Beim 1. FC Köln ist die Lage angespannt. Im Saisonfinale steht knallharter Abstiegskampf bevor. Zuletzt wurde über ein Ultimatum für Trainer Lukas Kwasniok spekuliert. Der Trainer reagiert auf die Gerüchte und ist voller Überzeugung.
„Weiß, wo Büros sind“In diesem Fall würde Kwasniok beim FC freiwillig gehen
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Packt Lukas Kwasniok (44) mit seiner Mannschaft die Trendwende? Nach zuletzt nur zwei Siegen aus 15 Spielen rutschte der 1. FC Köln tief in die Abstiegsregion. Am Samstag (7. März 2026, 18.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) kommt der Tabellenzweite Borussia Dortmund ins Rhein-Energie-Stadion.
Ist das schon eins von Kwasnioks Endspielen? Unter der Woche gab es Gerüchte um ein Ultimatum. Demnach müsse Kwasniok aus den kommenden drei Spielen gegen den BVB, beim Hamburger SV (14. März) und gegen Mönchengladbach (21. März) mindestens vier Punkte holen, wenn er seinen Job behalten will. Danach kommt dann eine Länderspielpause, bevor es am 5. April bei Eintracht Frankfurt weitergeht. Ein neuer Trainer hätte davor zumindest ein paar Tage Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten.
Köln-Trainer Lukas Kwasniok dementiert Ultimatum
Kwasniok stellte am Donnerstag auf der Pressekonferenz klar, dass es ein solches Ultimatum nicht gibt: „Wir haben noch nie über die nächsten drei Spiele gesprochen, seitdem ich da bin. Wir sprechen immer nur über das nächste Spiel.“
Der Coach liest nicht viel in den Medien oder sozialen Netzwerken, aber die Stimmung in Köln hat er natürlich mitbekommen: „Man entwickelt ja schon ein Gefühl für die Situation. Das war in Paderborn oder Saarbrücken oder in Jena nicht anders. Man glaubt immer, das ist nur in Köln so, wenn man Spiele nicht gewinnt, dass es dann Diskussionen gibt. Das kannst du dir schon denken. Hier sind sie dann wahrscheinlich ein bisschen heftiger, aber das geht an mir vorbei.“
Sportchef Thomas Kessler hat mit Kwasniok gesprochen, der Trainer auch mit der Mannschaft nach dem Spiel in Augsburg. Das sei „das Normalste der Welt“. Nach dem Spiel gegen Augsburg war keiner zufrieden, „aber wir hatten schnell wieder den Fokus auf das Spiel gegen Dortmund“, so Kwasniok.
Der Coach blendet viel aus, bleibt fokussiert und will die Dinge beeinflussen, die er beeinflussen kann. „Die Situation ist ganz normal. Wenn man längere Zeit nicht gewinnt, kommen andere Themen auf. Das ist nichts Außergewöhnliches. Mein Auftrag ist, dauerhaft mit den Jungs zu arbeiten und daran zu glauben, dass ich die Situation verändern kann“, so Kwasniok.
Der Trainer deutete dann sogar an, dass er, wenn er keinen Glauben mehr hätte und seine Mannschaft schlechten Fußball spielen würde, das Handtuch freiwillig werfen würde: „Wir sind in der Lage, zwei, drei, vier Spiele am Stück nicht zu verlieren. Das ist nicht dahergebabbelt, denn ich sehe, wie die Jungs täglich im Training arbeiten. Und wenn ich das Gefühl irgendwann nicht mehr habe, dann glaubt mir: Ich weiß, wo die Büros von den Verantwortlichen sind. Ich werde euch nicht damit plagen, dass die Mannschaft hier eine Grütze zusammenkickt. Solange ich die Überzeugung habe, muss man sich keine Gedanken machen. Weil die Mannschaft zu gut ist, um am Ende das Ziel nicht zu erreichen.“
Kwasnioks Sicht ist durchaus verständlich, doch die Aufgabe der Bosse ist es auch, wenn nötig, zu handeln. Unter der Woche beobachteten die Vizepräsidenten Ulf Sobek und Jörg Alvermann die Einheiten am Geißbockheim.
Kessler sagte zuletzt: „Wir reden intern nichts schön, weil am Ende Ergebnisse zählen. Das ist der Maßstab, an dem wir uns alle messen lassen müssen. Entsprechend konsequent analysieren wir unsere Spiele und leiten daraus unsere Entscheidungen ab.“ Heißt: Bei weiteren Niederlagen wird es eng für Kwasniok.


