China stoppt Solar-Förderung – wird deine Anlage teurer?
Das Ende der Billig-ModuleChina streicht Steuer-Vorteil, Preise für Solaranlagen steigen.

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Chinas Regierung hat jahrelang die Solarwirtschaft beträchtlich gefördert. (Symbolbild)
Ein Hammer aus Peking erschüttert die Solar-Branche: China hat eine wichtige Steuererleichterung für den Export von Solarprodukten gestrichen. Wie die dpa berichtet, entfällt seit dem 1. April die bisherige Rückerstattung der Mehrwertsteuer von neun Prozent. Der Grund: Ein riesiges Überangebot in China und brutale Preiskämpfe, die bei Handelspartnern wie Deutschland schon lange für Ärger sorgen.
Harter Wettbewerb trifft deutsche Firmen
Den Druck durch billige chinesische Solarmodule spüren deutsche Unternehmen seit Jahren. Das prominenteste Opfer: Der letzte große europäische Solarhersteller Meyer Burger musste für seine Standorte in Sachsen und Sachsen-Anhalt Insolvenz anmelden. Als einen Hauptgrund nannte die Firma die extrem günstige Konkurrenz aus China.
Steigen jetzt die Preise für Solaranlagen?
Was bedeutet das für dich, wenn du über eine Solaranlage nachdenkst? Die Interessenvertretung der deutschen Solarwirtschaft sieht bereits eine klare Wende. Laut Bundesverband Solarwirtschaft steigen die Kosten nach einem langen Preisverfall wieder an: „Nach einem starken Kosten-Sinkflug bei Solarmodulen in den letzten Jahren aufgrund weltweiter Produktionsüberkapazitäten und eines sehr harten Wettbewerbs steigen die Kosten von Solarmodulen derzeit“. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig erwartet, dass Chinas Maßnahme diesen Trend verstärken wird.
Doch die Medaille hat zwei Seiten. Die laut Verband rund 100.000 Beschäftigten in der deutschen Solar-Sparte sind hauptsächlich im Handel, in der Projektierung und im Handwerk aktiv. Für sie bedeuten höhere Einkaufspreise für Importware aus China eine Belastung der Gewinnmargen.

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Ökonom Huang Yiping sieht in den neuen Regeln eine Antwort auf internationale Entwicklungen.
Überraschende Wende: Chinas Industrie feiert die Entscheidung
Und jetzt kommt der „Wie bitte?!“-Moment: Chinas eigener Verband der Photovoltaikindustrie begrüßte die neue Regelung. Die Abschaffung der Rückerstattung helfe, auf Auslandsmärkten zu „rationalen Preisen“ zurückzukehren und das Risiko von Antidumping-Untersuchungen zu senken. Man will den ruinösen Wettbewerb im Ausland offenbar selbst beenden.
Ein Ökonom der Peking University, Huang Yiping, vermutet dahinter eine Reaktion auf die Sorgen der internationalen Partner. Er wird mit den Worten zitiert: „Die Abschaffung der Exportsteuerrückerstattung ist sehr wahrscheinlich eine Antwort auf die Sorgen der internationalen Märkte oder unserer Wirtschaftspartner“. Die Branche sei ein wichtiger Pfeiler für Chinas Wirtschaft, aber auch für den weltweiten grünen Wandel, so der Experte. (red)
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