Schlimmer Verdacht um Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser. Die romantische Geschichte bekommt eine weitere Wendung.
War doch alles anders?Schlimmer Verdacht um Amateur-Schiri Pascal Kaiser

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Pascal Kaiser (knieend) macht seinem Partner am 30. Januar im Rhein-Energie-Stadion einen Heiratsantrag.
Seine Aktion vor einem Spiel des 1. FC Köln hat ein andauerndes Nachspiel.
Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser hatte vor der Bundesliga-Partie gegen den VfL Wolfsburg am 30. Januar alle Sympathien auf seiner Seite, als er seinem Partner vor 50.000 Fans im Rhein-Energie-Stadion einen Heiratsantrag machte.
Schlimmer Verdacht nach Heiratsantrag im Rhein-Energie-Stadion
Kurz darauf wurden allerdings Betrugsvorwürfe ehemaliger Arbeitgeber gegen ihn laut – und verpassten der romantischen Aktion einen Knacks.
Nachdem Kaiser im Anschluss über eine Vielzahl an Drohungen berichtete und ein Foto von sich mit blauem Auge postete, nimmt die Geschichte nun eine weitere, überraschende Wende.
Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus Ermittlerkreisen erfuhr, durchsuchten Staatsanwaltschaft und Polizei Ende vergangener Woche das Haus Kaisers.
IT-Forensiker haben demnach bei den Ermittlungen Erkenntnisse gewonnen, dass die angeblichen Droh-Mails vor den Angriffen womöglich durch Kaiser oder seinen Partner fingiert worden sein könnten. Etliche Datenträger wurden sichergestellt, darunter die Handys der Tatverdächtigen.
Zudem ließen die Behörden die beiden Beschuldigten rechtsmedizinisch untersuchen. Dabei geht es um die Frage, ob auch die Attacken erfunden worden sein könnten. Das Gutachten der Rechtsmediziner soll klären, ob der Schiedsrichter sich selbst verletzt haben könnte oder sein Partner ihn geschlagen haben könnte, um die Angriffe vorzutäuschen. Das Ergebnis wird für kommende Woche erwartet, heißt es.
Angriff nur vorgetäuscht?
Während sein Partner bereits eine Aussage gemacht hat, schweigt Kaiser dem Vernehmen nach bisher zu den Vorwürfen. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bestätigte die Staatsanwaltschaft Köln, „gegen einen in Wermelskirchen wohnhaften Mann Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten aufgenommen“ zu haben.
„Er ist verdächtig, Körperverletzungsdelikte zu seinem Nachteil vorgetäuscht und zuvor vermeintlich an ihn gerichtete Drohnachrichten selbst verfasst und abgesandt zu haben“, so der Sprecher der Behörde. Deshalb habe eine „Durchsuchung der Wohnräume des Beschuldigten stattgefunden, anlässlich derer Beweismittel sichergestellt worden sind“.
Ob es sich bei dem Beschuldigten um den Amateur-Schiedsrichter handelt, dazu äußerte sich der Sprecher „mit Blick auf die im Ermittlungsverfahren geltende Unschuldsvermutung und von mir zu wahrende Persönlichkeitsrechte Verfahrensbeteiligter ausdrücklich nicht“.
Zum jetzigen Zeitpunkt würden „keine Fragen zu dem mutmaßlichen Sachverhalt, zu etwaigen Erklärungen gegenüber Ermittlungsbehörden oder zu sonstigen Details beantwortet“, teilte Ramon Thal, der neue Anwalt von Pascal Kaiser, auf Anfrage mit. „Aus einer Nichtäußerung“ könnten jedoch „keinerlei Rückschlüsse gezogen werden“. Er bitte darum, bei der „Berichterstattung die Privatsphäre meines Mandanten zu respektieren und von spekulativen Zuschreibungen abzusehen“. (red)

