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Schlachtfeld Cyberspace Hat Putins Weltkrieg im Internet schon längst begonnen?

Russlands Präsident Wladimir Putin bei seiner aggressiven Rede am 16. März 2022.

Russlands Präsident Wladimir Putin bei seiner aggressiven Rede am 16. März 2022.

Noch sind alle Seiten bemüht, dass es nicht zu einem offenen Konflikt zwischen NATO und Russland kommt. Im Cyberspace aber findet längst eine globale Auseinandersetzung statt.

Der Vormarsch der russischen Truppen in der Ukraine stockt. Und doch zeigt sich Wladimir Putin (69) in Russland zuversichtlich, hält Propagandaveranstaltungen ab, die so krass im Gegensatz zu dem Leid stehen, das er in der Ukraine verschuldet hat. Möglich, dass der Zar im Kreml längst weiterdenkt. Es scheint, als habe im Internet eine Art dritter Weltkrieg bereits begonnen.

Schon vor zehn Jahren hatte Putin selbst angekündigt, dass die nächsten Kriege im Cyberspace stattfinden könnten und Russland dafür bereit sein werde. Ein erster Vorgeschmack war der Einbruch in die Sicherheitssysteme des Deutschen Bundestags 2018, selbst der Computer der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (67) wurde gehackt.

Russlands Internet-Attacke auf zwei Ebenen

Jetzt findet die Attacke auf zwei Ebenen statt. Wie schon in der Ukraine kurz vor der Invasion drohe auch in Deutschland eine Attacke, sollte der Konflikt eskalieren. Thorsten Urbanski. Sprecher des IT-Sicherheitsunternehmen ESET, erklärte gegenüber dem „SWR“: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass bei einer weiteren Eskalation des Konflikts auch Deutschland in den Fokus staatlich motivierter Cyberangriffe gerät. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Computersysteme kleinerer Versorgungsunternehmen, z.B. lokale Energieversorger, bereits infiltriert sind.“

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Gerade Deutschland gilt als leichtes Ziel, andere Länder haben in den letzten Jahren mehr für ihre Sicherheit getan. Die westliche Antwort kommt unter anderem auch durch Hacker des Anonymous-Netzwerks, die Wladimir Putin den Kampf angesagt haben.

Russland-Hacker sind im globalen Süden aktiv

Aber die russischen Hacker nutzen schon jetzt das Internet aktiv als Schauplatz eines Informationskrieges. Wie Datenanalysten belegen, sind russische Bots vor allem in den sogenannten BRICS-Staaten aktiv, also den aufstrebenden Wirtschaftsnationen, zu denen neben Russland auch Brasilien, Indien, China und Südafrika gehört.

Aber auch in den Entwicklungsländern Asiens und Afrikas verzeichnen Analysten extreme Aktivitäten. In sämtlichen lokalen Sprachen wird dort gezielt die russische Propaganda ausgespielt und die NATO als Aggressor hingestellt.

So warnt Carl Miller, Direktor des britischen Zentrums für Social Media Analyse im Londoner Think-Tank „Demos“ und Buchautor über Macht im digitalen Zeitalter: „Wenn wir sagen, dass Kyjiw den Informationskrieg gewinnt, dann sprechen wir vor allem über die westliche Hemisphäre.“

Globaler Süden verhängt keine Sanktionen gegen Russland

In anderen Teilen der Welt scheint es anders auszusehen. Viele Länder zogen bei den Sanktionen gegen Russland nicht mit: Südafrika beschuldigte die NATO der Aggression, Indien hält weiter an den guten Wirtschaftsbeziehungen zu Wladimir Putin fest, auch China scheut sich davor, Russland fallen zu lassen. Brasilien verurteilte in der UNO zwar das russische Vorgehen, doch Präsident Jair Bolsonaro (66) hatte Putin kurz zuvor noch seine Solidarität ausgedrückt.

Der Konflikt zwischen den NATO-Staaten und Russland scheint in der digitalen Welt also schon zu eskalieren. Umso wichtiger, dass der Westen begreift, wie wichtig es ist, auch den Rest der Welt von Putins Aggression zu überzeugen.

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