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Chemie-Branche schlägt AlarmNahost-Krieg und Kosten-Schock belasten die Industrie schwer

Industriepark Höchst

Copyright: Andreas Arnold/dpa

Industriepark Höchst in Frankfurt: Die Chemiebranche steht unter Druck. (Archivbild)

Hessens Chemie-Industrie schlägt Alarm: Produktion bricht ein

Für Hessens Chemiebranche kommt es knüppeldick. Nach einem bereits herausfordernden Jahr 2025 drohen wegen des Krieges im Nahen Osten neue Dämpfer. Die Prognosen sind düster, die Sorge in der Branche ist riesig.

Eine Mehrheit der Betriebe stellt sich in den kommenden Monaten auf Stillstand oder sogar einbrechende Geschäfte ein, so die Meldung des Branchenverbands VCI Hessen und des Arbeitgeberverbands HessenChemie aus Frankfurt. „Der Irankrieg und die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten belasten das Chemiegeschäft zusätzlich.“

Die Zahlen aus einer Umfrage der Verbände sprechen eine erschreckend klare Sprache: 80 Prozent der Firmen erwarten eine stagnierende oder sinkende Herstellung. 72 Prozent gehen von rückläufigen Erlösen aus und unfassbare 92 Prozent sehen keine Chance auf bessere Gewinne. Die Chemie leidet schon seit Jahren unter teurer Energie und einer schwachen Konjunktur.

Pharma wächst, Chemie im freien Fall

Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist mit ihren gut 55.000 Beschäftigten eine der Kernbranchen des Landes. 2025 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 30,9 Milliarden Euro – ein Minus von 1,9 Prozent zum Vorjahr.

Während die Pharmasparte ihre Erlöse leicht auf knapp 18,4 Milliarden Euro steigern konnte, ist der Absturz in der Chemie dramatisch. Dort sank die Fertigung um gut vier Prozent und der Umsatz um über sechs Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Und jetzt der Hammer, der die Krise verdeutlicht: Seit 2021 ist die Chemie-Produktion in Hessen um ganze 31 Prozent eingebrochen!

„Sozialabgaben schwächen Wettbewerbsfähigkeit“

Deshalb geht nun ein lauter Weckruf an die Politik. „Die Sozialabgaben liegen bereits bei 42,3 Prozent – mit steigender Tendenz. Das schwächt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit“, beklagte Oliver Coenenberg, der Vorstandsvorsitzende von HessenChemie.

Es seien dringend Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege nötig. Zusätzlicher finanzieller Druck im Arzneisektor, wie ihn Gesundheitsministerin Nina Warken plant, sei ein weiteres Problem, kritisieren die Verbände laut dpa. Die Forderungen sind eindeutig: Weniger Vorschriften und sinkende Energiekosten. Der Industriestrompreis könne da nur ein Anfang sein. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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