Vorsicht beim Buddeln! Das kann Sie ein Vermögen kosten.
Vorsicht bei GartenarbeitWer Leitungen beschädigt, muss mit fünfstelligen Kosten rechnen

Copyright: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Vorsicht bei Tiefbauarbeiten: In der Nähe von Leitungen sollten keine schweren Maschinen eingesetzt werden.
Die Sonne scheint, der Garten ruft! Doch wer jetzt zu Spaten und Bagger greift, um Teiche oder neue Wege anzulegen, muss höllisch aufpassen. Unter der Grasnarbe können Strom-, Gas- und Wasserleitungen verborgen sein. Ein falscher Stich kann nicht nur ein Vermögen kosten, sondern ist auch brandgefährlich. Hier gibt's die wichtigsten Tipps für sicheres Buddeln.
Was kann denn schon passieren?
Eine ganze Menge! Der Netzbetreiber Netze BW aus Stuttgart warnt eindringlich: «Kommt es zu Zwischenfällen, bei denen erdverlegte Leitungen beschädigt werden, sind nicht nur Versorgungsausfälle und hohe Kosten für die Reparatur möglich, sondern es entstehen auch Risiken für die Gesundheit - angefangen bei Stromschlägen bis hin zu Gasaustritten». Das ist also kein Spaß.
Klar, wer nur ein paar Blümchen in die Erde setzt, muss sich meist keine Sorgen machen. Aber sobald es tiefer geht, etwa für einen Teich oder ein Fundament für Pflastersteine, wird die Sache ernst. Man sollte unbedingt wissen, was da unten im Boden schlummert. Eine Sprecherin von Netze BW verrät: „Früher wurden Kabel oft einfach kreuz und quer über private Grundstücke gelegt.“ Eine tickende Zeitbombe!
So finden Sie heraus, wo die Leitungen versteckt sind
Grundstücksbesitzer und Bauherren haben sogar eine gesetzliche Pflicht, sich vor Grabungsarbeiten zu erkundigen. Das ist keine Option, sondern ein Muss! Sie können zum Beispiel beim lokalen Versorger nachhaken oder ein Online-Portal nutzen. Eine Anlaufstelle ist die Bund-Länder-Initiative Leitungsauskunft (BIL). Auf deren Webseite gibt es laut eigenen Angaben kostenlos eine Liste mit allen wichtigen Kontakten und Notfallnummern.
Doch Vorsicht: Verlassen Sie sich nicht blind darauf! Gerade alte Pläne sind oft ungenau. Netze BW mahnt zur Vorsicht: «Die tatsächliche Tiefe oder Lage kann abweichen, besonders bei Leitungen, die älter als 50 Jahre sind». Ein Restrisiko bleibt also immer.

Copyright: Bernd Weißbrod/dpa
Leitungen vorab lokalisieren: Vor größeren Gartenarbeiten sollte man sich über den Verlauf unterirdischer Leitungen informieren, um Schäden zu vermeiden
Diese Regeln gelten in der Nähe von Leitungen
Wenn Sie im Bereich von Gas-, Strom-, Wasser- oder Telekommunikationskabeln buddeln, ist höchste Konzentration gefordert. Schwere Geräte wie Bagger sind hier absolut tabu. Stattdessen ist Handarbeit mit Schaufel, Spaten oder Spitzhacke angesagt. Stoßen Sie auf eine Leitung, müssen Sie sofort den Netzbetreiber oder zuständigen Versorger anrufen. Für Arbeiten an Hochspannungs- oder Hochdruckleitungen gibt es sogar spezielle Fristen und man braucht eine offizielle Erlaubnis.
Leitung getroffen – was jetzt?
Wenn es doch kracht und eine Leitung beschädigt wird: Sofort alles stehen und liegen lassen! Sperren Sie die Gefahrenstelle am besten weiträumig ab und rufen Sie ohne zu zögern den verantwortlichen Netzbetreiber an. In manchen Fällen müssen sogar Feuerwehr und Polizei ausrücken.

Copyright: Bernd Weißbrod/dpa
Gefahr unter der Erde: Beim Graben im Garten können Strom-, Gas- oder Wasserleitungen beschädigt werden.
So teuer kann der Fehler werden
Wer eine Leitung kappt, zahlt die Zeche. Und das betrifft nicht nur die Reparatur, sondern auch Folgeschäden – etwa, wenn die ganze Nachbarschaft im Dunkeln sitzt. Laut Netze BW kostet ein typischer Schaden an einem Hausanschluss, zum Beispiel durch einen Minibagger, eine vierstellige Summe, die meist im mittleren bis oberen Bereich liegt. Trifft man ein dickeres Kabel, klettert die Rechnung schnell auf einen Betrag im unteren fünfstelligen Segment. Und jetzt kommt der Haken: «Viele Versicherungen setzen für die Schadensregulierung voraus, dass bei Tiefbauarbeiten vorab eine Kabel- und Leitungsauskunft eingeholt wird.» Wer sich nicht informiert, bleibt auf den Kosten sitzen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
