Experten warnen vor Preis-Schock an der Zapfsäule
Jetzt wird das Öl knappIEA-Prognose: Markt bleibt bis Oktober massiv unterversorgt

Copyright: Ali Haider/EPA/dpa
Die IEA spricht in ihrem Bericht von einer «sich verschärfenden Zerstörung der Nachfrage» nach Rohöl. (Symbolbild)
Die Situation auf dem Ölmarkt wird immer angespannter, und das könnte jeder von uns bald im Portemonnaie spüren. Eine frische Analyse von Energie-Spezialisten malt ein düsteres Szenario für die nahe Zukunft – mit direkten Folgen für die Spritpreise.
Aufgrund der Auswirkungen des Konflikts im Iran erwartet die Internationale Energieagentur (IEA) einen erheblich stärkeren Einbruch des globalen Ölbedarfs. Laut dem jüngsten, in Paris publizierten Monatsreport des Verbands führender Industrienationen wird der weltweite Verbrauch dieses Jahr voraussichtlich um 420.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag auf rund 104 Millionen Barrel täglich fallen.
Diese Anpassung ist enorm: Im vorherigen Bericht hatte die IEA noch eine Reduzierung von lediglich 80.000 Barrel pro Tag prognostiziert. Zum Jahresanfang rechnete die Organisation sogar noch mit einer Zunahme des täglichen Bedarfs um 770.000 Barrel.
Ölpreise explodieren seit Konfliktbeginn
In ihrem Report spricht die IEA von einer „sich verschärfenden Zerstörung der Nachfrage“. Ursache hierfür ist die plötzliche Explosion der Ölpreise seit Ausbruch des Konflikts. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent schnellte im März von circa 70 Dollar auf zeitweise über 120 US-Dollar hoch. Aktuell wird die Nordseesorte bei 106 Dollar gehandelt.
Der Iran-Konflikt hat dazu geführt, dass die Straße von Hormus, eine der weltweit entscheidendsten Handelsadern, praktisch dicht ist. Die Versorgung mit Rohöl, Erdgas und Treibstoffen aus der Golfregion ist massiv gestört. Das befeuert die Angst um die Weltkonjunktur und sorgt dafür, dass die Ölpreise oben bleiben.
„Massiv unterversorgt“: Reserven leeren sich blitzschnell
„Angesichts lokaler Versorgungsengpässe arbeiten Regierungen und Unternehmen daran, den Ölverbrauch einzudämmen und so die Krise unter Kontrolle zu bringen“, steht im IEA-Bericht. Das passiere mittels Einsparungen, Preisdeckeln oder sogar durch Zuteilungen.
Eine weitere dramatische Konsequenz des Konflikts: Die globalen Rohölreserven schwinden laut IEA in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Um die Märkte zu beruhigen, haben große Wirtschaftsnationen wie die USA, Japan und Deutschland bereits ihre Notfallreserven angezapft. Allein im März und April sanken die globalen Ölvorräte deswegen um etwa vier Millionen Barrel täglich.
Die Fachleute der IEA senden eine klare Warnung: Bis Oktober wird der Markt „massiv unterversorgt“ sein. Dies treffe selbst für den Fall zu, dass die Auseinandersetzung schon nächsten Monat beigelegt würde. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
