Abstiegskampf pur am Millerntor! Der 1. FC Köln musste am Freitagabend beim FC St. Pauli bestehen. Es wurde am Ende mit viel Glück ein wertvoller Punkt beim 1:1.
Gruselig, aber spannendFC pustet nach Krimi am Millerntor kräftig durch
Aktualisiert:
Um 22.32 Uhr war Schluss, als Schiedsrichter Matthias Möllenbeck in seine Flöte pustete. Im Hamburger Nachthimmel war zeitgleich ein gigantisches Feuerwerk zu sehen. Das wurde aber nicht vor lauter Begeisterung über das Spiel abgefackelt, gehörte zu einem anderen Event.
Im Stadion am Millerntor wurde zuvor eher grässliche Fußballkost geboten. Für einige Fans sogar gruseliger als ein Besuch auf der Geisterbahn auf dem Hamburger Dom, der großen Frühlingskirmes neben dem Stadion.
1. FC Köln: Ragnar Ache verletzt vom Platz
Aber im Abstiegskampf war es wenigstens schön spannend! Am Ende stand eine Punkteteilung, die dem 1. FC Köln mehr hilft als dem gastgebenden FC St. Pauli. Der FC kletterte nach dem 1:1 zumindest für eine Nacht auf Platz 12 mit 31 Punkten. Pauli bleibt mit 26 Zählern auf Rang 16.
Kölns Sportchef Thomas Kessler sagte bei Sky: „Wir haben nicht immer die richtigen Entscheidungen am Ball getroffen. Es war ein spannendes Spiel und für uns ist es natürlich gut, zumindest einen Punkt geholt zu haben. Wir haben den Abstand auf Pauli gehalten. Mehr wäre aufgrund des Spielverlaufs für uns auch nicht verdient gewesen.“
Köln fiel zunächst nicht viel ein. Von draußen zeigte Trainer René Wagner an, dass man die Ruhe bewahren und den Ball länger in den eigenen Reihen halten sollte. Doch das gelang nicht. So kam Pauli zu mehreren vielversprechenden Chancen.
Nach gut 33 Minuten rettete Schwäbe mit einer sensationellen Fußabwehr gegen Andreas Hountondji. Die Gastgeber hätten da eigentlich in Führung gehen müssen. Der FC hatte zuvor noch eine zaghafte Chance durch Said El Mala. Ein Schussversuch von Jan Thielmann landete im Seitenaus – bezeichnend für den Harmlos-Auftritt des FC in der ersten Hälfte. Mit Glück ging es torlos in die Pause.
Zur zweiten Halbzeit brachte FC-Coach Wagner Linton Maina für Thielmann. Wenig später musste ein Zwangswechsel folgen, denn Ragnar Ache verletzte sich bei einem Antritt bei einem vielversprechenden Konter. Das sah nicht gut aus: Muskelverletzung am Oberschenkel.
Für Ache kam Marius Bülter rein. Und der hatte wenig später gleich einen großen Auftritt. Zunächst traf El Mala die Latte – endlich mal ein Lebenszeichen der Kölner (55.). Dann musste Bülter nach einem Kopfball von Ando auf der Linie retten. Der FC äußerst anfällig.
In der 69. Minute landete der Ball nach einer Pauli-Ecke am zweiten Pfosten bei Hauke Wahl, der per Kopf in die Mitte zu Karol Mets spielte. Völlig frei traf der Verteidiger zur Führung. Köln musste sich schütteln. Für den blassen Castro-Montes kam Kristoffer Lund.
Der FC versuchte sich hineinzubeißen: El Mala wurde an der seitlichen Strafraumgrenze gefoult, doch den fälligen Freistoß verzog Kaminski. Da hätte man mehr draus machen können. Wagner brachte Felipe Chavez und Luca Waldschmidt (für Johannesson und Sebulonsen) für die Schlussoffensive.
In der 84. Minute wurde Kaminski von Mets im Strafraum gefoult. Nach VAR-Check gab Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck (Freiburg) den Strafstoß nach diesem unnötigen Einsteigen – Kamsinski war schon an der Grundlinie, als Mets seinen linken Fuß per Grätsche einklemmte.
Zunächst nahm El Mala sich den Ball, er übergab aber an Waldschmidt. Der Routinier schob den Ball dann eiskalt zum 1:1 in die Maschen (86.)! Puuuh, FC! Was für ein wichtiger Treffer im Abstiegskampf. Danach wurde er ruppig, es kam zur Rudelbildung mit Verwarnungen für El Mala und Mathias Pereira Lage.
Es gab acht Minuten Nachspielzeit. Der FC drängte auf den Siegtreffer, Özkacar hatte nach einer Ecke noch eine gute Kopfball-Chance, doch er brachte die Kugel nicht aufs Tor. So blieb es beim 1:1.
Bei der Aufstellung vertraute der neue Köln-Trainer Wagner fast allen Profis, die in der Vorwoche 3:1 gegen Werder Bremen gewonnen hatten. Es gibt nur eine Änderung in der Startformation: Für Kristoffer Lund rückte der Belgier Alessio Castro-Montes auf die linke Seite der Abwehr.
So startet der FC auf St. Pauli: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Özkacar, Castro-Montes – Martel, Johannesson – Thielmann, Kaminski, El Mala – Ache. Drei Spieler durften nicht mit nach Hamburg: Dominique Heintz, Florian Kainz und Denis Huseinbasic stehen nicht im Kader.


