Tank-Frust: Analyse enthüllt jetzt eine miese Sprit-Masche
Abzocke vor TankrabattExperten-Analyse: Preise wurden vor der Entlastung erhöht

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Die Preise an den deutschen Tankstellen sind am Montag im Schnitt leicht gestiegen. (Archivbild)
Tank-Frust in Köln und der Region! Der Rabatt kommt zwar an, doch eine Analyse enthüllt jetzt eine miese Masche, die für Wut an der Zapfsäule sorgt.
Eine Untersuchung der Monopolkommission zeigt: Der Tankrabatt landet mittlerweile zum Großteil bei den Autofahrerinnen und Autofahrern. Das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung stützt sich dabei auf einen Preisvergleich mit Frankreich und Großbritannien. In den ersten Tagen nach der Einführung sei die Entlastung allerdings nur lückenhaft bei den Menschen angekommen.
Auch das Münchner Ifo-Institut sieht eine Weitergabe, die nur knapp unter der vollen steuerlichen Vergünstigung von 16,7 Cent pro Liter liegt. Ifo-Experte Florian Neumeier kommt bei seiner Rechnung auf eine tatsächliche Ersparnis von 14 Cent für Diesel und 15 Cent für Superbenzin. Doch die Preise ziehen schon wieder an: Am Montag wurde Sprit laut ADAC im bundesweiten Schnitt wieder teurer. Diesel kostete mit einem Plus von 0,3 Cent 1,987 Euro, E10 stieg um 0,6 Cent auf 1,974 Euro.
Preise schon vor dem Rabatt „systematisch erhöht“
Die Monopolkommission hat aber auch einen Hammer in ihrer Analyse versteckt: Die Daten legen den Schluss nahe, „dass die Kraftstoffpreise in Deutschland im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien bereits vor dem Tankrabatt teilweise systematisch erhöht waren“. Das passe, so die Experten, zu „fortbestehenden Wettbewerbsproblemen auf der deutschen Großhandelsebene“.
Wie kann das sein? Die Fachleute erklären, dass dies kein Widerspruch ist. Das Problem liegt demnach nicht bei der Tankstelle um die Ecke. „Der Tankstellenmarkt ist trotz hoher Konzentration noch der wettbewerblichste Teil der Wertschöpfungskette. Die Befunde sprechen dafür, dass der überproportionale Preisanstieg vor allem auf der Großhandelsebene entstanden ist, während der Tankrabatt auf Einzelhandelsebene inzwischen weitgehend weitergegeben wurde.“
Experten sprechen von „Rakete-und-Feder-Effekt“
Dieses Verhalten ist typisch für Märkte mit wenig Konkurrenz und hat sogar einen Namen: der Rakete-und-Feder-Effekt. Die Erklärung dahinter ist ganz einfach: „Preise steigen in Krisenzeiten oft schnell, sinken bei Entlastungen aber langsamer.“
Insgesamt sieht die Monopolkommission den Tankrabatt – wie viele andere Fachleute auch – kritisch. Gegen eine Verlängerung der Maßnahme sprächen vor allem drei Gründe: „die hohen fiskalischen Kosten, die sozial ungleiche Entlastungswirkung und der Umstand, dass eine Steuersenkung strukturelle Wettbewerbsprobleme nicht behebt.“
Für ihre Analysen schauen sowohl das Ifo-Institut als auch die Monopolkommission auf die Preisentwicklung im Ausland. Während das Ifo sich hauptsächlich Frankreich als Vergleich heranzieht, blickt die Monopolkommission auf Frankreich und Großbritannien. Methodische Unterschiede können dabei zu leicht verschiedenen Ergebnissen führen.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer gilt aber grundsätzlich: Die Spritpreise schwanken je nach Region, Tankstelle und sogar Uhrzeit extrem. Einzelne Zapfsäulen können deshalb deutlich von den bundesweiten Durchschnittspreisen abweichen – vergleichen lohnt sich also immer. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
