Schauspieler Mueller-Stahl: Abrechnung mit Trump auf Leinwand
„Nullserie der Menschheit“Armin Mueller-Stahl rechnet in neuer Ausstellung mit Trump ab

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Armin Mueller-Stahl ist nicht nur ein Filmstar, sondern auch ein Maler mit einem facettenreichen und teils hochpolitischen Werk. (Archivbild)
Ein gefeierter Star auf der Leinwand, aber Armin Mueller-Stahl (95) hat noch eine andere Seite. Eine frische Schau am Niederrhein präsentiert seine Kunstwerke – und ein Bild enthält eine unmissverständliche Ansage an einen US-Präsidenten.
Armin Mueller-Stahl: ein Mann mit vielen Begabungen. Seine Laufbahn führte ihn nicht nur durch die DDR und Westdeutschland, er arbeitete in Hollywood auch Seite an Seite mit Legenden wie Jessica Lange, Meryl Streep und Tom Hanks. Der hochdekorierte Darsteller („Die Manns - ein Jahrhundertroman“) ist aber ebenso ein talentierter Künstler, der seine Erlebnisse auf die Leinwand bringt.
Im Museum Schloss Moyland am Niederrhein könnt ihr die Ausstellung „Nacht und Tag auf der Erde“ bis zum zwanzigsten September erleben. Mit über 120 Werken wird das beeindruckende Lebenswerk des heute 95-jährigen Malers, Musikers und Schauspielers gefeiert. Für die Eröffnung plant Mueller-Stahl sogar, persönlich anzureisen.
Trump-Gemälde: So hart rechnet der Star ab
Zu sehen gibt es Gemälde, Zyklen von Druckgrafiken, frische Papierarbeiten und eine Reihe von Porträts, die jüdische Freunde und Begleiter von ihm zeigen. Auch Bildnisse bekannter jüdischer Figuren wie Franz Kafka und Billy Wilder sind Teil der Schau.
Richtig politisch wird es bei den großformatigen Bildern von Mueller-Stahl, die beinahe abstrakt erscheinen. Er verarbeitet darin die Terrorakte von Paris, gewaltsame Demonstrationen in Teheran und befasst sich mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Was er von Trump hält, brachte er 2018 deutlich auf einem Gemälde zum Ausdruck.
„Dieser Mann stammt aus der Nullserie der Menschheit, er ist so kaputt, dass es sich nicht lohnt, ihn zu reparieren“, lauten die Worte, die er auf das Werk malte. Ein echter „Wie bitte?!“-Moment für die Besucherinnen und Besucher.
Sein Weg: Von der DDR bis nach Hollywood
Mueller-Stahl zeichnet mit zarten Linien sehr eindringliche Antlitze. Da er gelernter Konzertgeiger ist, verbindet er seine Kunstwerke oft mit Motiven der Klassik oder des Jazz. Zusätzlich zu den Gemälden gibt es Clips aus seinen zahlreichen Filmrollen zu sehen, zum Beispiel aus „Nackt unter Wölfen“, „Lola“ und „Shine“, und auch Video-Gespräche.
Die Schau gewährt zudem einen Blick auf die Lebensgeschichte des Künstlers, der 1930 in Tilsit in Ostpreußen zur Welt kam und sowohl das NS-Regime als auch die DDR miterlebte. Eine Zeittafel verknüpft wichtige Stationen seines Lebens, geschichtliche Ereignisse, Ausstellungen und listet seine Bücher und Filme auf. Direkt im Eingangsbereich hängen neben eigenen Abbildungen auch fotografische Porträts, die von Künstlerfreunden Mueller-Stahls stammen.
Verantwortlich für die von Antje-Britt Mählmann, der Chefin des Museums Moyland, kuratierte Schau ist eine Zusammenarbeit. Partner sind die Kunsthalle aus Emden und die Stiftung für Kunst und Kultur Opelvillen in Rüsselsheim. (dpa/red)
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