„Müssen wir uns so beleidigen lassen?“Nach FC-Bannern: Polizei-Gewerkschaft meldet sich zu Wort

Ein Polizist im Rhein-Energie-Stadion beobachtet die Fans auf den Tribünen.

Die Polizei, wie hier am 22. Oktober 2023 im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, ist regelmäßiger Gast im Rhein-Energie-Stadion. 

Nach den Vorfällen in Bochum und den anschließenden Anti-Polizei-Bannern der Köln-Fans beim Spiel gegen Bayern München hat sich jetzt die Gewerkschaft der Polizei zu Wort gemeldet.

Die Konflikte zwischen Fußball-Fans und der Polizei sind mit den Vorkommnissen in Frankfurt, Bochum und Stuttgart in den vergangenen Wochen massiv in den Fokus gerückt. In den Stadien der Bundesliga kam es mehrfach zu Zwischenfällen mit verletzten Personen. 

So auch vor dem 11. Spieltag des 1. FC Köln beim VfL Bochum. Rückblick: Während des Einlasses am Ruhrstadion kam es zu einer Polizeimaßnahme mit Schlagstöcken und Pfefferspray, nach der einige FC-Fans aus Protest die Heimreise antraten. Die Kölner Fanhilfe verurteilte den „unverhältnismäßigen Einsatz der Bochumer Polizei“ anschließend bei X (vormals Twitter). 

Polizei: „Fernsehkameras trugen das Bild hinaus ins Land“

Bei der 0:1-Heimspielniederlage gegen den FC Bayern München (24. November 2023) machte die Kölner Südkurve ihrem Ärger dann Luft. Unter anderem war auf den Bannern der FC-Fans zu lesen: „Knüppel und Pfeffer machen aus ner F*** keinen Freund und Helfer“ oder „All Cops are Bastards“.

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Wegen dieser Aussagen hat sich jetzt die Gewerkschaft der Polizei gemeldet und richtet sich mit seinen Worten direkt an den Verein. Die GdP schreibt: „Werter 1. FC Köln, wir haben da Fragen… Beim Spiel gegen den FC Bayern prangte das auf dem Foto zu sehende Transparent bei Euch in der Kurve. Ordner schritten nicht ein. Fernsehkameras trugen das Bild hinaus ins Land.“ 

Anschließend zählt die Gewerkschaft folgende Fragen auf:

  • Wie passt so ein Transparent zu den Werten des 1. FC Köln?
  • Werden wir solche Transparente künftig öfter bei Euch sehen?
  • Ihr wisst schon, dass bei Heimspielen in Köln teilweise mehr als 1000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sind, um die Sicherheit zu gewährleisten? 
  • Was sagt Ihr unseren Kolleginnen + Kollegen, die sich bei Stadioneinsätzen die Wochenenden um die Ohren schlagen – und sich dafür so beleidigen lassen müssen..?

Hier den Post der Polizei-Gewerkschaft auf Facebook sehen:

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Die Fronten zwischen Fans und Polizei scheinen verhärteter denn je, doch der Verein könnte als Vermittler in Erscheinung treten. Der geschäftsführende Landesvorstand der GdP zeigt sich immerhin gesprächsbereit, doch auf den ersten Blick geht es der Polizei dabei nur um die diffamierenden Banner und nicht um die Aufarbeitung der Vorkommnisse in Bochum.

Facebook-Userin: „Einfach nur unfassbar und widerwärtig“

Die Userinnen und User auf Facebook sind sich uneinig bei dem Thema. Ein Nutzer kommentiert unter dem Beitrag der Polizei-Gewerkschaft: „So wie sich die Polizei die letzten Wochen aufführt, ist die Wut verständlich. Dazu verliert man teilweise, mitten in Europa, seine Menschenrechte, wenn man als normaler Fan auswärts unterwegs ist.“

Eine andere Userin solidarisiert sich mit der Polizei und hat eine klare Meinung zu den Bannern im Rhein-Energie-Stadion: „Ist mir gleich während des Spiels aufgefallen, einfach nur unfassbar und widerwärtig.“

Um die angespannte Situation zu entschärfen, wäre wohl ein Gespräch mit allen Parteien am sinnvollsten. Zunächst wird sich jedoch zeigen, ob der 1. FC Köln das Angebot der Polizei-Gewerkschaft annimmt und die gestellten Fragen beantworten wird.