Nach Lieferstopp Abzocke durch Mars? Edeka mit deutlichen Worten

Ein Schokoriegel "Mars" liegt angebissen auf noch verpackten Riegeln.

Der Lebensmittelhersteller Mars liefert nicht mehr an Rewe, Edeka und angeschlossene Discounter-Ketten. Symbolfoto eines Mars-Riegels vom 16. Januar 2002.

Der Streit zwischen Edeka und Mars hält weiter an. Die Supermarktkette wirft dem Konzern Abzocke vor.

Mars geht auf Konfrontationskurs mit deutschen Supermarktketten und Discountern! Der US-Süßigkeitengigant hatte bereits vor Monaten die Lieferungen an Edeka und Netto gestoppt. Mittlerweile sind auch Rewe und Penny betroffen. Der Grund: Der Konzern wollte die Preise erhöhen. Edeka und Rewe waren dagegen.

Mittlerweile hält der Streit seit drei Monaten an. Und nicht nur Süßigkeiten flogen aus den Supermarktregalen, sondern auch Tierfutter und andere Lebensmittel. Denn zu Mars gehören beispielsweise auch Marken wie Whiskas und Pedigree. Insgesamt geht es um 300 Produkte.

Rewe und Edeka: Streit mit Mars hält weiter an

Gegenüber „Bild“ sagte ein Edeka-Sprecher: „Nicht nur Mars, auch viele weitere internationale Markenkonzerne wie beispielsweise Coca-Cola oder Procter&Gamble versuchen aktuell mit überzogenen Preisforderungen auf der Inflationswelle mitzureiten, um ihre Renditen zu steigern, und nutzen einseitige Lieferstopps als Druckmittel gegen den Handel.“

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Handelt es sich also um Abzocke? Mars gab gestiegene Kosten bei Energie und Transport als Grund für die Preiserhöhungen an.

Die Leidtragenden seien vor allem Verbraucher und Verbraucherinnen. „Das Vorgehen der Markenindustrie ist umso erschreckender, wenn man bedenkt, dass viele Konzerne ihre Gewinne im vergangenen Jahr erneut deutlich steigern konnten, zum Teil um mehrere Hundert Millionen Euro“, erklärt der Sprecher weiter.

Auch Rewe äußerte sich gegenüber „Bild“: „Grundsätzlich sehen wir uns mit weiteren Wellen von Preisforderungen konfrontiert. Einen Teil dieser Forderungen können wir nachvollziehen. Leider sehen wir aber auch Forderungen, die sich in ihrer Höhe mit keinem dieser oder anderer Faktoren begründen lassen.“

Und weiter: „Solche Forderungen lehnen wir strikt ab, denn es kann nicht sein, dass unsere Kundinnen und Kunden in dieser schwierigen Zeit mehr als unbedingt nötig belastet werden.“

Die Lebensmittelhändler verweisen auf günstigere Eigenmarken. Netto setzte zuletzt auf Instagram immer wieder klare Statements: „Keine Lust auf Mondpreise von Mars?“, heißt es beispielsweise in einem Posting, das ein Produkt der Eigenmarke im Vergleich zum Markenprodukt des Lebensmittelherstellers zeigt.

Auch Mars äußerte sich mittlerweile. Der „Bild“ sagte eine Sprecherin: „Während wir steigende Kosten weiterhin so gut wie möglich intern auffangen, ist jedoch ein gewisses Maß an Preisanpassung nötig. Nur so können wir Konsumentinnen und Konsumenten Produkte in einer gewohnt hohen Qualität anbieten.“

An einer Preisanpassung hält der Konzern also weiterhin fest – und damit an dem Lieferstopp: „Uns ist bekannt, dass einige unserer Produkte derzeit bei manchen Handelspartnern nicht vorrätig sind. Wir befinden uns aktuell in Verhandlungen mit einigen unserer Handelspartner, mit dem Ziel, unsere Produkte zu beidseitig fairen Bedingungen anzubieten.“ (ls)

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