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Kein Sprit-Rabatt für euchExperten sagen: Teuer tanken ist Absicht

Tanken

Copyright: Sebastian Kahnert/dpa

Tanken ist teuer geworden in der Iran-Krise. Vor Subventionen warnen Reiches Berater aber. (Symbolbild)

Ihr schäumt vor Wut an der Zapfsäule? Das wird erstmal nicht besser. Ganz im Gegenteil: Wirtschaftsberater der Regierung finden hohe Preise sogar gut. Was das für euren Geldbeutel in Köln und der Region bedeutet.

Die Ratgeber von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erteilen einem Tankrabatt oder einer Übergewinnsteuer eine deutliche Abfuhr. Laut einer Meldung der dpa vertreten vier Ökonomen in einem Gutachten die Ansicht, dass höhere Preise eine gewollte Knappheit signalisieren. Das Ziel dahinter: Der Verbrauch soll gedrosselt werden.

Staatliche Hilfen? Fehlanzeige!

Die Fachleute empfehlen der Regierung generell, sich bei Staatsausgaben zurückzuhalten. „In der aktuellen Situation gibt es derzeit keinen Grund für besondere Subventionen“, steht in ihrem Papier. Die Lage sei nicht mit dem extremen Szenario von 2022 zu vergleichen, als die Abhängigkeit von russischem Gas bestand. Stattdessen bringen sie eine andere Idee auf den Tisch: „Auch Steuersenkung müssen erwogen werden, gerade ein Vorziehen der Körperschaftsteuersenkung ist geboten.“

Zu dem „Wissenschaftlichen Beraterkreis Wirtschaftspolitik“ gehören die renommierten Wirtschaftsforscher Veronika Grimm, Justus Haucap, Stefan Kolev und Volker Wieland.

Neue Tankstellen-Regel sorgt für Kopfschütteln

Auch die neue Regelung, nach der Tankstellen ihre Preise nach österreichischem Vorbild nur noch einmal am Tag anheben dürfen, stößt bei den Experten auf Skepsis. Sie bezweifeln die Wirksamkeit und empfehlen, die Maßnahme nach drei Jahren zu überprüfen.

Ihre Haltung ist knallhart: „Ultimativ gehören auch Preissteigerungen zu den Risiken des Lebens. Der Staat kann und sollte seine Bürgerinnen und Bürger nicht gegen jedwede Risiken des Lebens wie etwa einen temporären Anstieg der Kraftstoffpreise absichern.“

Fracking als Lösung für Deutschland?

Die Berater schlagen zudem vor, unkonventionelle Methoden zu prüfen. So solle die Möglichkeit, die Gasförderung hierzulande durch Fracking auszubauen, ernsthaft erwogen werden. Bei dieser umstrittenen Technik wird Gas aus Gesteinsschichten gelöst, was Kritiker wegen Gefahren für das Grundwasser fürchten.

Zusätzlich raten sie Deutschland und Europa, vermehrt langfristige Gaslieferverträge zu vereinbaren. Dass dies durch die aktuellen Klimaziele erschwert wird, sehen sie als ein Problem an.

Veronika Grimm

Copyright: Britta Pedersen/dpa

Veronika Grimm meint, Europas Zurückhaltung beim Gas bringe den weltweiten Klimaschutz nicht voran. (Archivbild)

Ein weiteres Argument der Experten: Wenn Deutschland weniger Gas nutzt, wird es einfach in anderen Weltregionen verbraucht – womöglich mit noch schlimmeren Auswirkungen auf das Klima. Zugleich bestehe die Gefahr, dass Industrie abwandert, um dann im Ausland klimaschädlicher zu produzieren und die Waren zurück nach Europa zu liefern.

Was bedeutet das für die Inflation und dich?

Sollten die derzeitigen Preissteigerungen zwei bis drei Monate anhalten, müsse man mit einem Inflationsanstieg rechnen, erklärte Experte Wieland laut dpa. Eine Modellrechnung im Gutachten legt einen Zuwachs um einen Prozentpunkt nahe. Zum Vergleich: Im Februar lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,9 Prozent. Auch die Wachstumsprognose würde dann nach unten korrigiert.

Die jetzige Lage sei jedoch nicht mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 vergleichbar. Mittlerweile ist die deutsche Gasversorgung durch Importe von Flüssiggas, etwa aus den USA, breiter aufgestellt. Zwar liegt ein Fokus auf der Straße von Hormus, wo der Schiffsverkehr fast kollabiert ist, doch die Lieferungen von dort waren ohnehin größtenteils für Asien bestimmt. Die steigenden Weltmarktpreise treffen uns aber trotzdem.

Ein überraschender Hoffnungsschimmer kommt aus dem Iran: Sollte es dort zu einem politischen Wandel und der Aufhebung von Sanktionen kommen, könnte die deutsche Wirtschaft stark profitieren. Vor allem der Maschinen- und Anlagenbau könnte gute Geschäfte machen. Iranisches Öl könnte obendrein die Preise auf dem Weltmarkt drücken. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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