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Tschechiens Präsident warnt„In zwei Monaten droht Putins nächste Eskalation“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) begrüßt den tschechischen Präsidenten Petr Pavel vor dem Schloss Bellevue (Archivbild).

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) begrüßt den tschechischen Präsidenten Petr Pavel vor dem Schloss Bellevue (Archivbild).

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Tschechiens Präsident Petr Pavel warnt vor einem engen Zeitfenster im Ukraine-Krieg.

Beim NATO-Gipfel in Ankara wurde nach außen hin Einigkeit gezeigt, doch hinter den Kulissen wächst offenbar die Sorge darüber, dass der nächste russische Kraftakt schon vor der Tür stehen könnte. Tschechiens Präsident Petr Pavel warnt, die Ukraine habe nur wenig Zeit, um Friedensgespräche wieder anzuschieben – sonst drohe Putins Eskalation.

Kiew habe etwa zwei Monate, um die Gespräche wieder in Gang zu bringen, sonst könne Russland den Krieg noch einmal deutlich verschärfen. Das sagte Pavel dem britischen „Telegraph“.

Russland wählt am 20. September ein neues Parlament

Der frühere General begründet seine Warnung mit einem Datum: Russland wählt am 20. September ein neues Parlament. Pavel glaubt, dass Putin vor diesem Termin keine unpopulären Entscheidungen treffen werde – danach aber umso eher. „Ich glaube, es gibt ein Zeitfenster, in dem wir weiter Druck machen und Russland eine klare Botschaft senden sollten, dass wir bereit sind, Verhandlungen zu beginnen“, sagt Pavel.

Und er sagt weiter: „Russland hält im September Parlamentswahlen ab. Präsident Putin wird kaum vorher eine Mobilmachung ausrufen – aber sobald die Wahlen vorbei sind, wird dieses Zeitfenster kleiner.“

„Russland hat gerade sehr viele innere Probleme“

Experten und Beobachter sehen ein Russland, in dem es innenpolitisch aktuell brodelt: Ukrainische Drohnenangriffe reichen bis tief ins Hinterland. Sie treffen russische Ölraffinerien und Infrastruktur, sorgen für Unruhe und Nervosität. Das Benzin ist knapp, es gibt lange Schlangen an Tankstellen, ukrainische Drohnenangriffe sorgen für große Unsicherheit – und die Wut in der Bevölkerung wächst.

Menschen warten im Juni an einer Tankstelle in Moskau: Die strengsten Beschränkungen wurden auf der Krim verhängt: Die Behörden gaben bekannt, dass der freie Verkauf von Kraftstoff in der Region aufgrund von Drohnenangriffen und logistischen Schwierigkeiten ausgesetzt werde.

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Menschen warten im Juni an einer Tankstelle in Moskau: Die strengsten Beschränkungen wurden auf der Krim verhängt: Die Behörden gaben bekannt, dass der freie Verkauf von Kraftstoff in der Region aufgrund von Drohnenangriffen und logistischen Schwierigkeiten ausgesetzt werde.

Pavel sagt: „Russland hat gerade sehr viele innere Probleme und Herausforderungen.“ Seine Schlussfolgerung: Genau jetzt müsse der Westen den Druck hochhalten – militärisch wie diplomatisch.

Pavel fordert, dass die Verbündeten der Ukraine die Unterstützung nicht nur beibehalten sollten. Sie müsse gezielt eingesetzt werden, sodass Russland zurück an den Verhandlungstisch komme. „Deshalb glaube ich, dass wir wirklich weiter Druck aufbauen müssen – der Ukraine geben müssen, was sie braucht, um in ihrer Verteidigung erfolgreich zu sein – und zugleich all unsere diplomatischen Fähigkeiten einsetzen müssen, um Russland davon zu überzeugen, dass es keine andere Wahl hat, als zu verhandeln“, sagt er.

Petr Pavel: NATO-Gipfel „ziemlich reibungslos“ verlaufen

Die Hoffnung: Wenn die Ukraine weiter Ziele tief im russischen Hinterland treffen kann, werde Russland eher bereit sein, über ein Ende des Krieges zu sprechen.

Pavel äußert sich im „Telegraph“ auch zum NATO-Gipfel in Ankara – und liefert dabei einen bemerkenswerten Einblick in den Bereich, der sonst hinter verschlossenen Türen bleibt. Denn ausgerechnet ein Thema, das zuvor für Schlagzeilen sorgte, soll dort keine Rolle gespielt haben: „Während des gesamten Treffens ist kein einziges Wort über Grönland gefallen“, sagt Pavel. Das Treffen sei „ziemlich reibungslos“ verlaufen und „wahrscheinlich besser, als viele erwartet hatten“.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht beim Familienfoto hinter US-Präsident Donald Trump.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht beim Familienfoto hinter US-Präsident Donald Trump.

Die 32 NATO-Staaten hätten ihre drei Hauptziele erreicht: höhere Verteidigungsausgaben, das Demonstrieren von Einigkeit und das Bekräftigen der Unterstützung für die Ukraine. Pavel: „Mission erfüllt“. 

Und Trump? Der tschechische Präsident sagt: „Präsident Trump hat sich nach dem Treffen bei allen bedankt.“ Außerdem habe Trump erklärt – so Pavel wörtlich – er sei „sehr beeindruckt vom Geist, der in diesem Raum gezeigt wurde“. Etwas Ähnliches hatte auch Bundeskanzler Merz nach dem Treffen gesagt: Trump habe in seinem Schlussstatement den Satz „There is a feeling of love in the air“ (zu Deutsch: „Es liegt ein Gefühl von Liebe in der Luft“) gesagt. (mg)

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seiner Regierungserklärung im Bundestag am 9. Juli.
Tumult im Bundestag
Als jemand „Danke, Robert“ ruft, wird Kanzler Merz deutlich