Die Frauen des FC Bayern München haben nach der Deutschen Meisterschaft auch den DFB-Pokal gewonnen. Im Finale in Köln bezwangen sie den VfL Wolfsburg um Kapitänin Alexandra Popp.
Bittere Popp-TränenErstes Bayern-Double geschafft – jetzt sind die Männer gefordert

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Double-Jubel für die Bayern-Frauen. Die Spielerinnen vom Meister aus München haben wie im Vorjahr den DFB-Pokal gewonnen und können damit erneut mit ihren Fans das Double feiern.
Der 4:0-Finalsieg gegen den VfL Wolfsburg fiel am Donnerstag (14. Mai 2026) am Ende ungefährdet und mehr als deutlich aus. Im zwölften Finale musste Wolfsburg daher erstmals die Siegerehrung aus der Verliererrolle betrachten.
DFB-Pokalfinale in Köln: 46.064 Fans sehen Bayern-Sieg
In Köln erlebten 46.064 Fans das inzwischen bereits 17. Endspiel. Diese Kulisse stellte einen neuen Zuschauerrekord für ein Pokalfinale der Frauen dar. Die Stimmung war erneut ausgelassen. Nur als es im zweiten Durchgang einen medizinischen Notfall im Bayern-Fanblock gab, herrschte kurz Ruhe.
Für Alexandra Popp endete die 14-jährige Karriere beim VfL enttäuschend. In ihrem 60. Pokalspiel ging sie leer aus. Nach 20 Titeln zieht es sie nun zu Regionalligist Borussia Dortmund, wo sie bis 2029 unterschrieben hat.
Im Vorfeld waren sich alle einig. Titelverteidiger gegen Rekordpokalsieger, Erster gegen Zweiter – mehr geht nicht im Frauenfußball. Doch die Partie hielt zunächst nicht das, was sie versprochen hatte.
Wenig Spielfluss, viele Zweikämpfe, kaum Torgefahr. Pernille Harder köpfte nach Bühl-Flanke knapp vorbei (20.). Wolfsburgs Lena Lattwein versuchte sich mit einem strammen Schuss (35.).

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Georgia Stanway behielt die Nerven und verwandelte den Strafstoß zur Bayern-Führung.
Weil die Begegnung anfangs viel Leerlauf bot, ertönten zwischendurch auch schon erste „Come on FC“-Gesänge in der Südkurve. Dort waren übrigens die Fans des VfL untergebracht. Dem Bayern-Anhang gehörte die Nordkurve im Rhein-Energie-Stadion.
Als schon alles nach einer torlosen ersten Halbzeit aussah, musste mal wieder der VAR eingreifen. Beerensteyn hatte Tanikawa im eigenen Strafraum vom Ball getrennt. Sauber sah die Aktion nicht aus, es gab nur kurze Proteste und die Partie lief zunächst zwei Minuten weiter. Erst dann meldete sich Video-Schiedsrichterin Katrin Rafalski bei Franziska Wildfeuer, die dann nach kurzem Blick auf den Monitor auf den Punkt zeigte.

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Jubel um Momoko Tanikawa (3.v.l.), die mit ihrem 3:0 für die Vorentscheidung gesorgt hatte.
Georgia Stanway trat zum Elfmeter an und brachte die Bayern in Führung (40.+2). Drei Minuten später hätte das 2:0 fallen müssen. Tanikawa legte sieben Meter vor dem Tor quer zu Harder, doch Linder blockte den Schuss.
Mit der Führung im Rücken wurden die Bayern spielbestimmender. Erikssons Flanke köpfte Harder am zweiten Pfosten zum 2:0 ins Tor (59.). Die kurz zuvor eingewechselte Vivien Endemann ließ kurz danach die Chance zum Anschlusstreffer aus, weil sie zu lange zögerte.
Momoko Tanikawa sorgte schließlich für die Entscheidung, als sie eine Bühl-Flanke zum 3:0 über die Linie drückte (77.). Arianna Caruso zauberte schließlich noch einen Freistoß zum 4:0 direkt ins Netz (84.). Die Bayern-Party konnte beginnen.
Alexandra Popp, die nach siebenwöchiger Verletzungspause nach ihrem Muskelfaserriss in der Wade erstmals wieder in der VfL-Startelf stand, schoss lediglich in der siebten Minute aus großer Entfernung Richtung Bayern-Tor. Die Kapitänin durfte durchspielen und verabschiedete sich schließlich mit einer Endspiel-Enttäuschung von ihrem Verein. Nach dem Abpfiff flossen bei ihr bittere Tränen.

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Alexandra Popp (r.) stand in ihrem letzten Spiel für den VfL Wolfsburg noch einmal in der Startelf.
Vom Meister aus München war übrigens die komplette Chefetage nach Köln gekommen. Präsident Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen, Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund konnten sich über das erste Double der Saison freuen. Das zweite wollen die Männer am 23. Mai in Berlin gegen Stuttgart vollenden.

