Schlamm-Wüste Rheinauhafen Luxus-Boote in Köln stecken fest – Experte warnt vor „Flucht“

Die Boote im Rheinauhafen in Köln stecken aufgrund des niedrigen Pegels im Schlamm fest.

Die Boote im Rheinauhafen in Köln stecken aufgrund des niedrigen Pegels im Schlamm fest. Das Foto wurde am Dienstag (16. August) aufgenommen.

Der niedrige Rheinpegel sorgt am Rheinauhafen für Chaos. Experten wollen die Boote vor Schäden bewahren.

Genau 151 schicke Boote liegen derzeit im Rheinauhafen. Und einige von ihnen liegen jetzt im Schlamm. Bei einem Pegel von 74 Zentimetern am Dienstagmorgen (16. August) ist einfach nicht mehr genug Wasser im Hafenbecken. EXPRESS ließ sich von Hafenmeister Bernd Wilmers erklären, was das extreme Niedrigwasser für den Hafen bedeutet.

Viele wohlhabende Bootsbesitzer und -besitzerinnen kommen gern nach Köln, um im Rheinauhafen festzumachen. „Denn Köln ist so ziemlich der einzige Hafen, wo man mit seinem Boot oder Schiff mitten in der Stadt anlegen kann.“

Rheinauhafen: Boote in Köln stecken wegen des niedrigen Pegels im Schlamm fest

Aber: „Ausgerechnet jetzt, wo das Wetter schön ist, geht nichts. Der Tiefgang reicht nicht aus, um hier rein- oder rauszufahren“, erklärt Wilmers. Immer wieder rufen Kundinnen und Kunden an und wollen kommen. Sie feilschen mit dem Hafenmeister, ob sie es bei einem Tiefgang von rund 70 Zentimetern nicht doch bis zum Liegeplatz schaffen.

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„Ich rate den Leuten davon ab. Denn im Schlamm können Einkaufswagen, E-Scooter oder andere Sachen liegen. Wer da drüber fährt, der riskiert einen riesigen Schaden.“

Hafenmeister Bern Wilmers bei den Booten im Rheinauhafen.

Hafenmeister Bernd Wilmers muss ständig die Länge der Leinen kontrollieren, damit die Boote keinen Schaden nehmen.

Einige Kapitäne versuchten in den vergangenen Tagen, den Rheinauhafen zu verlassen. Sie kamen zwei Meter weit. „Ein Kunde, der an seinem Boot einen sogenannten Z-Motor hat, saugte statt Wasser halt den Schlamm an. Der Motor ist im Prinzip hin“, sagt der Hafenmeister.

Kölner Experten bewahren Schiffe vor massiven Schäden im Rheinauhafen

In den vergangenen Wochen waren Wilmers und seine drei Kollegen ständig damit beschäftigt, die Leinen-Länge der 151 Boote und Schiffe anzupassen, wenn der Pegel mal wieder fiel. Denn sonst entstehen große Schäden an den Yachten. Außerdem mussten Stege gebaut werden, damit die Gäste überhaupt noch zu ihren Booten gelangen.

Wer jetzt im Hafen nicht weg kann, zahlt für seinen Liegeplatz sechs Euro Pauschale pro Tag sowie 1,90 Euro pro Meter Schiff oder Boot. Da kann schon mal ein Sümmchen zusammen kommen. Doch die Rettung soll laut einer Vorhersage am Freitag (19. August) nahen. Dann soll der Rheinpegel wieder auf einen Meter steigen.

„Das würde reichen, damit die meisten Schiffe und Boote wieder losmachen können“, so die Einschätzung von Wilmers. Vor allem die reichen Schiffsbesitzerinnen und -besitzer aus Rodenkirchen, die längst ihren trockengelaufenen Hafen verließen und im Rheinauhafen festmachten, können dann wieder losschippern.

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