Das Geisterhaus in Köln-Porz ist weg! Jahrelang kämpften Denkmalschützer und die GAG um das verfallene Jugendstilgebäude.
125 Jahre altKölner Geisterhaus platt gemacht – kürzlich noch unter Denkmalschutz

Wer in Porz aufgewachsen ist, kennt ihn vielleicht noch: den Friseur „Albäät“ an der Hauptstraße, Ecke Poststraße. Der verwitterte Schriftzug am bröckelnden Jugendstilbau war über Jahrzehnte ein Stück Porzer Seele.
EXPRESS.de-Lesereporterin Sandra meldete sich jetzt mit neuen Details vom Geisterhaus. Das seit 1980 unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde jetzt abgerissen.
Schwarzschimmel und fehlende Fundamente – Haus war nicht mehr zu retten
Schon seit vielen Jahren stand das Haus leer. Die Fenster verrammelt, Absperrungen schützten Passanten vor herabfallenden Gebäudeteilen. Das Haus, um 1900 im Jugendstil errichtet, verfiel immer weiter.
Die GAG Immobilien AG hatte das rund 4500 Quadratmeter große Areal ringsum längst neu bebaut: 76 Sozialwohnungen entstanden dort. Nur das Eckgebäude sollte eigentlich aufwendig saniert werden. Im Geschäftsbericht 2022 hieß es noch optimistisch: Die straßenseitigen historischen Fassaden mit dem Schriftzug des Friseurgeschäfts sollten „denkmalgerecht instandgesetzt und in einen Neubau integriert werden.“
Doch dann kam das böse Erwachen. Bei detaillierten Untersuchungen traten die wahren Ausmaße des Verfalls zutage: Die Außenwände waren komplett durchfeuchtet und ließen sich nicht dauerhaft trockenlegen.
Unter den Außenwänden fehlten schlicht die Fundamente – die Standfestigkeit des Hauses war massiv gefährdet. Fenster- und Türstürze stark beschädigt, die Dacheindeckung mangelhaft, vom Erdgeschoss bis zum Giebel zogen sich Risse durch das Gemäuer. Und als wäre das nicht genug: Gesundheitsschädlicher Schwarzschimmel hatte das Gebäude von innen befallen.

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Abriss in Köln-Porz – von dem alten Gebäude ist nur noch ein Haufen Mauerwerk übrig.
Die GAG zog die Notbremse. „Die Kosten dafür haben mit fast sechs Millionen Euro ein Ausmaß erreicht, das für uns beim besten Willen nicht mehr wirtschaftlich ist“, erklärte die GAG bereits im Februar 2024 gegenüber EXPRESS.de.
Vorsorglich stellte die GAG einen Antrag auf Löschung des Gebäudes aus der Denkmalliste und einen Antrag auf Abbruch.
Das Baudenkmal wurde zwischenzeitlich auch über ein Maklerbüro zum Verkauf angeboten – für 395.000 Euro, bei rund 258 Quadratmetern Wohnfläche auf 318 Quadratmetern Grundstück. Drei Wohneinheiten, zehn Zimmer, sechs Schlafzimmer – auf dem Papier verlockend, in der Realität unbewohnbar.
Ein Käufer fand sich nicht – nun rollten die Bagger an.
Nach intensiven und konstruktiven Gesprächen mit dem Amt für Denkmalpflege wurde das Gebäude aus der Denkmalschutzliste gestrichen. Das bestätigte GAG-Pressesprecher Jörg Fleischer auf EXPRESS.de-Nachfrage. Mittlerweile liegt auch die Baugenehmigung für die Errichtung eines Neubaus mit denkmalähnlicher Fassade vor.
Wie das Gebäude künftig genutzt wird – als Wohnraum oder gewerblich – steht laut GAG bislang nicht fest.
Habt ihr Erinnerungen an den Friseur „Albäät“ oder das Geisterhaus in Porz? Schreiben Sie uns!
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