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Run auf die SolardächerWegen Krieg und Förder-Aus explodiert die Nachfrage nach Anlagen

Solarenergie

Copyright: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Anstieg der Öl- und Benzinpreise führt zu verstärkter Nachfrage nach Solaranlagen und Elektroautos. (Symbolbild)

Iran-Krise & Spar-Angst: Ansturm auf Solaranlagen.

Der Konflikt im Iran sorgt für einen regelrechten Goldrausch bei deutschen Solar-Anbietern. Die explodierenden Preise für Öl und Gas treiben private Hausbesitzer massenhaft dazu, sich eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu packen. Das bestätigen der Bundesverband Solarwirtschaft sowie einzelne Betriebe. Als wäre das nicht genug, heizt auch die von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) angekündigte Reduzierung der staatlichen Solar-Hilfen die Stimmung zusätzlich an.

„Aufgrund der Energiekrise und der Angst der Verbraucher vor möglichen Fördereinschnitten sehen wir Anzeichen einer solaren Sonderkonjunktur“, erklärt Carsten Körnig, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. Konkrete Zahlen für April belegen das bereits: Gegenüber dem Vorjahr stieg die neu installierte PV-Leistung im privaten Sektor um vier Prozent auf 0,33 Gigawattpeak an. Die Berechnung des Verbands basiert auf Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Die Monate davor zeichneten noch ein ganz anderes Bild, da ging es spürbar bergab: Von Anfang Januar bis Ende April wurden auf privaten Hausdächern neue Solarmodule mit einer Kapazität von 1,24 Gigawattpeak montiert. Das war ein Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Ansturm auf die Solar-Firmen

Zwischen der Unterschrift unter dem Vertrag und dem Moment, wo eine neue Solaranlage Strom produziert, vergehen selbst bei schwacher Auftragslage für die Installateure meist einige Wochen. Die wahren Auswirkungen der Politik – sei es der Irankrieg oder die Kürzungsdebatte – lassen sich daher besser an den neuen Aufträgen und Kundenanfragen bei den Solar-Unternehmen ablesen. Und diese sind regelrecht durch die Decke gegangen.

„Seit Ausbruch des Irankriegs ist die Nachfrage nach Solarenergie und Wärmepumpen explodiert“, berichtet Mario Kohle, der Gründer und Chef von Enpal, einem bundesweit tätigen Installateur. Die Auswirkungen bekam die Berliner Firma nach dem Start des Konflikts am 28. Februar quasi sofort zu spüren: Im März und April gingen Bestellungen für neue Photovoltaik-Systeme im Wert von 250 Millionen Euro ein – das ist ein Plus von 60 Millionen beziehungsweise über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Enpal betrachtet den Krieg als Hauptauslöser, vermutet aber, dass auch die Ankündigungen der Regierung bezüglich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes einen Effekt haben.

Auch Filip Thon, Geschäftsführer der Eon Energie Deutschland, meldet einen gewaltigen Schub: „Seit Beginn des Irankonflikts sehen wir bei Solaranlagen einen sehr deutlichen Anstieg der Nachfrage, besonders bei Privatkunden, aber auch bei Geschäftskunden“. Die Zahl der Anfragen von Privatpersonen hat sich seitdem mehr als verdoppelt – im Vergleich zu den Monaten davor und auch zum Vorjahr. Sein Fazit: „Das ist mit rein saisonalen Effekten nicht zu erklären.“

Was passiert, wenn die Förderung wegfällt?

Eine von Eon in Auftrag gegebene Statista-Umfrage unter 2.000 Eigenheimbesitzern legt nahe, dass ein Aus für die Einspeisevergütung die Nachfrage nach Photovoltaik zwar dämpfen, aber nicht abwürgen würde. Ungefähr drei Viertel der Leute, die den Kauf einer Solaranlage erwägen, können sich demnach vorstellen, das Projekt auch ohne feste Vergütung für den Strom zu realisieren. Thon fasst zusammen: «Nur vier Prozent wollen die Investition dann sicher nicht tätigen, zehn Prozent eher nicht, zwölf Prozent sind unentschlossen».

Ein solcher Boom, der durch die Politik ausgelöst wird, ist meist nicht von Dauer. Der Bundesverband Solarwirtschaft beklagt das Hin und Her bei der deutschen Energie-Strategie: „Regulatorische Unsicherheiten sind Gift für die mittel- und langfristige Investitionsbereitschaft“, so Hauptgeschäftsführer Körnig. Der Verband richtet daher einen Appell an die Bundesregierung, die Sparpläne zu kippen und eine stabile Förderlandschaft zu schaffen. „Andernfalls wird die Nachfrage nach Solardächern im nächsten Jahr massiv einbrechen.“

(dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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