So richtig wohl fühlen sich die Fans des 1. FC Köln nicht in der aktuellen Situation. Nach 22 Spieltagen liegt ihr Klub mit 23 Punkten auf Platz zwölf der Tabelle, aber die Abstiegsgefahr ist längst nicht gebannt. Wo geht es hin für den FC?
Noch zwölf heiße SpieleFC vor sicherer Rettung oder nächstem Abstieg?
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Die wilde Zeit in Köln ist seit Aschermittwoch erst einmal vorbei – zumindest für die Karnevalisten. Für den 1. FC Köln kann es in den kommenden Wochen allerdings noch reichlich wild werden. Der FC macht seine Fans weiter jeck.
Die große Frage in Köln: Sichere Rettung oder nächster Abstieg? In den kommenden zwölf Spielen entscheidet es sich, wohin es für den FC geht. EXPRESS.de nennt jeweils drei Gründe, warum es noch eng werden könnte oder warum der Klassenerhalt bald klar ist.
Drei Gründe für die Rettung – drei Gründe, die dagegensprechen
Die Ausgangslage nach 22 Spieltagen: Köln ist mit 23 Punkten Zwölfter der Tabelle. Zum Relegationsplatz 16 (Bremen) sind es vier Punkte, zum Abstiegsplatz 17 (St. Pauli) sind es sechs Zähler Vorsprung. Das Kölner Restprogramm: Hoffenheim (heim), Augsburg (auswärts), Dortmund (h), Hamburger SV (a), Mönchengladbach (h), Frankfurt (a), Bremen (h), St. Pauli (a), Leverkusen (h), Union Berlin (a), Heidenheim (h), FC Bayern München (a).
Drei Gründe, warum der FC mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird:
1. Noch vier Siege: Die Rettungsrechnung ist von FC-Trainer Lukas Kwasniok schon erstellt worden: Noch vier Siege benötigt Köln demnach für den Klassenerhalt. Dann stünden am Ende der Saison 35 Punkte. In der Vorsaison reichten 32 Zähler, 2025 reichten 33 Punkte. Beim Blick aufs Restprogramm kann der FC in Augsburg, beim HSV, gegen Gladbach, Bremen oder auf St. Pauli und daheim gegen Heidenheim noch reichlich Punkte holen.
2. Starker Teamgeist: Der FC spielt als Aufsteiger bislang eine bemerkenswerte Saison. Selbst gegen Top-Teams gab es immer wieder sehr gute Phasen – lediglich Kleinigkeiten sorgten für Niederlagen. Oftmals fehlte auch das Quäntchen Glück oder es gab unglaubliche VAR-Entscheidungen. Fakt ist: Die Chemie in der Mannschaft stimmt, es wird gearbeitet und bis zum Schluss wird alles gegeben. Wer so auftritt, belohnt sich meistens auch mit Ergebnissen.
3. Schwächere Konkurrenz: In der Tabelle liegt Heidenheim mit 13 Punkten auf Rang 18, davor hat der FC St. Pauli 17 Punkte. Diese zwei Teams dürfte der FC auf jeden Fall hinter sich lassen, auch weil die Kader schlechter besetzt sind als der Kölner.
Drei Gründe, warum der FC noch abschmieren könnte:
1. Verunsicherung: Trainer Kwasniok setzt auf stetige Wechsel in Sachen Aufstellung und Positionen. Aktuell weiß man gar nicht, wofür der FC fußballerisch steht: schnelles Umschaltspiel? Oder lange Bälle auf Ragnar Ache? Einige Spieler wie Jakub Kaminski können deswegen seit Wochen ihr optimales Leistungspotenzial nicht abrufen. Gerade im Abstiegskampf ist es jedoch oft wichtig, dass alle wissen, was zu tun ist, und sich die Spieler in einem System wohlfühlen.
2. Ladehemmung und Standardschwäche: Der FC benötigt definitiv zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Wenn sich die Mannschaft weiterhin nicht belohnt, wird es kaum Erfolge geben. Zudem besteht weiterhin eine große Schwäche bei Standards. 40 Prozent aller Gegentreffer resultierten aus ruhenden Bällen. Gerade gegen Gegner auf Augenhöhe wie St. Pauli oder Bremen kann diese Schwäche dem FC das Genick brechen, weil eine Aktion diese Duelle entscheiden kann.
3. Konkurrenz dreht auf: Wie heißt es so schön: Totgesagte leben länger. Oder: Angeschlagene Boxer sind die gefährlichsten. Mitaufsteiger Hamburger SV hat den FC mittlerweile überholt, die lange abgeschlagenen Mainzer sind bis auf zwei Punkte herangerückt. Oft ist es ein psychologischer Effekt: Wer nichts mehr zu verlieren hat, spielt befreit auf. Köln dagegen hat etwas zu verlieren nach dem soliden Saisonstart.
Fazit: Der FC muss auf der Hut sein, die Gründe für eine sichere Rettung wiegen aber schwerer. Tritt die Mannschaft wie bislang auf, sollten die nötigen Punkte bald eingefahren werden.



