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Brisante ZahlenVerheerende Trump-Umfrage: „Es ist schrecklich, alles ist schrecklich“

Sein Rückhalt in der Bevölkerung schwindet: US-Präsident Donald Trump, hier Anfang Mai im Weißen Haus.

Copyright: IMAGO/UPI Photo

Sein Rückhalt in der Bevölkerung schwindet: US-Präsident Donald Trump, hier Anfang Mai im Weißen Haus.

Eine neue Umfrage der New York Times und des Siena College zeigt:  Trump verliert in nahezu allen wichtigen politischen Feldern massiv an Rückhalt – mit möglicherweise verheerenden Folgen für die Zwischenwahlen im November.

Diese Zahlen sind verheerend: Fast zwei Drittel der Wähler halten US-Präsident Donald Trumps (79) Entscheidung, den Krieg gegen den Iran zu führen, für falsch – darunter fast drei Viertel der für den Wahlausgang wichtigen unabhängigen Wähler. Weniger als ein Viertel aller Befragten ist davon überzeugt, der Konflikt sei die Kosten wert gewesen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der „New York Times“ und des Siena College hervor, für die zwischen dem 11. und 15. Mai 2026 insgesamt 1.507 registrierte Wähler befragt wurden.

Trumps allgemeine Zustimmungsrate liegt demnach bei nur noch 37 Prozent – der niedrigste Wert seiner zweiten Amtszeit in dieser Erhebungsreihe. Unabhängige Wähler sind dabei besonders deutlich abgesprungen: 69 Prozent missbilligen Trumps Arbeit als Präsident, im Januar waren es noch 62 Prozent.

Breite Ablehnung in allen Politikfeldern

Die Zahlen sind in nahezu allen Bereichen brisant für Trump: 64 Prozent der Wähler missbilligen seinen Umgang mit der Wirtschaft, 65 Prozent sind unzufrieden damit, wie er mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt umgeht, und 69 Prozent lehnen sein Krisenmanagement bei den gestiegenen Lebenshaltungskosten ab.

Lediglich bei der Einwanderung hält sich die Ablehnung mit 56 Prozent noch in vergleichsweise moderatem Rahmen – bei einer Zustimmungsrate von 41 Prozent, Trumps letzter verbliebener Stärke.

44 Prozent aller Wähler geben an, Trumps Politik habe ihnen persönlich geschadet – im Herbst 2025 waren es noch 36 Prozent.

Brent Klein Jr., ein 43-jähriger republikanischer Trump-Wähler aus Branson, Missouri, fasst seine Enttäuschung gegenüber der „New York Times“ so zusammen: „Er tut nicht das, was er versprochen hat. Das ist meine größte Frustration mit ihm.“ Klein bezeichnete sich als „sehr verärgert“ über Trumps Entscheidung, den Iran ohne Zustimmung des Kongresses anzugreifen: „Ich will einfach, dass meine Familie ein gutes, gesundes Leben führt – und nicht ständig immer mehr für Lebensmittel und so zahlen muss.“

Wirtschaft im freien Fall

Die wirtschaftliche Stimmung hat sich seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar dramatisch verschlechtert. Der durchschnittliche Benzinpreis ist laut dem Automobilclub AAA auf über 4,50 Dollar pro Gallone gestiegen. Der Anteil der Wähler, die die Wirtschaftslage als „schlecht“ bewerten, ist seit Januar um 11 Prozentpunkte gestiegen – auf fast die Hälfte aller Befragten. Selbst unter Republikanern ist die Stimmung gekippt: Rund die Hälfte bewertet die Wirtschaft nur als „mittelmäßig“ oder „schlecht“.

Francine Alfano (56) die 2024 für Trump gestimmt hat und in Vineland, New Jersey, einen Foodtruck betreibt, bringt es auf den Punkt: „Am Anfang lief die Wirtschaft gut, und er tat, was er tun sollte. Als wir in den Krieg zogen, änderte sich alles.“ Und weiter: „Es ist schrecklich. Alles ist schrecklich. Es hat mich völlig getroffen.“

Demokraten profitieren noch kaum

Trump selbst zeigte sich von den Sorgen seiner Landsleute unbeeindruckt. Noch während die Umfrage durchgeführt wurde, sagte er Reportern, die finanzielle Situation der Amerikaner motiviere ihn „nicht mal ein bisschen“ dazu, den Krieg zu beenden: „Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner. Ich denke an eine Sache: Wir können nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekommt.“

In einer hypothetischen Frage zu den Midterms liegen die Demokraten mit 50 zu 39 Prozent deutlich vorn – ein Vorsprung von 11 Punkten. Bei unabhängigen Wählern beträgt der demokratische Vorsprung sogar 18 Punkte. Allerdings können die Demokraten kaum von Trumps Schwäche profitieren: Nur 26 Prozent der Wähler zeigen sich mit der Demokratischen Partei zufrieden. Matthew Berryhill, 35, ein Personalvermittler aus Marietta, Georgia, der sich als progressiver Demokrat bezeichnet, kritisiert: „Sie kämpfen in meinen Augen einfach nicht hart genug zurück. Sie machen starke Aussagen, aber es folgen keine Taten, die das untermauern.“ (mg)

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