Ware Supermärkten knapp Jetzt sind Lebensmittel dran – bekannte Marken sind betroffen

Die Lieferkrise greift nun einem Bericht zufolge immer mehr auf die Lebensmittelbranche über, viele Markenprodukte könnten vereinzelt schwerer erhältlich sein. Unser Symbolbild zeigt einen Einkauf im Jahr 2017.

Die Lieferkrise greift nun einem Bericht zufolge immer mehr auf die Lebensmittelbranche über, viele Markenprodukte könnten vereinzelt schwerer erhältlich sein. Unser Symbolbild zeigt einen Einkauf im Jahr 2017.

Die Lieferkrise weitet sich aus: Nachdem vor allen Dingen Non-Food-Produkte betroffen waren, greift sie nun auch vermehrt auf die Lebensmittelbranche über. Bekannte Marken trifft es offenbar besonders.

Köln. Seit Wochen und Monaten klagt die Industrie über Lieferengpässe, nun geraten auch Großhändler unter Druck. Sie klagen ebenfalls über Lieferschwierigkeiten.

Lieferengpässe bei Lebensmitteln aktuell im Jahr 2021: Gerade Markenprodukte seien besonders betroffen, heißt es.

Es ist der Materialmangel, der die deutsche Industrie weiter vor Probleme stellt. Zwar verbesserte sich die Lage laut einer Umfrage des Ifo-Instituts im Oktober – allerdings nur „geringfügig“, wie es heißt. Von einer Entspannung könne nicht gesprochen werden. Die Industriefirmen gehen im Durchschnitt davon aus, dass die Probleme noch acht Monate andauern werden. 

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Bei den Nahrungsmittelherstellern beträgt der Anteil derjenigen, die vom Materialmangel besonders betroffen sind, derzeit 51 Prozent – sechs Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Man erwarte dort, dass die Probleme noch etwa fünfeinhalb Monate andauern werden.

Wie die „Lebensmittelzeitung“ nun berichtet, spürt der Lebensmittelhandel die gestörten Lieferketten zunehmend im Kerngeschäft. Heißt: Die Ware wird knapp, auch in den Supermärkten. Die weltweite Krise kommt vermehrt am Lebensmittelregal an.

Supermärkte unter Druck: Lieferengpässe auch bei großen Herstellern

Großhändler informierten demnach ihre Kunden über die angespannte Situation. Die zu Rewe gehörende Lekkerland-Gruppe – hauptsächlich beliefert sie Tankstellen und Kioske – berichtet von „anhaltenden Engpässen und Ausfällen auch bei großen Herstellern“. Märkte würden diese deutlich spüren. Ein Edeka-Manager sprach von einem „täglichen Kampf“, wenn es um das Aufrechterhalten der Warenverfügbarkeit geht. Auch der Lebensmittelgroßhändler Selgros sei betroffen. 

„Besonders betroffen“ seien vor allem Produkte bekannter Marken wie Coca-Cola, Ferrero, Bahlsen, Lorenz, Mars. Bislang waren es vor allem Non-Food-Produkte, die betroffen sein konnten: Kleidung, Computerchips, Papier etwa.

Supermärkte und Discounter: Versorgung bleibt gewährleistet

Die grundsätzliche Versorgung bleibt gewährleistet, allerdings könnte es vereinzelt leere Regale geben. Ein Blick auf Twitter zeigt auch, dass es vereinzelt einige Lücken im Sortiment gibt. 

Explodierende Preise für Rohstoffe, Bauteile und Energie, steigende Frachtkosten im globalen Handel, Probleme in Lieferketten: Es ist dieser Dreiklang, der fast jedem Unternehmen Sorgen bereitet. Viele Hersteller nennen steigende Produktionskosten als Grund für starke Preiserhöhungen. Nun kommt die Krise vermehrt bei den Superregalen an – und damit bei den Verbrauchern.

Lekkerland sehe auch in der Industrie einen Grund für Engpässe: Die Händler hätten den starken Anstieg der Nachfrage von Konsumenten nach der Pandemie nicht erwartet, die Produktion könne nicht im selben Tempo hochgefahren werden. Eine baldige Besserung sehe Lekkerland nicht, da die Herausforderungen so komplex seien, „dass sich keine einfache und schnelle Lösung abzeichnet“, heißt es demnach. 

Zuletzt teilte das Unternehmen MediaMarktSaturn mit, dass es zur Weihnachtszeit zu Engpässen bei einigen Produkten kommen könne. Dazu gehörten ausgerechnet beliebte Geschenke wie Smartphones, Tablets & Co. Nun sind die Lebensmittel dran.

Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) sprach bereits vor einigen Wochen von einer dramatischen Situation: „Die diesjährige Erntemenge reicht nicht aus und wir sehen eine Verdoppelung, teilweise eine Verdreifachung der Preise für Hartweizen“, so ein Verbandssprecher. Hier sei aber vor allem das unbeständige Wette mitverantwortlich. (mg)

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