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„Dann ist Holland in Not“ FC-Retter Funkel: Mein Rat an die Bosse und Baumgart

Friedhelm Funkel spricht mit Jonas Hector.

Damals war er Trainer des 1. FC Köln: Friedhelm Funkel am 5. Mai 2021 mit Kapitän Jonas Hector.

Der 1. FC Köln überwintert in der Bundesliga mit 17 Punkten. Ex-Trainer Friedhelm Funkel bewertet die Situation und rät den Verantwortlichen, in der WM-Pause tätig zu werden.

Völlig erschöpft hat die Mannschaft des 1. FC Köln die Winterpause der Bundesliga erreicht. Nach zahlreichen anstrengenden englischen Wochen in Serie freuen sich alle auf ein wenig Erholung. Erst am 21. Januar 2023 geht es gegen Werder Bremen weiter.

In der Tabelle beträgt der Vorsprung bis zum Relegationsplatz nur noch drei Punkte. Chefcoach Steffen Baumgart (50) hat den Abstiegskampf ausgerufen. EXPRESS.de sprach mit Friedhelm Funkel (68). Die Trainer-Legende rettete den FC 2021 in der Relegation. Wie schätzt er die Situation ein und was rät er den Vereins-Bossen?

Friedhelm Funkel: 1. FC Köln steckt im Negativstrudel

Kaum ein Team freut sich wohl so über die WM-Pause wie der FC…

Friedhelm Funkel: Die Pause kommt absolut zum richtigen Zeitpunkt. Der Tank war total leer. Die Jungs brauchen dringend Urlaub, den haben sie sich auch wirklich verdient. Ab Anfang Januar beginnt dann wieder eine konzentrierte Vorbereitung, hoffentlich dann auch wieder mit Mark Uth und Dejan Ljubicic, die doch zuletzt sehr gefehlt haben.

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Wie bewerten Sie die vergangenen Wochen?

Friedhelm Funkel: Richtig schlecht hat die Mannschaft nie gespielt. Irgendwann kam das Team aber in einen Negativstrudel rein. Sie haben nur zwei der vergangenen elf Spiele gewonnen. Dann wird man im Kopf auch eher müde, als wenn man auf einer Erfolgswelle reitet. Die vergebene Chance von Sargis Adamyan war bezeichnend. Wenn man die Seuche hat, will gar nichts mehr funktionieren. Man merkte den Spielern die hohe Belastung der Hinrunde deutlich an. Einige von ihnen haben vor kurzem noch in der vierten Liga gespielt. Und jetzt mussten sie plötzlich alle drei Tage ran.

Wo hakt es am meisten?

Friedhelm Funkel: Vorne ist niemand, der die Chancen verwertet. Das Problem war bekannt, nur 21 geschossene Tore verdeutlichen das. Der FC konnte Anthony Modeste nicht ersetzen. Nur mit Steffen Tigges und Florian Dietz, der sich dann auch noch schwer verletzt hat, in die Saison zu gehen, war schon sehr riskant.

Was sollten die Verantwortlichen tun?

Friedhelm Funkel: Wenn die Möglichkeit besteht, würde ich auf jeden Fall nachlegen. Sowohl Tigges als auch Adamyan sind noch nicht richtig in der Bundesliga angekommen, haben vorher nur wenig Einsätze gehabt. Tigges macht das ordentlich, wird aber nicht auf zehn, zwölf Saisontore kommen. Sollte noch einer von ihnen ausfallen, dann wird es dramatisch, dann ist Holland in Not. Ich habe es selbst erlebt, als wir gegen Leipzig mit Duda und Hector in der Offensive spielen mussten. Ich denke, dass die Verantwortlichen Augen und Ohren offenhalten werden.

Sargis Adamyan ärgert sich nach vergebener Großchance aus Nahdistanz.

Sargis Adamyan verzweifelt nach seiner vergebenen Riesenchance in Berlin am 12. November 2022.

Wie sieht das Stürmer-Profil für den FC aus?

Friedhelm Funkel: Der FC-Spielstil ist auf Flanken ausgelegt. Davon hat in der Vorsaison Anthony Modeste profitiert. In Dortmund wird anders gespielt, deshalb kommt er da nicht zurecht. Die spielen mehr den Ball in den Fuß, starten schnell in die Räume, da hat er es schwer. In Köln kommen jedoch von Kainz, Hector, Schmitz pausenlos die Flanken.

Das schränkt die Suche schon ziemlich ein.

Friedhelm Funkel: Das ist nicht einfach. Viele zuletzt gehandelte Angreifer haben zwar ihre Qualitäten, aber der FC braucht explizit einen großen, kopfballstarken Spieler. Das macht die Suche komplizierter. Zudem sollte er charakterlich passen. In der Kölner Mannschaft herrscht ein toller Zusammenhalt, da ist Teamgeist. Fehlende individuelle Klasse wird durch das Kollektiv aufgefangen. Diese Stärke, diese Gemeinschaft, sollte nicht durch Spieler gefährdet werden, die vielleicht eher an sich als ans Team denken.

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Wie lautet Ihre Prognose für das neue Jahr?

Friedhelm Funkel: Für den FC ist das Bremen-Spiel ganz, ganz wichtig. Da müssen sie den Negativtrend beenden. Vor eigenem Publikum sollte dann schon ein Sieg her, um nicht noch tiefer unten reinzurutschen. Ich bin da optimistisch, dass sie das hinbekommen. Es wird aber enger als in der Vorsaison. Jetzt können sich alle nur noch auf die 19 restlichen Bundesliga-Spiele konzentrieren. Das wird wichtig, denn das Wohl und Wehe des Vereins hängt vom Klassenerhalt ab.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Friedhelm Funkel: Thomas Letsch hat den VfL Bochum schnell stabilisiert. Das Lebenszeichen, in Augsburg zu siegen, war bemerkenswert. Auch für die ist der erste Spieltag nach der Pause wichtig. Sie können durch einen Sieg gegen Hertha an ihnen vorbeiziehen. Augsburg spielt in Dortmund, auch die kann der VfL mit einem Sieg überholen. Trotzdem wird die Mannschaft bis zuletzt um den Klassenerhalt spielen.

Was ist mit den anderen Teams?

Friedhelm Funkel: Der Abstiegskampf fängt ab Platz 13, ab dem FC an. Leverkusen hat sich gefangen und wird die notwendigen Siege holen. Für Schalke wird es sehr schwer. Auch wenn Thomas Reis das Team stabilisiert hat, schießen sie zu wenig Tore. Zudem spielen sie nach der Pause gegen Frankfurt und Leipzig. Dann kann zum Hinrunden-Ende die Konkurrenz schon enteilt sein.

Ihr Tipp: Bleibt der FC drin?

Friedhelm Funkel: Die Mentalität ist da, Steffen Baumgart hat die Mannschaft gut im Griff. Von den sechs Teams, die um den Klassenerhalt kämpfen, ist der FC für mich definitiv das Team, dass in der Liga bleibt.

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