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Gefährliche Lüge beim ArztStudie: Fast jeder Dritte ist beim Arztbesuch nicht ehrlich

Patientin in einer Zahnarztpraxis

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn

35 Prozent der Befragten nennen Angst vor Verurteilung oder negativer Bewertung als Grund, beim Arztbesuch wichtige Informationen zu verschweigen.

Viele Patienten sind nicht ehrlich zu ihrem Arzt. Eine Umfrage zeigt jetzt das ganze Ausmaß – und die gefährlichen Gründe dahinter.

Das Gespräch in der Arztpraxis kann über Leben und Gesundheit entscheiden. Doch erschreckend viele Deutsche nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau. Eine neue Erhebung deckt auf, was das für Patienten bedeuten kann.

Eine repräsentative Umfrage von YouGov, beauftragt vom Unternehmen Doctolib, liefert krasse Zahlen. Wie auch die dpa meldet, hat fast ein Drittel (31 Prozent) dem medizinischen Personal schon mal absichtlich Unwahrheiten erzählt oder wichtige Gesundheitsdetails für sich behalten. Das Risiko: falsche Diagnosen und Behandlungen, die zur echten Gefahr werden können.

Junge Leute flunkern deutlich häufiger

Besonders auffällig ist das Phänomen bei den Jüngeren. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen gaben heftige 45 Prozent zu, schon mal unehrlich gewesen zu sein. Bei den Menschen über 55 Jahren ist die Quote mit 24 Prozent erheblich niedriger.

Symptome, Sorgen, Lebensstil: Das wird verheimlicht

Doch worüber schweigen die Patienten? Ganz oben auf der Liste stehen Krankheitsanzeichen, die entweder verschwiegen oder falsch dargestellt werden (27 Prozent). Fast genauso oft bleiben private und soziale Umstände wie Geld- oder Familienprobleme (26 Prozent) oder seelische Belastungen (24 Prozent) unerwähnt.

Auch beim Lebenswandel wird gern geschummelt. Der Konsum von Tabak wird von 17 Prozent der Befragten verheimlicht oder abgestritten. Und dass man sich nicht an ärztliche Vorgaben wie bestimmte Diäten gehalten hat, geben 15 Prozent nicht zu.

Die Angst vor dem Urteil des Arztes

Was treibt die Menschen zu diesen Notlügen? Für die meisten (35 Prozent) ist es die Furcht vor einer Verurteilung oder negativen Reaktion des Arztes. Dicht dahinter folgt das Gefühl von Scham (31 Prozent). Und für manche (19 Prozent) steckt der simple Wunsch dahinter, eine unliebsame Behandlung oder ein Medikament zu umgehen.

Experten-Tipp: So fällt die Wahrheit leichter

Die Fachleute der Stiftung Gesundheitswissen appellieren an die Ehrlichkeit. Denn nur mit allen Fakten auf dem Tisch kann einem optimal geholfen werden. Zwei Gedanken können dabei helfen, die Hemmungen zu überwinden: Mediziner sind im Umgang mit heiklen Themen geschult und sie unterliegen der Schweigepflicht.

Alles, was im Sprechzimmer besprochen wird, bleibt auch genau dort. Die Stiftung rät außerdem, auch Sorgen vor einer geplanten Therapie oder den Wunsch nach einer Zweitmeinung offen zu äußern. Die Umfrage fand vom 4. bis 11. März 2024 statt, befragt wurden 1.043 Personen ab 18 Jahren. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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