Nach fast jedem FC-Heimspiel verwandelt sich die Aachener Straße teilweise in ein Scooter-Schlachtfeld. Politiker schlagen Alarm.
Problem nach FC-SpielenPolitiker platzt der Kragen: „Versteht niemand“

Copyright: Friedrich Jeschke / Volt
Friedrich Jeschke (li., Volt) und Klaus Reinartz (FDP) inmitten der wild abgestellten E-Scootern nach FC-Spielen

Kaum ist Abpfiff im Rhein-Energie-Stadion beginnt das nächste Drama – und zwar nicht auf dem Rasen, sondern auf dem Gehweg.
Nach Heimspielen des 1. FC Köln türmen sich entlang der Aachener Straße (Höhe 608a bis zur Brücke über den Militärring) regelmäßig mehr als 100 E-Scooter der Leihfirmen auf den Bürgersteigen. Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Schulkinder müssen auf den Radweg ausweichen.
E-Scooter blockieren Fußweg nach FC-Heimspielen
Am Montagmorgen (23. März) dokumentierten Vertreter der Fraktion FDP/Volt in der Bezirksvertretung Köln-Lindenthal das Chaos gegen 9 Uhr morgens.
Sie meldeten die Blockade sofort dem Ordnungsamt. Doch was passierte? Drei Stunden später – gegen 12 Uhr – standen immer noch mehr als 80 Roller im Weg. Auf Nachfrage der Fraktion hieß es seitens des Ordnungsamts kurzerhand: Der Fall sei abgeschlossen, Mitarbeitende seien bereits vor Ort gewesen.
Eine Beschäftigte eines nahegelegenen Unternehmens schilderte der Fraktion hingegen, es seien lediglich die Kennzeichen notiert worden, ohne jedoch die offensichtliche Gefahrenstelle zu beseitigen.
Was die Lokalpolitiker zwischen 12 und 12.20 Uhr selbst beobachteten, macht fassungslos: Eine ältere Frau mit Krücken musste auf den Radweg ausweichen und äußerte, sie habe Angst, dort von hinten angefahren zu werden. Auch ein Rollstuhlfahrer musste auf den Radweg ausweichen.

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Überbleibsel von FC-Spielen: E-Scooter blockieren an der Aachener Straße den Fußweg. Ein Rollstuhlfahrer muss über den Radweg ausweichen.
Kurz darauf passierte eine Gruppe der Grundschule Müngersdorf die Stelle. Die Kinder seien von Radfahrern weggeklingelt worden, während Lehrkräfte den Abschnitt selbst als Gefahrenpunkt beschrieben. Der Schulweg zum Gymnasium Müngersdorf führt genau hier entlang – täglich, nicht nur an Spieltagen.
Die Fraktion FDP/Volt macht ihrem Ärger Luft: „Während Autos hier konsequent abgeschleppt würden, dürfen Scooter tagelang im Weg stehen – das versteht niemand“, heißt es in einer deutlichen Kritik an der Stadt.
Gesamtkonzept gefordert – auch für die S-Bahn
Klaus Reinartz (FDP) und Friedrich Jeschke (Volt) fordern jetzt konkrete Lösungen – und zwar schnell: „Feste Verleih- und Abstellstationen rund um das Müngersdorfer Stadion würden Ordnung schaffen, Sicherheit gewährleisten und die Verantwortung der Anbieter stärken. Die Stadt sollte diese Flächen gemeinsam mit den Unternehmen bis zur nächsten Saison – hoffentlich weiterhin in der Bundesliga – festlegen, damit Kölns Straßen auch nach Spielen sicher passierbar sind.“
Darüber hinaus fordert die Fraktion ein besseres, nachhaltiges Verkehrskonzept rund ums Stadion – inklusive einer verstärkten Nutzung der S-Bahn-Haltestelle Technologiepark an Spieltagen.
Der nächste FC-Heimspieltag kommt bestimmt. Wird die Stadt bis dahin handeln?
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