Großangriff auf MoskauNach Drohnen-Hagel: Angst und Wut in Russlands Hauptstadt

Ein Screenshot aus einem Video zeigt eine massive Explosion auf dem Gelände der Ölraffinerie in Moskau am 18. Juni.

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Ein Screenshot aus einem Video zeigt eine massive Explosion auf dem Gelände der Ölraffinerie in Moskau am 18. Juni.

Ein Drohnen-Hagel erschüttert Moskau, eine Raffinerie brennt. Während die Menschen in Panik sind, schweigt der Kreml.

Ein Flammenmeer über Moskau, die Menschen in Panik. Der heftigste Drohnenangriff seit Langem erschüttert die russische Hauptstadt, doch der Kreml hüllt sich in Schweigen.

Die Armee der Ukraine hat mitten ins Herz Russlands gezielt. Bei einer massiven Drohnen-Attacke auf Moskau wurde eine bedeutende Ölraffinerie getroffen, ebenso wie andere Ziele. Gigantische, dunkle Rauchwolken verdunkelten den Himmel über der Metropole, während Anwohner in Sicherheit gebracht werden mussten.

Sämtliche Flughäfen in der Umgebung stellten zeitweise den Betrieb ein. Im Internet verbreiteten sich unzählige Videos von dem Chaos, die Moskauer zwischen fassungslosem Staunen und offener Furcht zeigten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Attacken als eine „völlig gerechtfertigte Antwort“ auf die russischen Angriffe. Aus Moskau kamen umgehend Drohungen, man werde zurückschlagen.

Putin schweigt eisern, Staats-TV spielt Angriff herunter

Der Angriff auf die russische Metropole geschah nur kurz vor einem wichtigen Termin: In Kasan, rund 700 Kilometer östlich von Moskau, empfing Wladimir Putin als Gastgeber die Spitzen der Asean-Staaten. Bei seiner Ansprache zur Eröffnung verlor der Kreml-Chef kein Wort über die brennende Hauptstadt.

Auch die staatlich gelenkten russischen Medien ignorierten den Vorfall weitgehend, wie eine Auswertung der Rechercheplattform „The Insider“ aufdeckt. Die zwei wichtigsten Fernsehsender, Rossija 1 und Perviy Kanal („Erster Kanal“), sprachen demnach nur knapp von abgestürzten Drohnen. Der Sender NTV erwähnte die Attacke in den Frühnachrichten gar nicht erst.

Moskauer in Panik: „Jetzt ist der Krieg Realität“

Doch die Menschen in der Hauptstadtregion konnten die Augen nicht verschließen. Fast jeder dürfte den heftigen Angriff mitbekommen haben. Das Exil-Medium „Meduza“ hat Reaktionen gesammelt, die das Ausmaß des Schocks verdeutlichen.

Ein Screenshot aus einem Video zeigt einen Großbrand in der Moskauer Raffinerie am Morgen des 18. Juni.

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Ein Screenshot aus einem Video zeigt einen Großbrand in der Moskauer Raffinerie am Morgen des 18. Juni.

„Ich lebe in Angst“, zitiert „Meduza“ eine Frau mit dem Namen Nadeschda. „Mein Kind ist im Kindergarten, und es gibt niemanden, der es schützen könnte“, sagt sie weiter. „Wir sind Kanonenfutter in diesem sinnlosen Krieg.“ Ähnlich äußert sich Stepan gegenüber dem Exil-Medium: „Zum ersten Mal seit vier Jahren hatte ich Angst. Der Krieg war immer irgendwo im Hintergrund, etwas in den Nachrichten – und jetzt ist der Krieg Realität.“

„Ich hatte extreme Angst um mein Leben“

Eine weitere Russin erzählte „Meduza“, wie sie von der Attacke aus dem Schlaf gerissen wurde. „Ich bin gegen fünf Uhr morgens aufgewacht, buchstäblich aus dem Bett hochgeschreckt – so laut war der Knall –, danach konnte ich vor Entsetzen nicht mehr schlafen“, beschreibt eine Frau namens Arina die Situation. „Eine Zeit lang saß ich in der Badewanne, denn ich hatte extreme Angst um mein Leben.“

Einige Bewohner Moskaus sehen in den Angriffen mehr als nur Zerstörung. Sie deuten sie als ein Omen, dass die Herrschaft von Kreml-Boss Wladimir Putin möglicherweise ihrem Ende entgegengeht.

Zweifel an Putin wachsen: „So enden wohl große Illusionen“

„Was mich traf, war nicht die Drohne selbst“, erklärte ein Mann namens Sergej dem Exil-Medium. „Es war das Gefühl, dass vor meinen Augen eine Kulisse verschwindet, die man über viele Jahre aufgebaut hatte. So enden wohl große Illusionen. Nicht laut. Nicht unter Fanfaren. Sondern in dem Moment, wenn man plötzlich den Unterschied zwischen Kulisse und Realität sieht.“

Gleichzeitig zeigten sich manche Einwohner der Hauptstadt erleichtert, dass die ukrainischen Attacken sich nicht gegen die Zivilbevölkerung richteten. „Man sollte dankbar sein, dass die Ukraine – anders als Russland – tatsächlich militärische Ziele angreift und keine Wohnhäuser und Kulturdenkmäler“, wird eine Russin von „Meduza“ zitiert. „Der Krieg kehrt dorthin zurück, wo er begonnen hat.“

Im Internet waren die Kommentare teilweise noch bissiger. In einigen kursierenden Videos hörte man wüste Beschimpfungen und höhnisches Lachen. Andere User verspotteten die riesigen Rauchwolken über der Metropole mit dem Vergleich, Moskau sehe nun aus wie „Mordor“, das düstere Reich aus dem Bestseller „Herr der Ringe“.

Sprit-Krise in Russland: Mega-Schlangen an den Tankstellen

Die Konsequenzen der ukrainischen Attacken waren laut Berichten schon am Freitag (19. Juni) spürbar. Der russische Telegram-Kanal Astra meldete enorme Staus und Warteschlangen an vielen Tankstellen in ganz Russland.

Schon in den letzten Wochen führten ukrainische Schläge gegen die russische Öl-Infrastruktur zu Lieferproblemen, zum Beispiel auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Der massive Angriff auf die Moskauer Raffinerie dürfte die Sprit-Krise im Land jetzt noch weiter anheizen.

Selenskyj mit Klartext über Putin: „Er ist ein Wahnsinniger“

Nach der erfolgreichen Attacke auf Moskau fand der ukrainische Präsident Selenskyj deutliche Worte. „Putin will nicht aufhören, und all sein Gerede über den Wunsch nach Frieden ist nichts als Lüge“, postete Selenskyj auf der Plattform X.

„Putin möchte, dass in unserem Land alles in Flammen aufgeht, er ist ein Wahnsinniger – unsere Partner spüren das“, hieß es von Selenskyj weiter, der gleichzeitig aber auch die Bereitschaft Kyjiws zu Verhandlungen mit dem Kreml-Chef betonte.

Kreml lenkt ab – und droht mit weiteren Angriffen

Der Kreml behielt auch am Freitag seine harte Linie bei. Das „Regime“ in Kyjiw fahre seinen eigenen Kurs, sagte zum Beispiel der russische Außenminister Sergej Lawrow. „Das ist keine Linie für Verhandlungen“, fügte Moskaus dienstältester Minister hinzu.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow machte deutlich, worauf sich die Öffentlichkeit und die Medien konzentrieren sollen. Zuerst lobte er die „hohe Leistungsfähigkeit“ der russischen Flugabwehr. Dann empfahl er Journalisten, sich „mehr Filmmaterial aus verschiedenen Städten der Ukraine“ anzusehen.

„Die Aufnahmen zeigen eindrucksvoll die Ergebnisse der Angriffe unserer Streitkräfte“, sagte der Sprecher des Kremls und schloss mit einer Drohung: „Diese Angriffe werden fortgesetzt.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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