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Düstere Prognose für unsBundesbank erwartet kaum Besserung für die deutsche Wirtschaft

Mineralölraffinerie Oberrhein

Copyright: Marijan Murat/dpa

Der Iran-Krieg trifft die von Rohstoffen abhängige deutsche Wirtschaft hart. (Symbolbild)

Kurzer Aufschwung? Die nächste Belastung steht schon bereit.

Ein winziger Lichtblick für die deutsche Wirtschaft! Trotz aller Sorgen gibt es ein kleines Plus. Aber die Freude könnte schnell verfliegen, denn die nächste große Belastung steht schon bereit.

Deutschlands Konjunktur hat zu Beginn des Jahres trotz zahlreicher Probleme einen kleinen Schritt nach vorne gemacht. Laut einer Bewertung der Bundesbank startete die Wirtschaft mit einem minimalen Zuwachs. In ihrem April-Monatsbericht führt die Notenbank aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 saisonbereinigt wohl etwas gestiegen ist, auch wenn Belastungen und der Konflikt im Nahen Osten Gegenwind erzeugen. Offizielle Daten zum BIP für die ersten drei Monate des Jahres 2026 werden am kommenden Donnerstag (30.4.) vom Statistischen Bundesamt erwartet.

Die Notenbank begründet ihre vorsichtig optimistische Sicht mit anziehenden Umsätzen in der Industrie sowie wachsenden Güterexporten, die einen kleinen positiven Beitrag zum Wachstum leisten dürften. Umfragen aus dem März signalisierten außerdem eine generell stabile Situation. Der Monatsbericht legt nahe, dass die nachteiligen Auswirkungen des Nahost-Konflikts sich voraussichtlich erst mit Verzögerung bemerkbar machen werden.

Energiepreise explodieren – das spürt jeder im Portemonnaie

Im Gegensatz zur Industrie sah es beim privaten Verbrauch zu Jahresbeginn mau aus. Es wird angenommen, dass die Kauflaune im ersten Quartal nachließ. Der Schock an den Zapfsäulen im März, ausgelöst durch den Iran-Krieg, hat die Konsumenten zusätzlich verunsichert, wie die „dpa“ berichtet. Besonders Kraftstoff und Heizöl verteuerten sich massiv. Dies ließ die Teuerungsrate im März auf 2,7 Prozent schnellen, den höchsten Wert seit Januar 2024.

Eine schnelle Besserung erwartet die Bundesbank vorerst nicht. Die Notenbank warnt: „Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten deutlich erhöht bleiben. Dauer und Ausmaß des Inflationsschubes hängen jedoch stark von der weiteren Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten ab.“

Düstere Prognose für die Wirtschaft

Der weitere Ausblick für die Konjunktur ist ebenfalls eingetrübt. Die Bundesbank schreibt, dass für das zweite Quartal aus aktueller Perspektive höchstens ein weiteres, geringfügiges Wachstum erkennbar ist. Staatliche Investitionen in Milliardenhöhe für Infrastruktur und Verteidigung könnten der Wirtschaft zwar zunehmend Impulse geben. Dem steht jedoch die Erwartung gegenüber, dass der Nahost-Konflikt die deutsche Konjunktur empfindlicher und umfassender treffen wird. Die Belastungen zeigen sich vor allem durch höhere Energiepreise, Schwierigkeiten in den Lieferketten, wachsende Unsicherheit, angehobene Zinsen und schlechtere Chancen im Export.

Zahlreiche Ökonomen haben deshalb kürzlich ihre Vorhersagen für das aktuelle Jahr nach unten korrigiert. Renommierte Wirtschaftsforschungsinstitute gehen nun davon aus, dass Deutschlands Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 lediglich um 0,6 Prozent wachsen wird. Im Vergleich dazu hatten viele Fachleute vor dem Konflikt im Iran noch mit einem Zuwachs von einem Prozent oder sogar darüber gerechnet. Bereits 2025 war die deutsche Wirtschaft mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent nur haarscharf an einem dritten Jahr in Serie ohne Wachstum vorbeigerutscht. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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