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Chaos in GAG-Siedlung eskaliertKölnerin in Angst: „Hier wird irgendwann Blut fließen“

E-Scooter in Köln-Vingst

Copyright: Rika Kulschewski

E-Scooter stehen vor einem Mehrfamilienhaus in Köln-Vingst.

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E-Scooter-Raser in Vingst: Eine Anwohnerin fürchtet um die Kinder!

Die Lage in einer Wohnsiedlung der GAG im Kölner Stadtteil Vingst ist angespannt. Eine Bewohnerin hat Angst um spielende Kinder und ihre Nachbarschaft, weil E-Scooter-Fahrer rücksichtslos durchrasen. 

Ein Spaziergang durch die Wohnanlage der GAG an Thorwaldsen- und Nobelstraße in Vingst erfordert ständige Wachsamkeit. Man hört pausenlos ein Klingeln, und häufig schießen Menschen auf Elektrorollern oder Fahrrädern ohne Vorwarnung an Passanten vorbei. Die Scooter sind überall abgestellt oder liegen umher. Die Bewohnerin, die ihren Namen nicht nennen möchte, ist verzweifelt. „Die rasen hier wie sonst was lang“, beschwert sie sich gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

E-Scooter-Wahnsinn in Vingst: Bewohnerin ist verzweifelt

Das Viertel wird von zahlreichen Familien mit Kindern bewohnt, und viele Mieter führen dort ihre Hunde aus. Die Frau schildert gefährliche Momente: „Ich bin gerade schon wieder dreimal beinahe angefahren worden.“ Das Klingeln der Fahrer sei dabei wenig hilfreich. „Und wenn man was sagt, wird man beleidigt.“ Ihre schreckliche Vorhersage lautet: „Hier wird irgendwann Blut fließen, weil diese Raserei ausartet.“

Sie fordert von der Stadtverwaltung und der GAG, endlich Maßnahmen für erhöhte Sicherheit zu ergreifen, etwa durch schärfere Überprüfungen beim Mieten der Elektroroller. „Teils sind das sicherlich auch Jugendliche unter 14 Jahren, die gar keinen E-Scooter fahren dürfen“, spekuliert sie. Ihr Anliegen hat sie schon der Stadt vorgetragen, aber eine Antwort, abgesehen von einer Empfangsbestätigung, steht noch aus.

Aber wer trägt hier die Verantwortung? Die GAG, Eigentümerin des privaten Geländes, plädiert für „gegenseitige Rücksichtnahme“. In einer Stellungnahme wird erklärt: „Das friedliche und respektvolle Miteinander in unseren Siedlungen und Quartieren ist uns ein großes Anliegen.“ Zugleich konstatiert die Gesellschaft: „Leider beobachten auch wir einen gesamtgesellschaftlichen Trend zu mehr Rücksichtslosigkeit und zur zunehmenden Missachtung von Regeln.“

E-Scooter in Kölner Veedel laut Ordnungsamt kein Problem

Die Kölner Stadtverwaltung weist die Zuständigkeit auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeigers“ von sich. Weil die Wege in der Wohnanlage mehrheitlich Privatbesitz der GAG sind, sei die Kommune für Überwachungsmaßnahmen nicht verantwortlich. „Hier obliegt dem Eigentümer die Kontrolle bzw. die Ahndung“, lässt die Stadt verlauten. Die Polizei greife bei E-Rollern nur im öffentlichen Straßenverkehr ein.

Nach Angaben der Stadt hat das Ordnungsamt vor Ort bislang keine Problematik erkannt. Die GAG räumt ihrerseits ein, dass im Vingster Kundencenter gelegentlich Beschwerden über Raser eingehen, stellt aber klar: „Allerdings hat die GAG als kommunales Wohnungsunternehmen nicht die Kapazitäten, um auf ihren Grundstücken Kontrollen durchzuführen und Fehlverhalten zu sanktionieren.“

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Für die Bewohnerin fühlt sich das wie Hohn an. Ihr Eindruck ist: „Es kümmert sich einfach keiner hier.“ Eine baldige Besserung der Lage ist offenbar nicht in Sicht. Die Verwaltung verweist auf die Verantwortung der E-Scooter-Anbieter, die Einhaltung der Nutzungsvereinbarungen sicherzustellen. Zudem wird angekündigt, die Schaffung von Mobilstationen zu prüfen, um den ruhenden Verkehr in dem Areal zu organisieren.

Die Stadt hebt zwar hervor, dass Elektroroller einen bedeutenden Anteil an der Verkehrswende in Köln haben können, doch dafür seien eindeutige Vorschriften zwingend erforderlich. Den Menschen in der Wohnanlage in Vingst bietet das momentan jedoch kaum Trost. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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