hat.
So könnte er beispielsweise mit Sebulonsen, Krauß und Simpson-Pusey spielen lassen. So oder so: Der FC sollte am besten nach einer schnellen Lösung für den Verteidiger suchen. Unter diesen Bedingungen macht eine Weiterbeschäftigung bis zum Sommer keinen Sinn mehr.
Für einen potenziellen Neuzugang, nach dem Sportdirektor Thomas Kessler fieberhaft fahndet (eine Rückkehr von Sebastiaan Bornauw steht auf der Liste ganz oben) ist die Zeit bis Mittwoch wohl zu knapp. Gegen die Bayern dürfte zunächst Kwasnioks Improvisationstalent gefragt sein.

