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Tarif-Hammer in der Chemie-BrancheKrieg im Nahen Osten verschärft den Zoff um 585.000 Jobs

Chemiebranche

Copyright: Uwe Anspach/dpa

Die Chemiebranche kämpft gegen hohe Energiepreise und Wirtschaftsflaute - die Tarifverhandlungen stocken (Archivbild)

Kriegsangst bei Tarif-Verhandlungen um 585.000 Jobs.

Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Für die etwa 585.000 Angestellten der Chemie- und Pharmasparte hat die dritte Verhandlungsphase begonnen. In Bad Breisig in Rheinland-Pfalz ringen die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC um höhere Löhne und den Erhalt von Jobs. Die Gespräche sollen bis Mittwoch dauern und finden inmitten einer wirtschaftlichen Talfahrt statt.

Bereits Ende Februar wurde die Runde ergebnislos abgebrochen. Nun sorgt eine neue, explosive Entwicklung für zusätzliche Probleme: Der Krieg im Nahen Osten gestaltet die Gespräche noch schwieriger, wie die „dpa“ berichtet. Speziell die Chemieindustrie ist massiv von Öl und Gas abhängig – nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch als Grundstoff für Plastik, Arzneien oder Kosmetik. Höhere Energiepreise treffen die Unternehmen mit voller Wucht.

Drittgrößte deutsche Industriebranche steckt in der Krise

Die Positionen sind festgefahren. Die Arbeitgeberseite besteht aufgrund der Krise auf Lohnverzicht, während die IG BCE den Schutz von Arbeitsplätzen und ein Gehaltsplus oberhalb der Teuerungsrate fordert. Diese Rate könnte durch den Konflikt im Nahen Osten noch weiter klettern. Eine genaue Prozentzahl nannte die Gewerkschaft allerdings nicht. Der vorherige Tarifvertrag hat seit Ende Februar keine Gültigkeit mehr.

Pharmaindustrie wächst, klassische Chemie leidet

Dieser Sektor ist ein Schwergewicht: Nur der Automobil- und der Maschinenbau sind hierzulande größer als die Chemie- und Pharmasparte. Angaben des Chemieverbandes VCI zufolge wurde im Jahr 2025 ein Erlös von etwa 220 Milliarden Euro generiert. Die Situation ist jedoch zweigeteilt: Das Pharmageschäft floriert, aber die traditionelle Chemie befindet sich schon lange in einer Tiefphase. Belastet wird sie durch hohe Energiekosten, amerikanische Zölle, die flaue Wirtschaftslage und zu viel Angebot auf dem globalen Markt. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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