Edeka und Rossmann Heftiger Streit: Wichtige Produkte nicht mehr erhältlich

Blick auf ein Rossmann-Geschäft: Sowohl dort als auch bei Edeka sind derzeit einige Produkte nur noch eingeschränkt verfügbar.

Blick auf ein Rossmann-Geschäft: Sowohl dort als auch bei Edeka sind derzeit einige Produkte nur noch eingeschränkt verfügbar.

Die Preise jagen immer weiter in die Höhe, zwischen Handel und Herstellern tobt ein erbitterter Streit. Man gibt sich gegenseitig die Schuld, zieht vor Gericht, Produkte werden ausgelistet – das Nachsehen hat am Ende die Kundschaft. Jetzt sind zahlreiche Artikel bei Rossmann und Edeka betroffen. 

Der Herbst ist traditionell die Jahreszeit, in dem die Händler mit Herstellern und Lieferanten neu verhandeln müssen und neue Preise festlegen. Doch dieses Jahr bergen diese Gespräche besonders viel Potenzial für Stress und Zoff. Denn angesichts der massiven Inflation, der hohen Kosten für Rohstoffe und Logistik auf der einen und einer Kundschaft, die jeden Cent umdreht auf der anderen Seite, kämpft jeder um seine Marge. 

Die Folge: der Streit für alle Kundinnen und Kunden im Regal sichtbar, es fehlen fast überall Marken: Bei Rewe gab es keine Kellogs-Cornflakes mehr, keinen Jacobs-Kaffee, keine Mars-Süßigkeiten – Mirácoli, Marken-Tierfutter, alles fehlte. Bei Edeka gab es ebenfalls keine Mars-Produkte, aber auch keine Coca-Cola, Fanta, Sprite. Bei Aldi musste man auf Pepsi-Produkte verzichten und bei Kaufland gab es kein Ritter Sport. Der eine verweigert die Lieferung, der andere nimmt die Ware nicht ab. 

Rewe und Rossmann: Viele wichtige Produkte nicht erhältlich

Nun sind die nächsten Produkte an der Reihe, die bei großen Ketten zumindest zeitweise nicht mehr zu finden sein werden: Weil der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble sich mit Edeka und Rossmann anlegt, beliefert der Hersteller offenbar nur noch eingeschränkt, darunter wichtige Artikel wie Windeln, Waschmittel oder Haushaltsreiniger. Darüber berichtet die „Lebensmittelzeitung“.

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Die Händler müssten dem Bericht nach derzeit „entsprechend große Regallücken kaschieren“, die von ausbleibenden Lieferungen verursacht worden seien.

Der US-Gigant steckt hinter Marken wie Fairy, Swiffer, Oral-B, Pampers, Ariel, Meister Proper, Gillette. Rund 5 Milliarden Menschen nutzen die mehr als 60 Marken von P&G – auch auf dem deutschen Markt sind jede Menge bekannte Namen darunter. Für viele Menschen sind einige der Produkte unverzichtbar, allein Gillette hält einen Markenanteil von 60 Prozent.

Gegenüber der „LZ“ hat Procter & Gamble bestätigt, dass der Konzern derzeit Gespräche angesichts „notwendiger Listenpreiserhöhungen“ mit Handelspartnern führe. Die Gespräche seien „intensiv, aber konstruktiv.“ Das Unternehmen wies Behauptungen zurück, Lieferungen seien einseitig gestoppt worden. 

Wann die Produkte wieder in Gänze verfügbar sein werden, ist noch offen. Allerdings steht jetzt schon fest, dass es nicht der letzte Zwist sein wird. Weitere Lücken in den Regalen sind vorprogrammiert.

Als Alternative greifen viele Kundinnen und Kunden immer mehr zu den Eigenmarken der Supermärkte, die jüngst auch sehr aggressiv für die Produkte wirbt. Allerdings ist der Preis auch bei den Handelsmarken massiv in Bewegung, laut der Konsumforschung der GfK sogar noch stärker als bei Markenartikeln. 

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