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ADAC-Studie in KölnHandy am Steuer – „Praktisch blind unterwegs“

Ein Blick aufs Handy am Steuer

Copyright: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Blick auf das Handy kann sekundenlange Unaufmerksamkeit bedeuten. (Symbolbild)

Aktualisiert:

Handy am Steuer: Neue Zahlen zeigen ein erschreckendes Ausmaß.

Eine kurze Nachricht, ein schneller Blick auf die Navi-App – und schon ist es passiert. Die Nutzung des Smartphones am Steuer ist für viele zur gefährlichen Gewohnheit geworden.

Neue Studien zeigen jetzt das erschreckende Ausmaß, auch in Köln.

Erschreckendes Ergebnis der ADAC-Studie

Der ADAC warnt: Das Handy am Steuer hat sich für manche zu einer riskanten Routine entwickelt. Eine Untersuchung des Automobilclubs in fünf Metropolen, darunter auch Köln, ergab Erschreckendes. Etwa 2,7 Prozent der Autofahrenden und 1,4 Prozent der Personen auf Fahrrädern oder E-Scootern griffen während der Fahrt zum Mobiltelefon. Was an roten Ampeln geschah, floss in diese Zählung nicht mit ein.

Auch die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (Bast) schlägt in die gleiche Kerbe.

Ihre aktuellste Studie zur Handy-Nutzung im Verkehr macht klar: Unaufmerksamkeit durch Mobiltelefone ist nach wie vor ein massives Problem. Die Erhebungen aus dem Jahr 2024 belegen, dass 4,5 Prozent der Pkw-Lenker (im Vergleich zu 4,9 Prozent in 2022) aktiv mit ihrem Smartphone oder einem ähnlichen technischen Gerät hantierten.

Die Untersuchung der Bast zeigt auch, wo die Gefahr am größten ist: Auf Autobahnen wird am häufigsten zum Handy gegriffen, danach folgen Landstraßen. In der Stadt passiert es am seltensten. Die Studie enthüllt Details: Meistens hielten die Personen am Steuer das Gerät einfach in der Hand, ohne zu telefonieren, oder tippten auf dem Display in der Mittelkonsole.

Männer am Steuer öfter abgelenkt als Frauen

Die Bundesanstalt stellte zudem fest: Männer ließen sich häufiger vom Smartphone ablenken als Frauen.

Und was ist mit den Radfahrenden? Hier registrierte die Bundesanstalt bei 2,4 Prozent eine aktive Benutzung (2022 waren es 3,6 Prozent). Eine sogenannte potenzielle Nutzung – also das Handy in Reichweite – lag sogar bei 8,8 Prozent (gegenüber 7,9 Prozent in 2022). Ein interessantes Detail: Radlerinnen und Radler waren vor allem nachmittags unaufmerksam. Im Gegensatz dazu waren Autofahrende vermehrt am Vormittag abgelenkt, ihre Handynutzung sank im Laufe des Tages.

Die Gefahr eines Unfalls wird dabei laut ADAC massiv unterschätzt. ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold findet deutliche Worte: „Wer auch nur wenige Sekunden auf das Display schaut, ist im Stadtverkehr praktisch blind unterwegs“. Er rechnet vor: Bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde legt ein Fahrzeug fast 30 Meter zurück, wenn der Blick nur zwei Sekunden auf dem Bildschirm haftet. In dieser Zeit sei das Gehirn so auf das Mobiltelefon fixiert, dass Warnsignale und Gefahren aus der Umgebung einfach ignoriert werden.

Unaufmerksamkeit gehört zu den schlimmsten Gefahrenquellen im Verkehr. „Wer während der Fahrt Nachrichten liest oder tippt, reagiert gar nicht oder zu spät auf Gefahrensituationen. Deshalb haben Unfälle, die auf Ablenkung zurückzuführen sind, häufig so verheerende Folgen“, führt Suthold aus. Diese Warnung gelte für alle Verkehrsteilnehmenden, nicht nur für die am Steuer eines Autos. Ein kurzer Augenblick der Nachlässigkeit auf dem Fahrrad kann ebenfalls zu katastrophalen Unfällen führen.

Forderung nach mehr Kontrollen und „Handyblitzern“

„Neben Aufklärung brauchen wir eine konsequente Überwachung bestehender Regeln. Nur wenn die Gefahr der Entdeckung steigt, wird sich das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer nachhaltig ändern“, fordert Suthold. Deswegen seien intensivere Kontrollen absolut notwendig. Er verweist auf Rheinland-Pfalz als Vorreiter: Das Bundesland hat als erstes eine rechtliche Basis für den Einsatz von sogenannten Handyblitzern, zum Beispiel von Brücken, geschaffen. Eine solche gesetzliche Regelung sei auch in anderen Teilen Deutschlands die Bedingung für den Einsatz.

Die Erhebung des ADAC wurde im März und April in den Metropolen Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München durchgeführt. Insgesamt kamen 9.573 Personen am Steuer von Kfz sowie 9.239 Menschen auf Fahrrädern und E-Scootern unter die Lupe. Die Prüfer stellten 262 Handy-Sünden bei den Autofahrenden und 125 bei den anderen Gruppen fest.

Ein Sprecher des ADAC merkte an, dass die Resultate sich stark mit den innerstädtischen Daten der Bast decken. Für ihre eigene Untersuchung beobachtete die Bundesanstalt sogar 80.000 Pkw-Fahrende, 47.000 Radelnde und 50.000 zu Fuß Gehende in 14 verschiedenen Regionen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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