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Geld mit Ihrer SonneSo verkaufen Sie Solarstrom jetzt ganz einfach an die Nachbarn

Eine Gruppe sitzt zusammen auf einer Dachterrasse

Copyright: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Energiegemeinschaft: Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage mit den Nachbarn teilen? Das soll ab Juni leichter möglich sein.

Solarstrom an Nachbarn verkaufen: So geht's ab 2026.

Strom vom eigenen Dach direkt an die Nachbarn weitergeben? Wenn du eine Solaranlage besitzt und mehr Energie produzierst, als du selbst brauchst, bekommst du ab dem 1. Juni 2026 eine neue Chance dafür. Das Zauberwort heißt: Energy Sharing.

Das kann euch als Anlagen-Besitzer richtig was bringen – mehr, als wenn ihr die Energie wie bisher für ein paar Cent ins Netz pumpt. Und klar: Auch die Leute nebenan sollen was davon haben und weniger zahlen. Aber wie läuft das Ganze genau ab und was müsst ihr dafür wissen?

Was ändert sich jetzt durch „Energy Sharing“?

Ab Juni 2026 können sich hierzulande Nachbarn oder auch Freunde zu sogenannten Strom-Communitys zusammentun. Sie dürfen dann den selbst produzierten Solarstrom gemeinsam verbrauchen. „Es ist eine Idee der EU, die möchte, dass mehr Bürger an der Energiewende teilnehmen“, erläutert Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In Ländern wie Österreich und Italien ist das schon gelebte Praxis.

Klar, theoretisch war es auch bisher schon möglich, überschüssige Solarenergie direkt an Nachbarn zu verkaufen. Doch in der Realität scheiterte das Vorhaben meist an gewaltigen rechtlichen und bürokratischen Hürden, wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein berichtet. Wer seine Energie verkaufen wollte, musste laut Zukunft Altbau einen ganzen Berg an Pflichten erfüllen, wie zum Beispiel eine Liefergarantie abgeben. Mit der neuen Vorschrift seid ihr als Privatleute von dieser Last befreit. Das ist ein entscheidender Unterschied, etwa zum bekannten Mieterstrom.

Für wen ist das neue Modell überhaupt relevant?

„Kernidee der Energy Sharing Regelung ist, dass sogenannte Letztverbraucher anderen Letztverbrauchern Strom liefern können“, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft.

Gemeint sind damit zum Beispiel private Haushalte, kleinere und mittelständische Betriebe oder auch öffentliche Einrichtungen. Große Konzerne oder Akteure, deren Kerngeschäft die Stromproduktion ist, sind hierbei ausgeschlossen.

Welche Vorteile habt ihr, wenn ihr Strom an die Nachbarschaft verkauft?

Wer eine Solaranlage besitzt, kann mit Energy Sharing mehr Geld verdienen. Zum Vergleich: Während die Erzeugung von Solarstrom vom eigenen Dach ungefähr elf bis 15 Cent pro Kilowattstunde kostet, liegt die Vergütung fürs Einspeisen bei neuen Anlagen aktuell unter acht Cent. Anstatt die Energie also für wenig Geld ins Netz zu geben, teilt ihr sie mit Leuten aus der Umgebung – zu einem Preis, den ihr untereinander aushandelt.

So könnt ihr eure Anlage rentabler betreiben und die Zeit, bis sie sich bezahlt macht, verkürzt sich unter Umständen. Aber Achtung: Weil die Energie über das öffentliche Netz fließt, fallen weiterhin Gebühren wie die Netzentgelte an. Eure zusätzlichen Gewinnmöglichkeiten sind also limitiert.

Was muss ich als Solaranlagenbesitzer konkret tun?

„Zwischen Erzeuger und Abnehmer müssen zwei Verträge abgeschlossen werden“, sagt Verbraucherschützer Thomas Zwingmann. „Zum einen ist ein Stromliefervertrag des Erzeugers mit dem Abnehmer notwendig, in dem Umfang und Preis der Stromlieferung festgelegt werden.“ Zusätzlich ist ein Stromnutzungsvertrag erforderlich.

Das Ganze ist ein rein virtuelles Geschäft. Die Energie wird nicht direkt von Haus zu Haus geleitet, sondern über das öffentliche Netz geliefert. „Für den Stromkunden ändern sich nur Abrechnung und Bezahlung, es kommt aber weiterhin der gleiche Strom aus seiner Steckdose“, erklärt Zwingmann.

Die Verteilnetzbetreiber sind ab dem 1. Juni 2026 in der Pflicht, Energy Sharing im eigenen lokalen Netz zu ermöglichen. Ab Juni 2028 soll das Ganze dann sogar über die Grenzen benachbarter Netzgebiete hinweg funktionieren.

Welche Technik braucht man dafür?

Sowohl der Haushalt, der die Energie produziert, als auch der, der sie bezieht, müssen mit intelligenten Zählersystemen ausgerüstet sein. Diese sogenannten Smart Meter erfassen die Stromproduktion und den Verbrauch im Viertelstundentakt.

Was passiert mit dem alten Stromvertrag?

Ein wichtiger Punkt für euch als Abnehmer: „Da die Solarenergie vom Nachbarn in den allermeisten Fällen nicht den vollständigen Strombedarf des Abnehmers abdeckt, ist für den Restbedarf ein zusätzlicher Vertrag mit einem externen Stromlieferanten notwendig“, stellt Thomas Zwingmann klar. „Diesen schließt der Abnehmer mit einem selbst gewählten Anbieter ab.“

Wie wird der Preis für den Nachbarschaftsstrom berechnet?

Laut Zwingmann muss man hier mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Im Grunde ist es eine simple Rechnung: Liegen die Kosten für den Anlagenbetrieb plus die Gebühren des Netzbetreibers unter dem aktuellen Marktpreis, gibt es einen Spielraum, von dem beide Seiten profitieren können. „Für den Abnehmer lohnt es sich nur, wenn die Kilowattstunde günstiger ist als auf dem freien Markt.“

Theoretisch könnt ihr aber natürlich auch abmachen, dass der Strom gar nichts kostet.

Kommt der Nachbarschaftsstrom jetzt groß raus?

„Auch wenn jetzt die gesetzlichen Möglichkeiten geschaffen wurden, wird es wohl noch Jahre dauern, bis sich Energy Sharing wirklich in Deutschland etabliert“, schätzt Thomas Zwingmann. Insbesondere die Netzbetreiber seien nun gefordert, sich bei diesem Thema mehr ins Zeug zu legen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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