Russland leidet inzwischen deutlich unter den Folgen der ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie des Landes. Kremlchef Putin macht seinen Ministerien und Öllieferanten Druck.
Russland immer weiter unter DruckPutin gibt „Probleme“ zu – und hat Krisensitzung einberufen

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Der russische Präsident Wladimir Putin spricht während seines Interviews mit dem russischen Journalisten Pawel Zarubin im Kreml in Moskau.
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Angesichts verstärkter ukrainischer Angriffe hat Russlands Präsident Wladimir Putin „Probleme“ eingeräumt. In einem am Sonntag vom Kreml veröffentlichten Interview mit einem russischen Journalisten sprach er zudem von einer „gewissen“ Treibstoffknappheit. Putin sagte ferner, er rechne mit weiteren Besuchen der US-Unterhändler in Moskau, um über den Ukraine-Konflikt zu verhandeln.
„Was Angriffe auf die kritische Infrastruktur im Allgemeinen und die Energieinfrastruktur im Besonderen betrifft, so verursachen diese Angriffe auf unsere Infrastruktureinrichtungen natürlich Probleme, das ist offensichtlich“, sagte Putin. „Im Moment beobachten wir einen gewissen Mangel, aber er ist nicht kritisch.“
Krisensitzung zu russischem Treibstoffmangel
Die Hauptaufgabe bestehe jetzt darin, die russischen Flugabwehrkapazitäten zu erhöhen und die Treibstoffversorgung sicherzustellen, insbesondere für die Krim, sagte Putin in dem Interview mit dem russischen Journalisten Pawel Sarubin. Er hat zudem eine Krisensitzung zu den aktuellen russischen Versorgungsproblemen einberufen. Auf das Interview beriefen sich russische Nachrichtenagenturen, die vollständige Fassung wurde auf dem Telegram-Kanal des Journalisten veröffentlicht.
Wenige Stunden vor dem Interview hielt Putin eine Rede auf dem Parteitag seiner Partei Geeintes Russland und sprach ebenfalls von „Problemen“, derer sich die Führung bewusst sei. „Wir werden ohne Zweifel alle Herausforderungen bewältigen, mit denen wir heute konfrontiert sind, einschließlich terroristischer Angriffe auf unser Territorium und auf Infrastruktur-Einrichtungen“, sagte er. „Wir werden die Sicherheit sowohl des Landes als auch unserer Bürger gewährleisten, wie auch die Unverletzlichkeit von Russlands Grenzen.“
In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg mit der Ukraine überzieht Russland das Nachbarland nahezu täglich mit Luftangriffen. Zuletzt hatte die ukrainische Armee ihrerseits ihre Luftangriffe auf Ziele innerhalb Russlands ausgeweitet. Dabei greift die ukrainische Armee nach Angaben Kiews neben militärischen Einrichtungen vor allem die russische Öl- und Energieinfrastruktur an.
Wenige Stunden vor Putins Rede hatte eine ukrainische Drohne einen Brand in einer Raffinerie in der südrussischen Region Krasnodar verursacht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als Teil der „Operationen, die Russlands Fähigkeit, diesen Krieg zu führen, schwächen“. Die getroffene Ölraffinerie sei 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Am Freitag hatten die Behörden auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel wegen Treibstoffengpässen und Stromabschaltungen infolge ukrainischer Angriffe den Ausnahmezustand erklärt. (afp/dpa)

