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Wegovy & Co.Was ihr über die Abnehmspritzen wirklich wissen müsst

Eine Frau hält Abnehmspritzen verschiedener Marken in den Händen

Copyright: Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn

Abnehmspritzen dämpfen zwar den Appetit, gedacht sind sie aber für Adipositas, nicht für die schnelle Strandfigur.

Wegovy & Co.: Was die Spritzen wirklich bringen.

Ein Traum für alle, die mit massivem Übergewicht zu kämpfen haben: Schon nach zwei Pizzastücken komplett satt sein. Genau das stellen Präparate wie Mounjaro und Wegovy in Aussicht. Aber was ist da wirklich dran? Die Stiftung Warentest hat diese Mittel jetzt genau unter die Lupe genommen.

Für wen sind die Spritzen überhaupt bestimmt?

Ganz direkt zu Beginn: Diese Injektionen sind keine schnelle Lösung für die Bikinifigur bei Personen mit Normalgewicht, das unterstreicht Nicole Merbach von der Stiftung Warentest. Konzipiert wurden sie ursprünglich gegen Typ-2-Diabetes und ihre Genehmigung gilt nur für Personen mit Adipositas (also erheblichem Übergewicht).

Die Bedingung dafür ist ein Body-Maß-Index (BMI) von mindestens 30. Falls zusätzliche gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck bestehen, darf ein Mediziner die Injektion bereits ab einem BMI-Wert von 27 verordnen. Im Fokus stehen vor allem zwei Mittel: Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid und Wegovy, das auf Semaglutid setzt. Ozempic wiederum hat in der EU lediglich eine Zulassung zur Diabetes-Therapie, obwohl es umgangssprachlich oft irrtümlich in diese Kategorie gesteckt wird.

Stiftung Warentest: Das taugen die Spritzen tatsächlich

Die Beurteilung der Mittel durch die Stiftung Warentest liefert ein eindeutiges Fazit: Mounjaro und Wegovy sind „geeignet zur Gewichtsabnahme bei stark übergewichtigen Personen“. Doch es gibt einen wichtigen Punkt zu beachten: Wenn die Ernährung nicht umgestellt und die körperliche Aktivität nicht gesteigert wird, besteht das Risiko des Jojo-Effekts, sobald die Injektionen beendet werden. Denn das normale Hungergefühl ist dann unmittelbar wieder da.

Wie die „dpa“ über die Testergebnisse meldet, fällt der Gewichtsverlust mit Mounjaro nach einem Jahr etwas deutlicher aus als mit Wegovy (13 bis 19 Prozent im Vergleich zu 9 bis 12 Prozent). Der große Haken dabei: Bislang gibt es keine Informationen über die langfristigen Auswirkungen bei einer permanenten Nutzung.

Unerwünschte Effekte: Von Übelkeit bis zu Entzündungen

Besonders zu Beginn der Behandlung sowie bei Dosisanpassungen können Völlegefühl, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen vorkommen. Fachleute empfehlen deshalb, kleinere und fettärmere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. In Ausnahmesituationen sind auch schwerwiegende Folgen wie Entzündungen an Gallenblase und Bauchspeicheldrüse möglich.

Der Haken: So teuer sind die Abnehmspritzen

Die Hoffnung auf unkompliziertes Abnehmen ist eine kostspielige Angelegenheit. Abhängig vom Mittel und der Dosierung schlägt eine Behandlung mit 43 bis 122 Euro zu Buche – und das wöchentlich. Weil die Injektionen als Lifestyle-Präparate eingestuft werden, kommen die gesetzlichen Kassen für die Ausgaben nicht auf. Lediglich bei einigen privaten Krankenversicherungen kann die Situation anders sein.

Achtung bei Online-Rezepten: So bekommt man die Spritze

Diese Mittel sind nur mit einem Rezept erhältlich. Die korrekte Vorgehensweise ist daher stets der Gang zum Hausarzt oder zur Hausärztin. Diese beurteilen, ob eine Therapie aus medizinischer Sicht ratsam ist. Im Netz machen jedoch telemedizinische Anbieter Werbung damit, die Injektionen fix und einfach zu verordnen – häufig allein auf Grundlage eines Online-Fragebogens.

Davor mahnt die Verbraucherzentrale NRW dringend und bewertet diese Praxis als „rechtlich unzulässig“. Der Grund: Solche Formulare können einfach gefälscht werden, was auch Personen ohne medizinischen Bedarf den Zugang zu den wirkstarken Präparaten ermöglichen könnte. Dies birgt deutliche Gefahren für die Gesundheit. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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