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Ehemaliger FC-Profi Von der Bundesliga-Bühne ins Kölner Lotto-Büdchen

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Der Kölner Ex-Profi Matthias Hönerbach in seinem Lottogeschäft am Eigelstein.

  • Was der ehemalige FC-Profi über seine Profi-Laufbahn denkt
  • Wieso Hönerbach nicht mehr im Fußball-Geschäft tätig ist
  • Wie sein Alltag als Kioskbetreiber aussieht

Köln – Die ältere Generation der Fußball-Fans kennt Matthias Hönerbach (56) als bissigen Zweikämpfer im Trikot des 1. FC Köln, der jüngeren ist er vor allem als langjähriger Co-Trainer von Thomas Schaaf (57) bekannt. Heute hat der Ex-Profi dem Fußball-Geschäft den Rücken zugekehrt –und führt ein Lottogeschäft am Kölner Eigelstein.

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Matthias Hönerbach hat ein neues Leben begonnen

Es ist ein ruhiger, klarer Vormittag im März, die Sonne malt den langen Schatten der Eigelsteintorburg auf das Pflaster, vereinzelt schlendern Passanten umher. Matthias Hönerbach (56) lehnt in der Tür seines Lottogeschäfts und nippt an dem Pappbecherchen mit Espresso in seiner Hand. Er sieht zufrieden aus.

In Zusammenarbeit mit „Sporttotal.tv" präsentieren wir Ihnen hier die Highlights aus der Regionalliga in „Rheingemacht – Fußball von nebenan“:

221 Spiele absolvierte Matthias Hönerbach für den 1. FC Köln

Vor fünf Monaten hat der ehemalige Bundesliga-Profi das Geschäft übernommen. „Man muss ja sehen, dass man sein Leben weiter finanziert kriegt“, meint der ehemals kompromisslose Verteidiger des 1. FC Köln. Insgesamt 221 Spiele für den Effzeh in der 1. Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup stehen in Hönerbachs Vita.

„Mein Schwager hat vergangenes Jahr im Internet gesehen, dass das Geschäft am Eigelstein zu haben ist. Ich wollte auf jeden Fall selbstständig sein. Ich habe Kaufmann gelernt, aber einen Bürojob konnte ich mir nicht vorstellen. Dann habe ich ein paar Tage nachgedacht – und den Laden schließlich übernommen.“

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Fünf Tage in der Woche steht Matthias Hönerbach im Laden

Fünf Tage in der Woche steht Hönerbach selbst hinter der Kasse. „Der Job macht riesigen Spaß, man kommt jeden Tag mit Menschen in Kontakt. Und das Viertel hier ist fußballverrückt, da kann man immer ein Schwätzchen halten.“

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Mehrere Tage in der Woche steht Matthias Hönerbach selbst hinter der Kasse seines Lotto-Geschäfts am Kölner Eigelstein.

Mit seinem Namen wolle er aber nicht hausieren gehen, sagt er. „Man ist als Ex-Fußballer ja nichts Besseres als alle anderen auch. Die größte Auszeichnung für mich ist, wenn jemand über mich sagt: ,Der ist ja ganz normal.´“

Matthias Hönerbach über Profi-Karriere: „Wunderschöne Zeit“

An seine Fußball-Karriere denkt Hönerbach nicht mit Wehmut zurück. „Es war eine wunderschöne Zeit. Aber die ist vorbei“, sagt er. Nach seiner  Debüt-Saison bei Bayer Leverkusen wechselte er im Sommer 1981 zum 1. FC Köln. Acht Jahre lief er anschließend für die Geißböcke auf.

„Ich wollte nie weg aus Köln. Ich habe auch nie verhandelt, immer einfach unterschrieben“, berichtet er lachend. 1989 ging es für Hönerbach dennoch weiter, zum 1. FC Saarbrücken in die Zweite Liga. Mit dem Klub schaffte er 1992 nochmals den Bundesliga-Aufstieg.

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Als Co-Trainer ging Matthias Hönerbach nach Trier

Seine ersten Schritte als Übungsleiter machte Hönerbach 1994 als Co-Trainer beim damaligen Regionalligisten Eintracht Trier. Ein Jahr zuvor hatte der damals 30-Jährige bereits die UEFA-Pro-Lizenz erworben. „Ich dürfte auch heute noch alles trainieren – wenn man mich ließe“, scherzt er.

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Matthias Hönerbach lief als Aktiver 221-mal für den 1. FC Köln auf – hier ist er im Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt am 30. April 1988 am Ball.

Im Juli 1996 übernahm Hönerbach als Cheftrainer bei Viktoria Köln in der Oberliga. Mit fast 40 Jahren schnürte er  dabei selbst noch die Schuhe. „Der Job hielt mich definitiv fit“, sagt er lachend. 145 Spiele in neun Jahren wurden es am Ende für die Viktoria.

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Erfolgsjahre unter Thomas Schaaf bei Werder Bremen

Es folgte die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Thomas Schaaf. Bis zum Sommer 2013 coachte das Duo acht Spielzeiten lang in der Bundesliga bei Werder Bremen. Später ging es für ein Jahr zu Eintracht Frankfurt, dann folgte ein kurzes Intermezzo bei Hannover 96.

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Thomas Schaaf (l.) und Matthias Hönerbach arbeiteten als Trainergespann bei Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und Hannover 96.

Als Schaaf in Hannover am 3. April 2016 gefeuert wurde, war auch Hönerbachs Trainerkarriere vorbei. „Ich telefoniere noch regelmäßig mit Thomas, es geht ihm gut“, berichtet Hönerbach heute lachend. Sein ehemaliger Chef kehrte im vergangenen Jahr als Technischer Direktor zu den Bremern zurück.

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Mit Werder Bremen holte Matthias Hönerbach den DFB-Pokal

Ob es ein Fehler gewesen sei, sich an Schaaf zu binden? „Nein, überhaupt nicht. Man macht sich ja vorher seine Gedanken“, sagt Hönerbach, der mit Werder am 30. Mai 2009 durch ein 1:0 im Finale gegen Bayer Leverkusen den DFB-Pokal gewann – der bis heute letzte große Titel der Norddeutschen.

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Zehn Tage zuvor hatte der Co-Trainer mit den Bremern das UEFA-Pokalfinale mit 1:2 nach Verlängerung gegen Schachtar Donezk verloren. Kuriose Parallele: Auch als Spieler gewann der gebürtige Kölner den DFB-Pokal – mit dem FC im Jahr 1983. Und auch das zweite UEFA-Cup-Endspiel seiner Karriere ging verloren: 1:5 und 2:0 hieß es 1986 für die Kölner gegen Real Madrid. „Dennoch eine Wahnsinnserfahrung“, erinnert sich der Ex-Profi.

Matthias Hönerbach über heutigen Traineralltag: „Um 180 Grad gedreht“

Zwischen dem Profi-Alltag von damals und heute lägen Welten, sagt Hönerbach. „Das hat sich um 180 Grad gedreht. Heute kotzt keiner mehr nach einer Konditionseinheit. Früher war das normal.“

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Matthias Hönerbach (l.) im Trikot des 1. FC Köln. Hier am 12. Mai 1984 im Duell mit Michael Zorc von Borussia Dortmund.

Hönerbach erinnert sich: „Damals  bist du als Spieler nach dem Training auch in die Eckkneipe und hast deine zwei, drei Kölsch getrunken. Das hat niemanden interessiert. Heute müssen die Jungs da höllisch aufpassen.“

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Comeback als Trainer? „Will nicht hinterherträumen“

Eine Rückkehr als Trainer ins Profi-Geschäft ist für Hönerbach heute  in weite Ferne gerückt. „Es bringt ja nichts, hinterherzuträumen“, sagt er. Was er sich stattdessen für die Zukunft wünscht? „Gesund zu bleiben. Die Einschläge kommen immer näher, auch im Bekanntenkreis. Und was ist das viele Geld denn wert, wenn man nicht gesund ist?“

Einen Traum hat der leidenschaftliche Golfer aber doch: „Es gibt da ein paar Plätze auf der Welt, die ich wirklich gern mal spielen würde. Aber sollte ich mir diesen Wunsch nicht erfüllen können, wird meine Welt auch nicht untergehen.“

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