Alarm am Badesee: So schädlich ist Ihre Sonnencreme
Gefahr im BadeseeExpertin warnt vor schädlichen Stoffen in Sonnencremes

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Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Es gibt eine Vielzahl an UV-Filtern, von denen einige im Verdacht stehen, der Umwelt zu schaden.
Sonnencreme-Alarm am Badesee: Was wirklich in eurem Schutz für die Haut lauert Klar, Sonnenschutz ist Pflicht! Aber habt ihr gewusst, dass ihr damit der Natur schaden könntet? Eine Fachfrau schlägt Alarm wegen bestimmter Zutaten in Sonnenlotionen. Die können für unsere Gewässer zum echten Problem werden.
Sonnenschutz bewahrt die Haut vor Schäden. Doch was geschieht, wenn wir uns eingecremt in den Fühlinger See oder ein anderes Gewässer stürzen? Luise Körner, Teamleiterin Chemikalienpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), macht es deutlich: „Beim Baden im See oder Meer können Stoffe aus der Sonnencreme direkt in die Umwelt gelangen“.
Die Hauptsorge dabei: In zahlreichen Lotionen stecken Mikroplastik oder auch flüssige Polymere. Die Fachfrau erläutert die Konsequenzen: „Diese bauen sich in der Umwelt nur sehr schwer ab und reichern sich in Gewässern, Böden und Organismen an“.
Warum chemische Filter ein Problem sind
Die Abwehr von Sonnenbrand und Zellschäden durch UV-Strahlen übernehmen die UV-Filter. Für Sonnenschutzprodukte sind innerhalb der EU insgesamt 32 dieser Substanzen erlaubt. Man unterscheidet prinzipiell zwischen zwei Kategorien: chemische und mineralische.
Luise Körner beschreibt den Unterschied: „Chemische UV-Filter dringen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um, während mineralische Filter auf der Hautoberfläche bleiben und das Licht reflektieren“. Aber gerade manche dieser chemischen Substanzen bereiten Naturschützern große Sorgen. Die Fachfrau mahnt: „Einige chemische UV-Filter stehen im Verdacht, Korallen und anderen Wasserorganismen zu schaden“. Man vermutet, dass sie eine hormonähnliche Wirkung haben könnten.
Mineralische Filter: Die Alternative mit einem Schönheitsfehler
Mineralische UV-Filter, beispielsweise Titandioxid oder Zinkoxid, werden laut Körner als die umweltschonendere Option angesehen. Allerdings gibt die Stiftung Warentest zu bedenken, dass die wissenschaftliche Basis zur Umweltfreundlichkeit etlicher Filter noch lückenhaft ist und keine endgültigen Urteile zulässt.
Ein bekannter Minuspunkt bei mineralischen Lotionen ist der weiße Schleier, der häufig auf der Haut zurückbleibt. Manche Produzenten nutzen deswegen Partikel im Nano-Format, um dies zu umgehen. Laut Luise Körner ist jedoch noch unklar, welche Effekte diese winzigen Partikel auf die Natur haben. Ihre Empfehlung lautet daher: Schaut genau auf die Zutatenliste und lasst Produkte liegen, die das Präfix „nano“ enthalten.
Einkaufshilfe per App: So findet ihr Schadstoffe
Um beim Shoppen auf Nummer sicher zu gehen, lässt sich der Strichcode des Sonnenschutzmittels mit der „„ToxFox““-App vom BUND einscannen. Diese Anwendung gibt etwa eine Warnmeldung aus für den chemischen Filter DHHB. Der Grund: Lotionen mit diesem Stoff könnten durch den hormonell aktiven Weichmacher DnHexP belastet sein.
Der „Wie bitte?!“-Moment: Warum „korallenfreundlich“ nichts garantiert
Einige Artikel werden als „korallenfreundlich“ beworben. Doch Vorsicht ist geboten: Diese Bezeichnung hat keinen rechtlichen Schutz. Luise Körner erläutert: „Meist bedeutet diese Angabe, dass auf bestimmte chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat verzichtet wurde“. Sie fügt hinzu: „Diese UV-Filter sind als hormonelle Schadstoffe bekannt.“
Die Fachfrau empfiehlt dennoch, wachsam zu bleiben. Ihr Zitat macht deutlich, warum: „Denn sowohl andere hormonelle Schadstoffe als auch Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe können in so einer Sonnencreme trotzdem enthalten sein.“
Ganz einfach: So schont ihr euch und die Natur
Was also ist zu tun, damit so wenig Lotion wie möglich ins Gewässer gelangt? Gebt der Sonnenlotion Zeit zum Einwirken, ehe ihr ins kühle Nass hüpft. Körner sagt dazu: „Cremes und Sticks sind die bessere Wahl, denn bei Produkten zum Aufsprühen gelangt bereits beim Auftragen ein Teil des Produktes in die Umwelt“.
Ein zusätzlicher Schutz durch Kleidung und das Vermeiden der starken Mittagshitze hilft ebenfalls – und spart Sonnenlotion. Genauso ratsam ist es, nicht am Badeplatz zu duschen, sondern erst daheim. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
