Der Kölner Stadtrat hat eine Entscheidung über das neue Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel getroffen.
SuchthilfezentrumKölner Stadtrat hat Entscheidung getroffen

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Hier soll das erste Kölner Suchthilfezentrum (SHZ) entstehen.
Aktualisiert
Die Entscheidung ist gefallen: FÜR das neue Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel.
Trotz lautstarker Proteste hat der Kölner Stadtrat grünes Licht für die weitere Planung des Suchthilfezentrums für Schwerstabhängige gegeben. Eine breite Mehrheit stimmte am Donnerstag für das Vorhaben im Pantaleonsviertel, nur die AfD war dagegen.
Suchthilfezentrum: Protest und Unterstützung vor dem Rathaus
Vor der Entscheidung hatten sich sowohl Gegner und Gegnerinnen als auch Unterstützer und Unterstützerinnen vor dem Rathaus versammelt. Ein finaler Baubeschluss steht aber noch aus.
Vor der entscheidenden Sitzung trafen die beiden Lager mit ihren unterschiedlichen Ansichten aufeinander. Während Unterstützer und Unterstützerinnen mit Plakaten wie „Ja, zu Menschlichkeit“ für das Projekt warben, äußerten Gegner und Gegnerinnen ihre Bedenken. Auf ihren Schildern stand etwa „Kinder brauchen Spielplatz“, da das Zentrum auf einer bisher als Spielplatz genutzten Fläche zwischen Perlengraben und Wilhelm-Hoßdorf-Straße entstehen soll.
Obwohl die Entscheidung für das Zentrum deutlich ausfiel, war der Einsatz der Anwohnerinnen und Anwohner nicht umsonst.
Grüne, CDU, SPD, Linke, Volt und FDP/KSG haben ihre Zustimmung an klare Bedingungen geknüpft. In einem Änderungsantrag fordern sie, dass die Stadtverwaltung bis zum finalen Baubeschluss ein detailliertes Betriebskonzept vorlegen muss, das auch den Personalbedarf und die Kosten aufschlüsselt.
Eine zentrale Forderung der Politik ist die durchgehende Öffnung des Zentrums, 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.
24/7-Öffnung und zwei weitere Standorte gefordert
Damit soll ein Scheitern wie beim bisherigen Drogenkonsumraum verhindert werden. Dessen geplante Rund-um-die-Uhr-Öffnung konnte nie umgesetzt werden, weil das Personal fehlte. Die Verwaltung hatte zuvor eine Öffnung von nur 16 Stunden täglich in Erwägung gezogen.
Der Änderungsantrag stellt zudem fest, dass zwei weitere Suchthilfezentren zusätzlich zum Standort am Perlengraben benötigt werden. Der Rat wird dafür die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen. Mit diesem Schritt nähert sich Köln dem Zürcher Modell an, das als Vorbild dient und ebenfalls drei solcher Einrichtungen umfasst. Sozialdezernent Harald Rau schlägt vor, den neuen rechtsrheinischen Drogenkonsumraum in Kalk zu einem solchen Zentrum auszubauen. Ein dritter Standort soll linksrheinisch entstehen.
Die Sorgen von sechs Schulleitern und Schulleiterinnen aus der Umgebung werden ebenfalls berücksichtigt. So sollen ab dem Haushaltsjahr 2027 die Mittel für die Suchtprävention aufgestockt werden. In einem Umkreis von 500 Metern um das geplante Zentrum gibt es neun Schulen mit rund 9300 Schülerinnen und Schülern. Zudem wird eine regelmäßige Bestreifung des Pantaleonsviertels gefordert.
Als Ausgleich für den wegfallenden Spielplatz sollen zwei nahegelegene Spielplätze bis zur Eröffnung des Zentrums modernisiert werden. Außerdem wird der Wunsch der Bezirksvertretung Innenstadt nach einer ansprechenden architektonischen Gestaltung berücksichtigt. (red)
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