Überall im Rhein-Berg-Kreis hängen sie vor der Kommunalwahl wieder: Wahlplakate! Doch neben ernsten Slogans sorgen einige für Schmunzeln und Kopfschütteln.
Wahlkampf-Wirbel in Rhein-BergDas sind die kuriosesten Plakate

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Vielstöckig ist die Wahlwerbung an einem Bergisch Gladbacher Laternenmast.
Aktualisiert29.08.2025, 16:32
Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis ist der Wahlkampf vor der Kommunalwahl in NRW am 14. September 2025 in vollem Gange und an manchen Plakaten kommt man einfach nicht vorbei – und das ist wörtlich zu nehmen!
Der Plakat-Irrsinn sorgt für Lacher, Kopfschütteln und manchmal auch für Ärger. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ die kuriosesten Beispiele gesammelt.
Plakat-Chaos in Rösrath: Wer hat den Größten? In Rösrath scheint das Motto zu sein: Klotzen, nicht kleckern! Einer fing mit riesigen DIN-A0-Plakaten an und die Konkurrenz zog nach. Bei sechs Kandidaten und Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt plus diversen Parteien kommt da einiges an Pappe zusammen. Das Ergebnis: Die Plakate sind so schwer, dass sie die Laternenmasten herunterrutschen und auf engen Gehwegen zu echten Hindernissen werden. Für Fußgänger und Fußgängerinnen heißt es dann: auf die Straße ausweichen oder selbst Hand anlegen und die Plakate zur Seite drehen!
Bunte Reihe in Bensberg: An der Overather Straße in Bensberg reiht sich Plakat an Plakat: Schwarz, Grün, Gelb, Rot und Blau stehen hier in Reih und Glied. Ironischerweise nutzen die Parteien für ihre Werbe-Schlacht eine Fläche, die für ein gescheitertes Großprojekt reserviert war. Hier sollte eigentlich die Straßenbahnlinie 1 fahren. Doch aus dem Traum wurde nichts – zum Glück für die Wahlstrategen und Wahlstrateginnen, die hier jetzt freie Bahn für ihre Botschaften haben.

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Plakate der CDU, Grünen, FDP und SPD stehen nebeneinander auf der Overather Straße.
Was braucht Overath? „Eyer!“ Mit Namen macht man keine Witze? Das sieht CDU-Bürgermeisterkandidat Michael Eyer in Overath anders! Er macht seinen Nachnamen kurzerhand zum Wahlprogramm. Auf seinen Plakaten prangt der Spruch: „Overath braucht Eyer!“. Die Doppeldeutigkeit ist natürlich gewollt. Eigentlich war eine Plakat-Serie geplant, doch weil oft nur einzelne Masten frei waren, sorgt der Spruch nun isoliert für Schmunzeln.

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Was braucht Overath? Eier? „Nein, Eyer“, meint der Bürgermeisterkandidat der CDU.
Clever platziert am Radweg: Dass die Umgebung eine Rolle spielt, beweist Marcel Kreutz, der Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen in Bergisch Gladbach. Seine Wahlstrategen und Wahlstrateginnen hatten offenbar ein gutes Auge für den richtigen Ort. Ein Plakat mit dem Slogan für sichere Schulwege, das ihn mit Fahrrad und Kindersitz zeigt, steht – wie passend – direkt an einem Radweg.

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Mit dem Rad auf den Radweg: Die Plakate von Bürgermeisterkandidat Marcel Kreutz (SPD, Grüne) in Bergisch Gladbach „spielen“ mit der Umgebung.
FDP-Kandidat huckepack auf dem Bauernhof: Ein Comeback mit 82 Jahren! Landwirt Kalli Müllenbach ist extra wieder in die FDP eingetreten, um für Rösrath den richtigen Kandidaten zu finden. Seine Wahl: Tom Höhne. Und den präsentiert er auf ganz besondere Weise: Auf dem Hof seiner Familie hat er das Plakat von Höhne kurzerhand auf einen Traktor-Anhänger geladen – direkt neben dem Schild für den Kartoffelverkauf, auf dem Müllenbachs eigenes Gesicht prangt.

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Aufgeladen hat FDP-Rückkehrer Kalli Müllenbach am Hofferhof seiner Familie bei Rösrath-Hoffnungsthal den FDP-Bürgermeisterkandidaten Tom Höhne.
Fair Play im Wahlkampf: CDU-Mann zeigt Gnade: Eine wirklich nette Geste kommt aus der Gladbacher Innenstadt. CDU-Kandidat Rolf Becker hängte sein Plakat auf – ausgerechnet vor das Haus seines SPD-Kontrahenten Klaus Waldschmidt. Ein Versehen! Als Becker davon erfuhr, zeigte er wahre Größe und nahm das Plakat wieder ab. Sein trockener Kommentar: „Ich hätte ihn ja doch nicht überzeugt, mich zu wählen.“

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Wer viel unterbringen möchte, braucht wie Kürtens SPD-Bürgermeisterkandidat Sascha Pechbrenner, manchmal auch mehrere Plakate nebeneinander.
Ein Mann, viele Worte in Kürten: „Wer etwas Wichtiges zu sagen hat, macht keine langen Sätze“, wusste schon John F. Kennedy. Sascha Pechbrenner, SPD-Bürgermeisterkandidat in Kürten, macht zwar keine langen Sätze, aber dafür sehr viele! Wer sein komplettes Programm lesen will, muss schon mal anhalten, denn er braucht gleich mehrere Plakate nebeneinander. Immerhin: Wer direkt Fragen hat, findet dort sogar seine Handynummer. In Kürten gibt es übrigens nur zwei Bewerber um den Chefsessel im Rathaus. (red)