Eine neue Analyse enthüllt das wahre Ausmaß der Krise. Welche Branchen es am schlimmsten erwischt und was das für uns alle bedeutet.
Schock-Zahlen für Deutschland118-mal krachte es an der Börse

Copyright: Boris Roessler/dpa
Handelsraum in Frankfurt: Reihenweise börsennotierte Firmen müssen ihre Gewinnziele korrigieren. (Archivbild)
Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck. Im Jahr 2025 mussten börsennotierte Konzerne über 100 Mal ihre eigenen Ziele kassieren. Eine Untersuchung der Beratungsfirma EY-Parthenon, von der die dpa berichtet, zählt exakt 118 solcher Alarmmeldungen. Zwar ist das ein Rückgang (2024: 153; 2023: 160), doch diese Zahlen sind ein klares Zeichen für die Nervosität am Markt.
Doch die Entwarnung ist trügerisch. Der Grund für die weniger schlechten Nachrichten ist nicht unbedingt ein Wirtschaftsaufschwung, sondern pure Vorsicht. Andreas Warner, ein Sanierungsexperte von EY-Parthenon, bringt es auf den Punkt: „Viele Unternehmen formulieren ihre Prognosen vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre zurückhaltender und kalkulieren Unsicherheiten stärker ein“. Im Klartext: Die Bosse stapeln aus Sorge lieber tief.
Auto- und Chemie-Riesen wackeln gewaltig
Besonders heftig erwischt es deutsche Schlüsselindustrien. Die Chemie- und Autobranche leiden laut der Analyse massiv unter der schwachen Konjunktur und globalen Problemen wie dem Handelskonflikt mit Amerika und dem Wettbewerb aus China. Die Zahlen sind ein Hammer: In den Börsenligen Dax, MDax und SDax korrigierten 2025 etwa 60 Prozent der Fahrzeughersteller und die Hälfte der Chemiekonzerne ihre Ziele nach unten.
Obwohl sich die Situation bei den Autobauern im Vergleich zu 2024 etwas entspannte, sieht es in der Chemieindustrie düster aus: Die Anzahl der Prognosekorrekturen hat sich hier verdoppelt. Die Gründe: explodierende Energiekosten und eine Flaute bei Aufträgen aus dem Automobil- und Bausektor.
Nicht nur Autos: Auch Medien und Maschinenbau in der Klemme
Betrachtet man alle börsennotierten Firmen, gerieten laut EY-Parthenon vor allem die Medien- und Technologiebranche ins Schleudern. Alleine dort gab es 2025 ganze 24 Alarmmeldungen. Wegbrechende Print-Verkäufe und knauserige Werbekunden drücken auf die Einnahmen. Gleichzeitig müssen Unsummen in die Digitalisierung und KI gesteckt werden – ein Teufelskreis.
Die höheren Zinsen und Banken, die den Geldhahn zudrehen, hatten Folgen: Firmen aus dem Finanz-, Immobilien- und Beteiligungssektor mussten 20 Mal ihre Ziele nach unten schrauben. Nur unwesentlich besser lief es für die Schwerindustrie, zu der der Maschinenbau gehört, mit 18 Korrekturen.
Die Gründe für die Krise – und ein kleiner Lichtblick
Der Hauptgrund für die Hiobsbotschaften war meist eine miese Nachfrage und einbrechende Umsätze (54 Prozent). Danach kamen teure Kredite (17 Prozent), weil die Banken sehr streng sind. Immerhin: Schwierigkeiten in den Lieferketten und explodierende Kosten (jeweils 14 Prozent) waren seltener ein Problem als früher.
Für das laufende Jahr sieht EY-Parthenon einen Hoffnungsschimmer: Wenn sich die deutsche Konjunktur fängt, könnten die Alarmmeldungen wieder abnehmen. Aber zur Entspannung ist es zu früh. Der Konflikt im Iran, teure Energie, der Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und die maue Kauflaune der Leute bleiben gewaltige Gefahren für die deutsche Wirtschaft (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

