Putin will Stärke zeigen und lässt sich von den Russen vor laufender Kamera feiern. Doch ein kleines Wort, das geheim bleiben sollte, deckt die ganze Lüge auf.
Putin besucht jubelnde MenschenEin kleines Wort deckt die ganze Lüge auf

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Der russische Präsident Wladimir Putin während seines Besuches in Kasan.
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Was für ein Debakel für Putins Propaganda-Maschine: Der Präsident lässt sich in Kasan in der halbautonomen Republik Tatarstan im Südwesten Russlands feiern, schüttelt Hände von lächelnden Bürgern, hört viel Lob von allen Seiten – und das Staatsfernsehen sendet diese Szenen in ganz Russland.
Doch ausgerechnet ein Mann aus Putins Sicherheitsapparat könnte den Beweis dafür geliefert haben, dass an diesen Bildern überhaupt nichts stimmt.
Ein kleines Wort aus seinem Mund könnte Putins Inszenierung völlig ruiniert haben: Der Leibwächter soll die jubelnde Menge vor laufender Kamera als „Massowka“ bezeichnet haben. Das Wort steht im Russischen für engagierte Statisten, die eine Kulisse füllen sollen.
Die Szene spielt sich vor der Kathedrale in Kasan ab, als Putin aus dem Gebäude tritt und von Menschen frenetisch empfangen wird. Wind und Hintergrundgeräusche machen zwar nicht alles verständlich, doch das entscheidende Wort ist deutlich zu hören. Über die Szene berichten mehrere unabhängige russische Medien, darunter „Dialog“.
Der Telegram-Kanal „Vesti“ veröffentlichte ursprünglich den fünfminütigen Clip, der den Besuch von Putin zeigt. Während der Präsident durch die Reihen geht, wird er von Dutzenden FSB-Agenten und bewaffneten Kräften abgeschirmt. Der Auftritt ist Teil eines Treffens mit Vertretern des Verbandes Südostasiatischer Nationen, das in Kasan stattfand.
Solche Auftritte inmitten von Menschenmengen sind rar geworden, Putin zeigt sich seit Monaten deutlich seltener in der Öffentlichkeit. Nach Angaben unabhängiger russischer Journalisten trat er von Januar bis März deutlich weniger öffentlich auf als in den Jahren zuvor. Zudem gilt der Kasan-Besuch als einer der seltenen Termine außerhalb großer Zentren wie Moskau und St. Petersburg.
Auch der Zeitpunkt war pikant: Während Putin in Kasan Hände schüttelt, steigt nach ukrainischen Großangriffen Rauch über Moskau auf. Berichte sprechen von Schäden an einer Ölraffinerie, bei der ein großer Deckel eines Treibstofftanks weggeschleudert wurde. Putin selbst ließ sich bei seinem Termin nichts anmerken.
Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe tief in Russland sorgen laut Medienberichten für Sicherheitsbedenken im Umfeld des Präsidenten: Es gelten massivere Einschränkungen für Mitarbeiter sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Immer wieder heißt es auch, Putin ziehe sich aus Angst vor Anschlägen oder einem Putsch stärker zurück. Gleichzeitig sind Putins Zustimmungswerte auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Invasion 2022 gefallen. (mg)
