US-China-Gipfel: Freundliche Worte, aber große Differenzen.
Gipfel der SchmeicheleienTrump und Xi loben sich, doch hinter den Kulissen kracht es

Copyright: Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa
Trump und Xi sind betont freundlich zueinander.
US-chinesisches Gipfeltreffen in Peking von Meinungsverschiedenheiten geprägt
Peking – Bei einem Gipfeltreffen zwischen China und den USA in Peking sind erhebliche Differenzen deutlich geworden. Während offizielle Bilder Harmonie vermittelten, bestanden hinter den Kulissen Meinungsverschiedenheiten, insbesondere bezüglich des Irans und der Taiwan-Frage.
Am zweiten Tag des Treffens setzten US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping ihre Gespräche fort. Der Begegnungsort war der Zhongnanhai-Komplex, ein historischer Regierungssitz nahe der Verbotenen Stadt, der für ausländische Staatsgäste nur selten zugänglich ist. Im Anschluss an die Gespräche war die Rückreise Trumps in die USA geplant. Die bisherigen Ergebnisse des Staatsbesuchs zeichnen ein uneinheitliches Bild.
Unterschiedliche Darstellungen der Gesprächsinhalte
Bereits am ersten Tag des Besuchs zeigten sich deutliche Abweichungen in den offiziellen Zusammenfassungen beider Seiten. Dies wurde besonders bei den Themen Iran und der Straße von Hormus ersichtlich. Nach US-Angaben bestand Einigkeit darüber, die Wasserstraße für Tanker frei zu halten. Xi habe sich demnach gegen eine Bewaffnung der Route und gegen Mautgebühren ausgesprochen und zudem angedeutet, den Kauf von amerikanischem Öl zu erhöhen. In der chinesischen Zusammenfassung des Gesprächs wurde dieses Thema hingegen nicht erwähnt.
Umgekehrt verhielt es sich bei der Taiwan-Frage. China, das die demokratisch regierte Insel als Teil seines Territoriums betrachtet, thematisierte diesen Punkt prominent. Laut chinesischen Angaben mahnte Xi zu einem äußerst behutsamen Umgang mit der Taiwan-Frage, um die bilateralen Beziehungen nicht zu gefährden. Die amerikanische Seite erwähnte Taiwan in ihrer ersten Zusammenfassung nicht.
Der Eindruck entstand, dass die US-Seite auf die Verkündung schneller Ergebnisse abzielte, während die chinesische Darstellung den Fokus auf die langfristige Gestaltung der bilateralen Beziehungen legte. Xi sprach in diesem Zusammenhang von einer „konstruktiven strategischen Stabilität“ zwischen den USA und China.
Trumps mediale Zurückhaltung
Während seiner zweiten Amtszeit ist Präsident Trump für seine hohe Aktivität im sozialen Netzwerk Truth Social bekannt. Während der China-Reise äußerte er sich dort jedoch kaum.
Auch auf Nachfragen von Journalisten, auf die er in Washington üblicherweise reagiert, ging er in Peking nicht ein. Bisher gab es keine öffentlichen Äußerungen Trumps außerhalb seiner vorbereiteten Redemanuskripte. Seine beiden Ansprachen fielen kurz aus und wurden vom Manuskript abgelesen, was als untypisch für ihn gilt. Eine Pressekonferenz fand am ersten Gipfeltag nicht statt. Ob dies auf eine Auflage der chinesischen Seite oder eine Entscheidung seines eigenen Teams zurückzuführen ist, blieb unklar.
Stattdessen gab Trump dem Sender Fox News nach dem Gespräch mit Xi ein Interview. Der Sender ist für seine überwiegend positive Berichterstattung über den US-Präsidenten bekannt.
Freundliche Rhetorik trotz inhaltlicher Differenzen
Die Liste der strittigen Themen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften ist lang und umfasst neben Iran und Taiwan auch Strafzölle, Handelshemmnisse und Chinas Marktdominanz bei seltenen Erden.
Bei den offiziellen Terminen in Peking war davon wenig zu spüren. Beide Seiten äußerten wiederholt Komplimente und Respektsbekundungen. „Wir sollten Partner statt Rivalen sein“, sagte Xi zu Beginn des Gesprächs. Trump erwiderte: „Wir hatten eine fantastische Beziehung“ und fügte hinzu: „Sie sind eine große Führungspersönlichkeit“.
Im Interview mit Fox News äußerte sich Trump auch zu Xis Erscheinung: „Ich sage über ihn, dass, wenn man nach Hollywood ginge und nach einer Führungsperson aus China für eine Rolle in einem Film suchen würde, könnte man keinen Typen wie ihn finden.“ Trump kommentierte auch Xis Körpergröße: „Er ist groß, sehr groß, und vor allem für dieses Land, denn dort neigen sie dazu, ein bisschen kleiner zu sein.“
Mögliche Folgetreffen
Nach dem Besuch in Peking könnten im laufenden Jahr weitere Begegnungen folgen. Trump lud seinen chinesischen Amtskollegen für den 24. September zu einem Staatsbankett nach Washington ein. Eine Zusage Xis steht noch aus. Weitere Gelegenheiten für Treffen könnten der Apec-Gipfel im November in Shenzhen oder der G20-Gipfel einen Monat später in Miami sein. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
