Extreme Ausmaße Ärger über Flaschen und Müll auf Kölner Stadt-Fest – jetzt reagieren Veranstalter 

Die Bonner Straße während des Südstadt-Festes.

So sah es am Sonntagmorgen (12. Juni 2022) auf der Bonner Straße nach dem Südstadt-Fest aus. Viele Besucherinnen und Besucher ließen ihre Flaschen auf der Straße zurück.

Auf dem Südstadt-Fest feierten am Wochenende erstmals seit der Pandemie wieder tausende Menschen friedlich im Veedel. Am Morgen hinterließen sie jedoch ein schockierendes Bild. Jetzt reagieren die Veranstalter.

Jede Menge Bierflaschen und Müll: Die „Bananenrepublik“ in der Kölner Südstadt gab am Sonntagmorgen (12. Juni) kein gutes Bild ab. Nachdem viele Kölnerinnen und Kölner am Samstagabend (11. Juni) bei bestem Wetter auf dem Südstadt-Fest gefeiert hatten, ließen sie hunderte Bierflaschen und überfüllte Mülleimer zurück.

Anwohnerin Natascha Reek hielt den Anblick am Morgen (12. Juni) um 9 Uhr fest und teilte die Bilder des Ausmaßes auf Facebook. „Ich finde es wirklich schade, dass es so hinterlassen wird“, bedauert sie.

Bierflaschen und Müll auf dem Südstadt-Fest: „Sieht aus wie auf einer Müllkippe“

Unter ihrem Beitrag waren viele Nutzerinnen und Nutzer fassungslos über die sorglosen Fest-Besucherinnen und Besucher. „So eine Sauerei! Wer feiert, kann auch aufräumen und der Veranstalter steht da in der Pflicht. Sieht aus wie auf einer Müllkippe“, kommentiert eine Userin.

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Dabei wurden auch Vorwürfe laut. „Das zeigt nur, dass das Entsorgungskonzept für Müll und Pfandflaschen nicht funktioniert. Das sehe ich den Veranstalter in der Pflicht“, meint eine weitere Userin.

Extremes Ausmaß an Glasflaschen: Veranstalter wehren sich

Doch wie kam es zu den schlimmen Bildern am Sonntagmorgen? Der Organisator des Südstadt-Festes, die RutWiess Event GmbH, habe die Straße am Sonntagmorgen gereinigt. „Sie waren noch dran, als diese Bilder gemacht worden sind“, berichtet Veranstalterin Alice Baker gegenüber EXPRESS.de.

„Das war ja auch extrem viel Müll, das muss man sagen“, gibt Baker zu. „Das Problem ist einfach, dass die Bierflaschen fast ausschließlich aus den Kiosken aus der Umgebung stammten. Die werden natürlich nicht zurückgebracht“, so Baker weiter. Als das Südstadt-Fest um 12 Uhr in den zweiten Fest-Tag startete, sei die Straße wieder sauber gewesen.

Die Händlerinnen und Händler auf dem Südstadt-Fest hätten überhaupt kein Glas verkauft. „Die Gläser auf den Bierwägen waren PET-Gläser, die mit einem Euro bepfandet waren“, so Baker. „Unsere Weinhändler hatten alle Minimum zwei Euro Pfand aufs Glas. Die sind auch alle zurückgekommen, da gab es überhaupt keine Probleme“, macht Baker deutlich.

Südstadt-Fest: Veranstalter sammelten tausende Flaschen ein

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RotWiess haben tausende Flaschen eingesammelt“, so Baker weiter. „Das war unfassbar viel und sah natürlich auch nicht schön aus.“

„Als Südstadt-Fest mussten wir um 22 Uhr schließen. Natürlich sind die Leute bei so einem Wetter noch nicht nach Hause gegangen. Die Leute sind dann natürlich noch sitzengeblieben und haben sich ihre Sachen noch vom Kiosk geholt und die Flaschen dann stehenlassen.“

Veranstalter reagieren: Südstadt-Fest soll glasfrei werden

Die Veranstalter wollen dafür sorgen, dass es im nächsten Jahr nicht zu solchen Bildern kommt. „Wir möchten gerne eine glasfreie Zone schaffen, in denen im Umkreis von 100 Metern kein Glas genutzt werden darf“, berichtet Baker. Dazu seien sie auch schon mit Rewe im Gespräch und würden mit dem Ordnungsamt sprechen. Die Kioske müssten dann Dosen verkaufen und können keine Flaschen anbieten.

Auch der Müll ist den Veranstaltern ein Dorn im Auge: „Wir würden es gerne nachhaltiger machen, um weniger Müll zu produzieren.“ Dennoch appelliert sie auch an die Besucherinnen und Besucher und wehrt sich gegen Vorwürfe. „Für die Endreinigung ist die AWB beauftragt worden und dafür müssen auch wir als Veranstalter bezahlen. Das ist keine Dienstleistung, die der Steuerzahler oder die Stadt bezahlt“, stellt Baker klar.

Für das Südstadt-Fest ziehen die Veranstalter dennoch ein positives Fazit.„Familien, junge und alte Menschen konnten zwei Tage lang fröhlich und friedlich miteinander feiern. Wir sind stolz auf diese Vielfältigkeit in unserer Stadt.“

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