Domino-Effekt bei Rewe, Edeka & Co. Fiese „Shrinkflation“-Masche: Aufpassen bei beliebten Snacks

Viele Kundinnen und Kunden müssen für Grundnahrungsmittel mehr zahlen und sparen bei Snacks und anderen Leckereien: Doch einige Snack-Hersteller nutzen eine fiese Masche, um den Menschen das Gefühl zu geben, dass sich die Preise gar nicht verändern. Unser Archivbild (2011) zeigt eine Kundin in der Snack-Abteilung eines Supermarkts.

Viele Kundinnen und Kunden müssen für Grundnahrungsmittel mehr zahlen und sparen bei Snacks und anderen Leckereien: Doch einige Snack-Hersteller nutzen eine fiese Masche, um den Menschen das Gefühl zu geben, dass sich die Preise gar nicht verändern. Unser Archivbild (2011) zeigt eine Kundin in der Snack-Abteilung eines Supermarkts.

Die Deutschen haben in diesen Tagen immer weniger Geld im Portemonnaie, gleichzeitig versuchen einige Hersteller mit dreisten Maschen, unauffällig ihre Preise noch weiter zu erhöhen. Derzeit sollten Knabber-Fans bei zahlreichen beliebten Marken-Snacks die Augen offen halten, um keiner Mogel-Packung aufzusitzen. 

Die Teuerung in Deutschland ist so stark wie seit den 1950er Jahren nicht mehr, vor allen Dingen bei den Lebensmitteln sind die Preise extrem gestiegen. Am Ende eines Wocheneinkaufs haben die Verbraucherinnen und Verbraucher immer weniger Geld übrig. Egal ob Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka – die Preise steigen überall. 

Hersteller stehen dabei vor einem Dilemma: Zum einen kämpfen auch sie mit steigenden Kosten für die Produktion, die Logistik und Rohstoffe etwa werden immer teurer. Diese Mehrkosten wollen viele an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben – doch die Konsumlust ist zuletzt merklich gesunken, die Kundschaft schaut immer mehr aufs Geld und auf die Preise. Produkte, die nicht zu den Grundnahrungsmitteln zählen, werden weniger gekauft – dazu zählen etwa auch Snacks oder Süßigkeiten. 

Rewe, Edeka & Co: Fiese „Shrinkflation“ der Hersteller

Stark steigende Preise könnten also Knabber-Freunde verschrecken – doch den Markenherstellern bleiben noch andere Stellschrauben. Eine davon wird seit langem von den Verbraucherzentralen kritisiert – nun decken sie bei einem beliebten Snack-Hersteller gleich mehrere dreiste Mogel-Maschen auf. 

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Denn um Preiserhöhungen möglichst zu verstecken, füllen viele Produzenten einfach weniger in die Verpackungen, der Preis bleibt dabei gleich – „Shrinkflation“ genannt. Die Kundinnen und Kunden haben auf den ersten Blick das Gefühl, dass sich der Preis nicht verändert hat – und  greifen weiter zu.

Der Hersteller Intersnack Deutschland SE, der hinter den beliebten Marken Funny-Frisch. Chio oder Ültje steckt, hat dieses dreiste Prinzip laut Verbraucherzentrale Hamburg gleich bei mehreren seiner Marken angewendet.

Intersnack habe bei über 30 Snack-Artikeln nach dem Weniger-drin-Preis-gleich-Prinzip die Füllmengen in ihren Packungen reduziert. Die versteckte Preiserhöhung für die Kundinnen und Kunden: bis zu 25 Prozent.

Bei der Marke Funny-Frisch etwa wurde beim Produkt Chipsfrisch „Ungarisch“ die Füllmenge von 175 auf 150 Gramm reduziert – der Preis von 1,75 Euro bleibt aber gleich. Das entspricht einer versteckten Preiserhöhung von 17 Prozent. Auch andere Verpackungen sind betroffen: Die Großpackung schrumpfte von 250 auf 215 Gramm (2,25 Euro, 16 Prozent teurer), die Kleinpackung von 50 auf 40 Gramm (2,49 Euro im 4er-Pack, 25 Prozent Preisanstieg). 

Mogelpackungen im Supermarkt: „Kostensteigerung könnte sich verschärfen“

Ähnlich sieht es bei den Tüten von Chio Tortillas aus, hier müssen Kundinnen und Kunden 14 Prozent mehr zahlen. Vor einigen Wochen wurden auch die Erdnüsse von Ültje teurer, hier stecken weniger Nüsse in der Verpackung: Sie wiegt nun 180 statt 200 Gramm und ist damit um zehn Prozent teurer geworden. 

Auf die Anfragen der Verbraucherschützer hat Intersnack in einer Stellungnahme erklärt: „Seit einigen Monaten finden in allen Bereichen enorme Kostensteigerungen statt. Die Preise für Rohstoffe inklusive Verpackungen sowie Logistik sind immens gestiegen. Hinzu kommen kontinuierlich steigende Kosten für Energie, die uns als Hersteller energieintensiver, frittierter und gebackener Produkte besonders betreffen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Kostensteigerungen weiterhin andauern und sich sogar verschärfen werden.“

Rewe, Edeka & Co.: Auch Eigenmarken werden versteckt teurer

Wie hoch die Kostensteigerungen in welchen Bereichen aktuell sind, das lässt Intersnack offen – auch das kritisiert die Verbraucherzentrale. Sie stellen derzeit eine Art Domino-Effekt bei Chips fest: Fängt ein Unternehmen mit den versteckten Verpackungs-Schrumpfungen an, folgen auch die anderen. Im Frühjahr waren die Pringles von Kellogg die erste Chipsmarke mit versteckter Verteuerung in diesem Jahr, es folgten Lorenz Crunchips, Nicnac's und weitere Sorten. 

Alles wird teurer – und bei all den Preissteigerungen verliert man schnell den Überblick. Dennoch müssen sich die Kundinnen und Kunden nicht mit den Mogelpackungen abfinden. Die Verbraucherzentrale bietet online eine Liste mit all den Mogelpackungen an, die in den Supermärkten und Discountern stehen. 

Denn nicht nur Marken-Hersteller erhöhen ihre Preise, auch die Eigenmarken der Discounter und Supermärkte werden teurer – und auch sie nutzen mitunter die „Shrinkflation“-Masche: Zuletzt hat Gut & Günstig, die Eigenmarke von Edeka, die „Feine Beerenmischung“ um rund 60 Prozent teurer gemacht. (mg)

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